Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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Statement von Charlotte Knobloch zum Echo an die Rapper Kollegah und Farid Bang

Freitag, den 13. April 2018

„Es ist ein verheerendes Zeichen, den wichtigsten deutschen Musikpreis an vermeintliche Künstler zu verleihen, die mit bestimmten Textzeilen ihrer Songs ein gesellschaftliches Klima bedienen, in dem Antisemitismus offenbar wieder normal ist. Geschichtsvergessene Geschmacklosigkeiten und antijüdische Vorurteile sind keine Kunst, müssen geächtet und konsequent aus dem öffentlichen Raum verbannt werden. Die beiden Rapper erreichen mit ihren menschenverachtenden Botschaften Millionen, meist junge, Menschen. Für viele sind sie Idole. Gerade erst entsteht hierzulande endlich die ersehnte Sensibilität für den erstarkten Antisemitismus in unserer Gesellschaft, insbesondere an Schulen. Mitten in diese Debatte fällt nun diese Auszeichnung von Musik, die jene Phänomene zu befördern vermag. Wenn am Jom HaSchoa, dem jüdischen Holocaustgedenktag, Rapper ausgezeichnet werden, die sich vorwerfen lassen müssen, bewusst auch mit antisemitischen Ressentiments zu spielen, darf sich niemand wundern, dass ‚Jude’ in Klassenzimmern wieder Schimpfwort ist und jüdische Menschen alltäglich Opfer von Diffamierung und Aggression werden.“

Knobloch: Situation in Frankreich als Menetekel für Deutschland

Dienstag, den 27. März 2018

Knobloch zur Ermordung von Mireille Knoll in Frankreich – antisemitisches Motiv vermutet. In Paris wurde die 85-jährige Holocaustüberlebende Mireille Knoll in ihrer Wohnung erstochen und verbrannt. Die Polizei geht Medienberichten zufolge von einer antisemitischen Tat aus. Dazu Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern: Weiterlesen »

Charlotte Knobloch zur Wahl von Dr. Angela Merkel zur Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Mittwoch, den 14. März 2018

Charlotte Knobloch: „Ich gratuliere Angela Merkel von Herzen zu ihrer erneuten Wahl zur Bundeskanzlerin. Sie hat Herausragendes für unser Land geleistet. Ich schätze Sie als integre Persönlichkeit, ihre besonnene und zugleich bestimmte Politik und ihre geschichts- und verantwortungsbewusste Haltung, die sie zu einer Garantin für Freiheit und Demokratie macht. Ich habe tiefes Vertrauen in ihre Amtsführung und bin überzeugt, dass es ihr gelingen wird, die enormen nationalen und internationalen Herausforderungen zu meistern. Es geht jetzt darum, die destruktiven Kräfte in unserem Land und die Fundamentalisten jeder Couleur entschlossen und konsequent zu bezwingen. Die gesellschaftliche Spaltung darf sich nicht vertiefen und muss überwunden werden. Die europäische Einigung ist auf allen Ebenen zu festigen. Ich bin erleichtert, dass wir ab heute wieder eine stabile und engagierte Regierung haben, die um ihre Verantwortung weiß. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten einen demütigen, selbstkritischen und hoch engagierten Einsatz für unser Land und das Wohl der Menschen. Dann wird es auch gelingen, verlorenes Vertrauen wiederherzustellen. Und das ist dringend nötig.“

Charlotte Knobloch zum Tode von Karl Kardinal Lehmann

Sonntag, den 11. März 2018

„Meine Begegnungen mit Karl Kardinal Lehmann werde ich stets als Bereicherung erinnern. Seine intellektuelle Kraft als Theologe und Lehrer, seine menschliche Größe als Seelsorger im weiteren Sinne und seine integere Haltung gaben ihm eine einzigartige Aura, die man nur sehr selten antrifft. Nicht nur in seiner Zeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hat er mit seinem Denken und Handeln die Katholische Kirche positiv geprägt. Er zählte zu den weitsichtigen Vordenkern, liberalen Kräften und wirkte als besonnener Reformer, ganz im Sinne des aktuellen Papstes Franziskus. Lehmann verkörperte und verwirklichte den Aufbruch des Zweiten Vatikanischen Konzils und mithin auch den Geist von Nostra aetate. Er war ein treibender Vermittler im offenen und ehrlichen christlich-jüdischen Dialog, ein Brückenbauer. Liberalität und gegenseitiger Respekt waren für Karl Kardinal Lehmann innere Triebfedern. Auf der anderen Seite verurteilte er jede Form von Antisemitismus auf das Schärfste. Für den Holocaust-Leugner Bischof Williamson sah er keinen Platz in der Kirche. Dessen Rehabilitierung durch Benedikt XVI. nannte er „eine Katastrophe“. Seine unverrückbare, tiefe Verwurzelung in den Grundsätzen seines Glaubens und seiner Theologie gaben ihm die Stärke und den Mut zu gebotener Kontinuität und unerlässlicher Veränderung.“

Umgang mit NS-Geschichte in Polen | Knobloch: „Gesetzesänderung darf nicht zur Geschichtsverzerrung führen“

Montag, den 29. Januar 2018

München, 29.1.2018. Das polnische Parlament hat am 26.1.2018 einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der künftig unter anderem die Bezeichnung „polnische Todeslager“ für die Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten im von Deutschland besetzten Polen unter Strafe stellt. Dazu Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern: „Es besteht kein Zweifel, dass die Mordfabriken der Nazis deutsche Todeslager waren und nicht polnische. Aber das neue Gesetz und die dahinter stehende Idee, den ‚guten Ruf‘ Polens zu schützen, darf nicht dazu führen, die belegten Narrative zu verfälschen und zu verharmlosen.“ Weiterlesen »

27. Januar: Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus | Knobloch: „Erinnern in der Verantwortung für die Zukunft“

Freitag, den 26. Januar 2018

München, 25.01.2018. Am 27. Januar wird in Deutschland und weltweit der Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere des Holocaust, der systematischen, akribisch geplanten und industriell betriebenen Vernichtung der europäischen Juden, gedacht. Weiterlesen »

Beschluss im Deutschen Bundestag „Antisemitismus entschlossen bekämpfen“ | Knobloch: „Wichtiger Schritt! Systematischer und konsequenter Kampf gegen Antisemitismus überfällig“

Donnerstag, den 18. Januar 2018

München, 18.01.2018. Auf Antrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen hat der Deutsche Bundestag heute beschlossen, den Antisemitismus künftig entschlossen zu bekämpfen. Dazu Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern: „Dieser Beschluss ist für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland von existenzieller Bedeutung! Ich danke dem Bundestag für diesen wegweisenden Beschluss. Er setzt damit ein wichtiges Signal nach innen und nach außen: Endlich will Deutschland seiner Verantwortung gegen Judenhass angemessen gerecht werden.“ Weiterlesen »

Stadtrat bestätigt wegweisenden Beschluss | Knobloch: „Besonders jetzt ein wichtiges Zeichen gegen Antisemitismus“

Mittwoch, den 13. Dezember 2017

München, 13.12.2017. Der Stadtrat der Landeshauptstadt München hat heute auch im Plenum den Antrag der CSU- und SPD-Stadtratsfraktion verabschiedet, der für die Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland wegweisend ist. „Gerade angesichts der aktuellen Bilder setzt München damit ein bundesweit beachtetes Zeichen gegen Antisemitismus“, so Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.  Weiterlesen »

Wegweisender Beschluss – Knobloch: „München setzt starkes Zeichen gegen Antisemitismus“

Mittwoch, den 6. Dezember 2017

München, 6.12.2017. Der Verwaltungs- und Personalausschuss der Landeshauptstadt München hat heute einen Antrag der CSU- und SPD-Stadtratsfraktion verabschiedet, der für die Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland wegweisend ist. „Mit diesem bemerkenswerten Vorstoß setzt München ein bundesweit beachtetes Zeichen gegen Antisemitismus“, sagte Charlotte Knobloch, Präsidentin der Kultusgemeinde München und Oberbayern.  Weiterlesen »

Gedenken an den 9. November 1938 – Gedenkveranstaltung im Alten Rathaus – Mit Reden von OB Dieter Reiter, IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch und Direktor Prof. Dr.-Ing. Winfried Nerdinger

Donnerstag, den 9. November 2017

München, 9.11.2017. München gedachte auch an diesem 9. November der jüdischen Münchnerinnen und Münchner, die in der „Reichspogromnacht“ 1938 und in den darauf folgenden Jahren entrechtet, deportiert und ermordet wurden.

Am Abend hat im Saal des Alten Rathauses – am historischen Ort, von dem aus vor 79 Jahren mit der Hetz-Rede von Joseph Goebbels die reichsweiten Novemberpogrome initiiert wurden – die zentrale Gedenkfeier zum 9. November 1938 stattgefunden. Der scheidende Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums München Professor Dr.-Ing. Winfried Nerdinger referierte zum Thema „Bedeutung und Formen der Erinnerung“. In den Reden von Oberbürgermeister Dieter Reiter und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, spiegelte sich auch die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation wider – insbesondere das Erstarken der rechtsradikalen Kräfte in Deutschland und die Zunahme von Antisemitismus aus unterschiedlichen Richtungen und auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Weiterlesen »

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Aktuelle Veranstaltungen


So. 18.01.2026 | 29. Tewet 5786

Kulturzentrum

„Balagan“ von und mit Mirna Funk

Beginn 17:00

Buchpräsentation und Gespräch
Sonntag, 18. Januar 2026, 17 Uhr

Moderation: Ellen Presser

Mirna Funk, eine der mutigsten und unkonventionellsten jüdischen Stimmen Deutschlands erzählt von Recht und Unrecht in der Kunstwelt, von schwieriger Restitution und von der Suche einer jungen Frau nach einem Weg durch das Chaos (hebr. »Balagan«), das die deutsch-jüdische Geschichte im Allgemeinen und in ihrer Familie angerichtet hat.

Mirna Funk, 1981 in Ost-Berlin geboren, studierte Philosophie und arbeitet als Autorin sowie freie Journalistin u. a. für NZZ, DIE WELT und Die ZEIT. Für ihr Romandebüt »Winternähe« wurde sie mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Mirna Funk lebt in Berlin und Tel Aviv.

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Mi. 21.01.2026 | 3. Schwat 5786

Kultur

Dan Ariely x Guy Katz: About the Path to Hate

Beginn 19:00

Gespräch in Englisch
Mittwoch, 21. Januar 2026, 19 Uhr

 

An Evening on the Psychology of Antisemitism

Antisemitism is growing, raising the painful question: why? Join world-renowned behavioral scientist Dan Ariely to explore the psychological mechanisms behind hatred and how we might break these destructive cycles. His work reveals predictable patterns in human behavior, even harmful. Weiterlesen »

Do. 29.01.2026 | 11. Schwat 5786

Kultur

Hommage: „Ein Abend für Gertrud Kolmar“

Beginn 19:00

Donnerstag, 29. Januar 2026, 19 Uhr

Mit Friederike Heimann und Anette Daugardt (Rezitation)

Gertrud Kolmar – geboren 1894 in Berlin, 1943 in Auschwitz ermordet – verleiht in ihren dichten, manchmal archaischen und doch oft überraschend modernen Bildwelten immer wieder dem Fremden und Ungekannten, dem Stummen und Sprachlosen, eine Stimme. Dabei durchdringen sich das Weibliche und das Jüdische in ihrer Poetik auf vielfache Weise. Nun seh‘ ich mich seltsam und kann mich nicht kennen / Da ich vor Rom, vor Karthago schon war, heißt es in „Die Jüdin“, die eine Forscherreise rüsten möchte in ihr eigenes uraltes Land.

Durch die Gedichtlesung führt Friederike Heimann, Literaturwissenschaftlerin und Autorin einer Biographie über Gertrud Kolmar» In der Feuerkette der Epoche« (Suhrkamp 2023).. Die Gedichte werden von der Berliner Schauspielerin Anette Daugardt vorgetragen. Weiterlesen »

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