Pressemitteilung
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26. Januar 2018
27. Januar: Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus | Knobloch: „Erinnern in der Verantwortung für die Zukunft“
München, 25.01.2018. Am 27. Januar wird in Deutschland und weltweit der Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere des Holocaust, der systematischen, akribisch geplanten und industriell betriebenen Vernichtung der europäischen Juden, gedacht.
Zum 73. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz rückt Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und Commissioner for Holocaust Memory des World Jewish Congress, die Bedeutung von Gedenken und Erinnern für unsere Gegenwart in den Mittelpunkt:
„Wir stehen an der Schwelle zu der Zeit ohne Zeitzeugen, ohne Erlebnisgeneration. Mit den Zeitzeugen verliert die Welt den unmittelbaren Bezug zur Vergangenheit. Dieser Verlust stellt die Generation der Nachgeborenen, die Erkenntnisgeneration, vor die gewaltige Aufgabe, unsere gewachsene Kultur des Gedenkens und der Erinnerung an das singuläre Menschheitsverbrechen klug und nachhaltig weiterzuentwickeln. Die Heutigen müssen die Botschaft der Überlebenden beherzigen und bewahren und sich ihrer Verantwortung bewusst sein – im Gedenken an die Opfer und in der Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft unserer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft. Doch unser Alltag zeigt: Das ist nicht im erforderlichen Maß der Fall.“
„Anders ist es mir nicht zu erklären,“ so die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland weiter, „dass eine sich offen rechtsradikal und rassistisch gerierende, völkisch-nationalistische Kraft, die geschichtsklitternde Antisemiten und Holocaustleugner in ihren Reihen nicht nur duldet, sondern hält, zur drittstärksten Partei in unserem Land werden konnte.
Anders ist es mir nicht zu erklären, dass Antisemitismus hierzulande wieder ein Ausmaß angenommen hat, das die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland ernsthaft gefährdet. Das Phänomen breitet sich seit Jahren im rechtsextremen wie im linken Spektrum aus und ist auch in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt. Hinzu kommt der regelrechte Judenhass, der unter hier lebenden Muslimen herrscht und aus dem arabischen und muslimischen Ausland bestärkt wird.“
Knobloch weiter: „Aus diesem Grund fordere ich eine Evaluierung der bestehenden Lehrpläne, der erinnerungskulturellen Maßnahmen, der Module in der politischen Bildung und nicht zuletzt der Integrationskurse. Jeder, der in Deutschland lebt, muss wissen, dass er in einem Land mit besonderer Vergangenheit lebt.
Nachhaltiges, kluges Erinnern schlägt eine Brücke in die Gegenwart und geht mit Erkenntnissen einher, mit klaren Grundsätzen für unser Denken und Handeln im Heute. Wer sich nicht erinnern will, wer nicht bereit ist, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, läuft Gefahr, die Fehler von einst zu wiederholen – mit aller zerstörerischen Wirkung für Menschenleben, Freiheit und Demokratie.“
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Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786
Kultur
„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr
Moderation: Ellen Presser
Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.
Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
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