Neue Heimat am St.-Jakobs-Platz
Am 9. November 2006 wurde die neue Münchner Hauptsynagoge Ohel Jakob am St.-Jakobs-Platz 18 eingeweiht. Wenig später wurde dort das angrenzende Gemeindehaus eröffnet, in dem sich heute der Sitz der Kultusgemeinde befindet. Für das urbane, kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt wie für die Gemeinde selbst war die Errichtung des neuen Jüdischen Zentrums, bestehend aus Hauptsynagoge, Gemeindehaus, Kulturzentrum und Jüdischem Museum, ein Impuls von historischer Bedeutung. Ein Gang der Erinnerung, der unterirdisch das Gemeindehaus mit der Hauptsynagoge verbindet, ist ein Ort des Gedenkens an die rund 4.500 Münchner jüdischen Glaubens, die von den Nationalsozialisten ermordet worden waren. Der Bau des Jüdischen Zentrums inmitten der Stadt hat dem jüdischen Leben in München wieder den Stellenwert gegeben, den es vor seiner Vernichtung hatte.
Die Gemeinde verfügt über alle Institutionen und die nötige Infrastruktur, um den Erhalt der jüdischen Tradition sowie die Religionsausübung der Münchner Juden zu gewährleisten. Die IKG unterhält dazu in der Stadt drei Synagogen, zwei Mikwaot (rituelle Tauchbäder), eine koschere Metzgerei, ein koscheres Restaurant, einen Kindergarten, eine Grundschule mit Hort, ein Jugend- und Kulturzentrum, ein Seniorenheim, eine Bibliothek, eine Integrationsabteilung für Neuzuwanderer aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, eine Sozialabteilung und zwei Friedhöfe.
Die Israelitische Kultusgemeinde umfasst als Einheitsgemeinde jüdische Mitglieder jeglicher religiöser Ausrichtung und wird gemäß den Regeln der Halacha, dem jüdischen Religionsgesetz, geführt.
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | Gesamt (ca.) | Juden | Anteil in % |
|---|---|---|---|
| 1750 | 32.000 | * 20 | 0,006 |
| 1810 | 41.000 | * 380 | 0,9 |
| 1875 | 193.000 | 3475 | 1,8 |
| 1900 | 500.000 | 8739 | 1,7 |
| 1910 | 590.000 | 11.083 | 1,9 |
| 1933 | 735.000 | 9005 | 1,2 |
| 1939 | 829.000 | 4535 | 0,5 |
| 1945 | 674.000 | ** 84 | |
| 1946 | 752.000 | *** 7445 | 0,9 |
| 1970 | 1.312.000 | 3567 | 0,3 |
| 1990 | 1.278.000 | 2284 | 0,2 |
| 2005 | 1.288.000 | 4236 | 0,3 |
Quellen: Statistisches Amt München, Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, “Jüdisches München” (siehe Literatur)
* ”Jüdisches München”/ ** Direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs (Quelle: “Jüdisches Leben in München”, siehe Literatur)/ *** einschließlich so genannter Displaced Persons (nach dem Krieg aus Osteuropa nach München geflohene Juden)/ Bei den jüngsten Zahlen für die jüdische Bevölkerung sind nur Kirchensteuer-Zahler berücksichtigt.
Literatur (Auswahl)
- Bauer, Richard und Michael Brenner (Hg.): Jüdisches München. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 2006, C.H. Beck Verlag, München, 288 Seiten, ISBN: 978-3-406-54979-3
Das von Richard Bauer und Michael Brenner 2006 herausgegebene Buch “Jüdisches München” ist die erste umfassende Darstellung zu diesem Thema. - Heusler, Andreas: Das Braune Haus. Wie München zur “Hauptstadt der Bewegung” wurde, 2008, Deutsche Verlags-Anstalt, München, 384 Seiten, ISBN: 978-3-421-04352-8
- Jüdisches Leben in München. Lesebuch zur Geschichte des Münchner Alltags. Geschichtswettbewerb 1993/94 (hrsg. von der Landeshauptstadt München), 1995, Buchendorfer Verlag, München, 274 Seiten, ISBN: 978-3-927984-38-7
- Lamm, Hans: Von Juden in München. Ein Gedenkbuch,1959, Ner-Tamid-Verlag, München, 406 Seiten (nicht mehr im Buchhandel)
- München arisiert. Entrechtung und Enteignung der Juden in der NS-Zeit (hrsg. von der Landeshauptstadt München), 2004, C.H. Beck Verlag, München, 280 Seiten, ISBN: 978-3-406-51756-3
- Schwarz, Stefan: Die Juden in Bayern im Wandel der Zeiten, 1963, Olzog-Verlag, München, 368 Seiten (nicht mehr im Buchhandel)
- Seligmann, Rafael: Der Musterjude. Roman, Ersterscheinung: 1997, Claassen-Verlag, Hildesheim, ISBN: 978-3-423-13668-6 (dtv-Taschenbuch)
- Treml, Manfred (Hg.): Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Bd. 1: Aufsätze, 614 Seiten. Bd. 2: Lebensläufe, 328 Seiten, 1988, K.G. Saur Verlag, München (nicht mehr im Buchhandel)
- BR Dossier “Juden in München.Annäherungen an eine Normalität”, br-online.de
- juedischeszentrumjakobsplatz.de
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Der 2. Teil der Tagung zur Deutsch-Russischen Geschichts-Aufarbeitung findet am 24./25. Mai am Institut für Zeitgeschichte statt. Weitere Informationen unter deutsch-russische-geschichte.de. Weiterlesen »
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