Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Hier finden Sie die Manuskripte und Abschriften ausgewählter Reden. (Es gilt das gesprochene Wort.)

Weitere Redebeiträge erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail an presse@ikg-m.de.

Berlin, 27.1.2021:
Gedenkrede von Dr. h.c. Charlotte Knobloch (PDF) anlässlich des Internationalen Holocaustgedenktages im Deutschen Bundestag am 27. Januar 2021, 11 Uhr

München, 23.1.2019:
Redebeitrag von Dr. h.c. Charlotte Knobloch (PDF) anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus im Bayerischen Landtag am 23. Januar 2019, 10 Uhr

München, 18.11.2018:
Redebeitrag von Dr. h.c. Charlotte Knobloch (PDF) anlässlich des Gedenkens zum Volkstrauertag 2018 auf dem Neuen Israelitischen Friedhof am 18. November 2018, 13 Uhr

München, 9.11.2018:
Redebeitrag von Dr. h.c. Charlotte Knobloch (PDF) anlässlich der Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 im Saal des Alten Rathauses am 9. November 2018, 13 Uhr

München/Fürstenfeldbruck, 5.9.2012:
Redebeitrag von Dr. h.c. Charlotte Knobloch (PDF) anlässlich der Gedenkveranstaltung für die Opfer und deren Angehörige sowie für die Überlebenden des Attentates auf die israelische Olympiamannschaft von 1972 in Fürstenfeldbruck am 5. September 2012, 16 Uhr

München, 30.4.2010:
Grußwort für die Gedenkveranstaltung anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg am 25. April 2010
Die Rede von Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, finden Sie hier (PDF-Datei).

München, Dezember 2008:
Grußbotschaft der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, an die Bürger und politisch Verantwortlichen der Bundesrepublik Deutschland

Gute Gelegenheiten soll man nutzen, um zu danken, sich Gutes zu wünschen und Hoffnungen auszudrücken: Das jüdische Chanukka- und das christliche Weihnachtsfest sowie der kalendarische Jahreswechsel sind solche guten Gelegenheiten.
Wir Juden danken den Bürgern und Politikern der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2008. Es hat Juden und Nichtjuden einander noch nähergebracht.
Gemeinsam haben wir den 60. Geburtstag des Jüdischen Staates, Israel, gefeiert.
Wir wissen: Israels Politik ist – aus unserer Sicht leider und weil oft missverstanden – umstritten. Doch die grundsätzliche Verbundenheit vieler Bürger und Politiker mit Israel haben wir freudig registriert; nicht zuletzt das uneingeschränkte Bekenntnis der Bundeskanzlerin zur Existenzberechtigung des Jüdischen Staates. Danke, Deutschland.
Sie wissen: Wir sind engagierte, loyale und gute Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland. Sie verstehen aber sicher auch unsere besondere Verbundenheit mit Israel. Für uns ist Israel kein „Land wie jedes andere“, auch als Bürger Deutschlands.
Gemeinsam haben wir nicht nur des Lichtes, sondern auch der tiefen Schatten gedacht: der 70. Wiederkehr der sogenannten „Reichskristallnacht“. Sicher haben viele wie wir empfunden: Das gemeinsame Gedenken, das gemeinsame Nachdenken über die verbrecherische NS-Vergangenheit hat uns nicht voneinander getrennt. Im Gegenteil: Juden und Nichtjuden haben erleichtert und dankbar festgestellt: Was uns damals trennte, eint uns heute, denn heute teilen wir dieselben Wertvorstellungen von Menschlichkeit und Demokratie, Toleranz und Akzeptanz.
Gemeinsam wollen wir, gerade in der gegenwärtigen Krise, unser demokratisches Deutschland stabilisieren.
Dafür wünschen wir uns nicht nur wirtschaftliche Erholung, sondern weiter feste Grundsätze. Dazu zählt: Die Bundesrepublik Deutschland ist eine wehrhafte Demokratie. Feinde der Demokratie können und dürfen nicht mit Toleranz oder gar Akzeptanz rechnen. Das gilt vor allem für Rechtsextremisten. Dass die NPD Bürgergelder in Form von Steuern genießt, ist nicht nur fürs uns unerträglich. Null-Toleranz gegen Rechts – aber auch gegen Terror jedweder Couleur und Herkunft, nicht zuletzt gegen den islamistischen Terror.
Die Gefahr ist real, nicht eingebildet. Bombay hat uns schmerzlich daran erinnert: Nur weil wir Juden sind, sollen wir Opfer sein. Wir erwarten und sind sicher, dass Bürger und Politik Deutschlands uns weiter schützen, weil wir, wie alle Menschen, ein Recht auf Leben haben. Uns das zu sichern, ist kein Gnadenakt, sondern menschliche Selbstverständlichkeit.
Die Gefahr ist real, nicht eingebildet. Passau, das Verbrechen am Polizeipräsidenten, hat uns alle daran erinnert: Demokraten und die Demokratie müssen agieren, nicht nur reagieren.
Hierbei stehen wir, wie immer, Seite an Seite mit allen demokratischen Bürgern und Politikern Deutschlands. Wir schauen nicht zu, wir machen mit, denn 2008 hat uns allen gezeigt: Der Kampf gegen Unmenschlichkeit verbindet Menschen, die vor allem dies wollen: Miteinander in Frieden leben.
Wir wünschen Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Kalenderjahr
Charlotte Knobloch

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Juni 2024 | Ijar-Siwan | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 19.06.2024 | 13. Siwan 5784

Kultur

Moses Mendelssohn, Gotthold Ephraim Lessing, Immanuel Kant und die Erziehung des Menschengeschlechts

Beginn 19:00

Vortrag von R. Prof. emer. Dr. Dr. h.c. Daniel Krochmalnik
Ein Beitrag der Reihe „Die Umkehr des Denkens. 300 Jahre Immanuel Kant“

Mittwoch, 19. Juni 2024, 19 Uhr

Anfang der 80er Jahre des 18. Jahrhunderts erscheinen in dichter Folge drei grundlegende Texte: „Die Erziehung des Menschengeschlechts“ von Gotthold Ephraim Lessing (1780), „Jerusalem oder Religiöse Macht und Judentum“ von Moses Mendelssohn (1783) und „Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht“ von Immanuel Kant (1784). Darin behandelt das Dreigestirn der deutschen Aufklärung das Problem des Fortschritts der Menschheit. Lessing ist davon überzeugt, Mendelssohn ist skeptisch, Kant formuliert die Bedingungen der Möglichkeit. Die Verfasser nehmen auch Bezug aufeinander und ihr kontroverses Gespräch ist für die Geschichtsphilosophie bis heute von grundlegender Bedeutung. Weiterlesen »

Mi. 26.06.2024 | 20. Siwan 5784

Kultur

„Was habe ich mit Juden gemeinsam?“ – Franz Kafkas Identitäten

Beginn 19:00

Reiner Stach in Zwiesprache mit Franz Kafka
Ein Beitrag zum 100. Todestag von Franz Kafka (1883 – 1924)

Mittwoch, 26. Juni 2024, 19 Uhr

Kafkas Werke beschreiben eine Welt, in der nichts verlässlich ist, in der sich Ordnung immerzu auflöst und das Vertrauteste plötzlich fremd werden kann. Wir wissen heute, dass dies keine Vision war, sondern gelebte Erfahrung. Kafka wuchs auf in einem Spannungsfeld zwischen Deutschen und Tschechen, zwischen orthodoxem, liberalem und zionistisch gesinntem Judentum, in dem die Frage der Identität fortwährend neu verhandelt wurde. Hinzu trat eine unglückliche familiäre Konstellation, die Kafka in die Rolle eines sozialen Zaungasts drängte. Gibt es überhaupt eine menschliche Gemeinschaft, so fragte er sich, zu der ich im tiefsten Sinn des Wortes „gehöre“? Weiterlesen »

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