Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Hier finden Sie die Manuskripte und Abschriften gehaltener Reden. (Es gilt das gesprochene Wort.)

Weitere Redebeiträge erhalten Sie auf Anfrage, E-Mail an presse@ikg-m.de.

München/Fürstenfeldbruck, 5.9.2012:
Redebeitrag von Frau Dr. h.c. Charlotte Knobloch (PDF) anlässlich der Gedenkveranstaltung für die Opfer und deren Angehörige sowie für die Überlebenden des Attentates auf die israelische Olympiamannschaft von 1972 in Fürstenfeldbruck am 5. September 2012, 16 Uhr

München, den 30. April 2010:
Grußwort für die Gedenkveranstaltung anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg am 25. April 2010
Die Rede von Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, finden Sie hier (PDF-Datei).

München, Dezember 2008:
Grußbotschaft der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, an die Bürger und politisch Verantwortlichen der Bundesrepublik Deutschland

Gute Gelegenheiten soll man nutzen, um zu danken, sich Gutes zu wünschen und Hoffnungen auszudrücken: Das jüdische Chanukka- und das christliche Weihnachtsfest sowie der kalendarische Jahreswechsel sind solche guten Gelegenheiten.
Wir Juden danken den Bürgern und Politikern der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2008. Es hat Juden und Nichtjuden einander noch nähergebracht.
Gemeinsam haben wir den 60. Geburtstag des Jüdischen Staates, Israel, gefeiert.
Wir wissen: Israels Politik ist – aus unserer Sicht leider und weil oft missverstanden – umstritten. Doch die grundsätzliche Verbundenheit vieler Bürger und Politiker mit Israel haben wir freudig registriert; nicht zuletzt das uneingeschränkte Bekenntnis der Bundeskanzlerin zur Existenzberechtigung des Jüdischen Staates. Danke, Deutschland.
Sie wissen: Wir sind engagierte, loyale und gute Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland. Sie verstehen aber sicher auch unsere besondere Verbundenheit mit Israel. Für uns ist Israel kein „Land wie jedes andere“, auch als Bürger Deutschlands.
Gemeinsam haben wir nicht nur des Lichtes, sondern auch der tiefen Schatten gedacht: der 70. Wiederkehr der sogenannten „Reichskristallnacht“. Sicher haben viele wie wir empfunden: Das gemeinsame Gedenken, das gemeinsame Nachdenken über die verbrecherische NS-Vergangenheit hat uns nicht voneinander getrennt. Im Gegenteil: Juden und Nichtjuden haben erleichtert und dankbar festgestellt: Was uns damals trennte, eint uns heute, denn heute teilen wir dieselben Wertvorstellungen von Menschlichkeit und Demokratie, Toleranz und Akzeptanz.
Gemeinsam wollen wir, gerade in der gegenwärtigen Krise, unser demokratisches Deutschland stabilisieren.
Dafür wünschen wir uns nicht nur wirtschaftliche Erholung, sondern weiter feste Grundsätze. Dazu zählt: Die Bundesrepublik Deutschland ist eine wehrhafte Demokratie. Feinde der Demokratie können und dürfen nicht mit Toleranz oder gar Akzeptanz rechnen. Das gilt vor allem für Rechtsextremisten. Dass die NPD Bürgergelder in Form von Steuern genießt, ist nicht nur fürs uns unerträglich. Null-Toleranz gegen Rechts – aber auch gegen Terror jedweder Couleur und Herkunft, nicht zuletzt gegen den islamistischen Terror.
Die Gefahr ist real, nicht eingebildet. Bombay hat uns schmerzlich daran erinnert: Nur weil wir Juden sind, sollen wir Opfer sein. Wir erwarten und sind sicher, dass Bürger und Politik Deutschlands uns weiter schützen, weil wir, wie alle Menschen, ein Recht auf Leben haben. Uns das zu sichern, ist kein Gnadenakt, sondern menschliche Selbstverständlichkeit.
Die Gefahr ist real, nicht eingebildet. Passau, das Verbrechen am Polizeipräsidenten, hat uns alle daran erinnert: Demokraten und die Demokratie müssen agieren, nicht nur reagieren.
Hierbei stehen wir, wie immer, Seite an Seite mit allen demokratischen Bürgern und Politikern Deutschlands. Wir schauen nicht zu, wir machen mit, denn 2008 hat uns allen gezeigt: Der Kampf gegen Unmenschlichkeit verbindet Menschen, die vor allem dies wollen: Miteinander in Frieden leben.
Wir wünschen Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Kalenderjahr
Charlotte Knobloch

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Aktuelle Veranstaltungen


So. 28.10.2018 | 19. Cheschwan 5779

Kulturzentrum

»Der Apfelbaum« – Buchpräsentation mit Christian Berkel

Beginn 17:00

Buchcover „Der Apfelbaum“

Einspielung aus »Guardians of Heritage – Hüter der Geschichte«
Dokumentation (Deutschland 2017), worin Christian Berkel zur Spurensuche nach seinen jüdischen Vorfahren  nach Lodz  und Jerusalem reiste.

»Jahrelang bin ich vor meiner Geschichte davongelaufen. Dann erfand ich sie neu.«

Christian Berkel © HISTORY

Der Schauspieler Christian Berkel, 1957 in West-Berlin geboren, ist für seinen ersten Roman den jüdischen Wurzeln seiner Familie nachgegangen. Im Dialog mit seiner Mutter sucht der Erzähler über drei Gene­rationen zwischen Ascona, Berlin, Madrid, Paris, Leip­zig, Moskau und Buenos Aires nach den Puzzle-Teilen seiner Herkunft.

Berkel, der in vielen europäischen Filmen und Hollywood-Blockbustern wie »Inglourious Basterds« von Quentin Tarantino mitwirkte, ist seit 2006 auch in der ZDF-Serie »Der Kriminalist« zu sehen.

Moderation: Emanuel Rotstein (Director Production für die Sender HISTORY und A&E)

Emanuel Rotstein © Gert Krautbauer für HISTORY

Eintritt: 8,– Euro/6,– Euro
(Schüler, Studenten & Münchenpass-Inhaber frei)
Anmeldung  unter Telefon (089)202400-491 oder per E-Mail karten@ikg-m.de

Veranstalter: Kulturzentrum der Israelit. Kultusgemeinde in Kooperation mit History Channel und Ullstein-Verlag
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18

So. 04.11.2018 | 26. Cheschwan 5779

Kulturzentrum

Eis am Stiel. Von Siegern und Verlierern Oder Die Bittersüße Geschichte einer unendlichen Filmproduktion

Beginn 17:00

Filmvorführung und Gespräch

Eric Friedlers Film überrascht mit einer Annäherung an die Erfolgskinoreihe »Eis am Stiel« aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Sie befeuerte weltweit Teenager-Sehnsüchte. Das Rezept »Boy meets Girl« korrespondierte zur sexuellen Revolution und dem zunehmend freizügigen Umgang mit Sexualität in der Gesellschaft. Doch nur wenigen Zuschauern war bewusst, dass dieser Publikumsrenner aus Israel kam und das Image Israels im Rest der Welt nachhaltig und durchaus positiv beeinflusste. Was wurde aus den drei Jungs »Johnny, Benny und Momo«? Die Dokumentation zeigt die Gewin­ner und Verlierer des internationalen Erfolgs 40 Jahre später und die späte Auseinandersetzung mit dem unverhohlenen Sexismus jener Jahrzehnte. Friedler läßt u.a. die Produzenten Yoram Globus und Menahem Golan und Regisseur Boaz Davidson zu Wort kommen.

Eric Friedler (* 1971 in Sydney) gehört zu den wichtigsten Dokumentarfilmregisseuren in Deutschland.

Eric Friedler © NDR

Für seine mutigen und filmisch innovativen Werke wurde er international und national ausgezeichnet, u.a. mehrfach mit dem Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Auch als Redakteur hat er für die ARD etliche preisgekrönte Dokumentar-, Spiel- und Fernsehfilme entwickelt und betreut. 2011 übernahm er die Leitung der renommierten Abteilung Sonderprojekte für Dokumen­tarfilm und Dokudrama beim NDR.  Zu seinen Produktionen zählen Zeugen aus der Todeszone. Über das jüdische Sonderkommando in Auschwitz (2000), Das Schweigen der Quandts (2007), Berlin 36 (2009), Aghet – Ein Völkermord (2010), The Voice of Peace – Der Traum des Abie Nathan (2013), Der Clown (2015) und jüngst It must schwing – The Blue Note Story (2018).

 

Eintritt: 8,– Euro/6,– Euro, für Schüler, Studenten und Münchenpass-Inhaber frei
Anmeldung  unter Telefon (089)202400-491 oder per E-Mail karten@ikg-m.de

Veranstalter: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München & Oberbayern
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18

Pubertät in Tel Aviv. Filmszene aus »Eis am Stiel« © NDR / Studio Hamburg

Fr. 09.11.2018 | 1. Kislew 5779

Arbeitsgruppe "Gedenken an den 9. November 1938"

Gedenken an den 9. November 1938 – „Jeder Mensch hat einen Namen“

Beginn 9:00

Öffentliche Namenslesung, 9:00 bis 12:30 Uhr

am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße (hinter dem Künstlerhaus)

Gedenkstunde im Saal des Alten Rathauses, 13-15 Uhr

mit Ansprachen von

Dieter Reiter
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München

Dr. Markus Söder
Ministerpräsident des Freistaats Bayern

Dr. h.c. Charlotte Knobloch
Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Teilnahme nur für geladene und angemeldete Gäste

 

Der Gedenktag steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dieter Reiter.

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