Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

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9. September 2016

München hat ab Dienstag wieder ein jüdisches Gymnasium | Knobloch: „Ein wichtiges Signal für München und Deutschland!“

München, 9.9.2016. Wenn am kommenden Dienstag in Bayern nach den Sommerferien wieder der Unterricht beginnt, werden erstmals seit 65 Jahren Kinder auch wieder ein jüdisches Gymnasium besuchen: Am 13. September 2016 startet das Jüdische Gymnasium München – mit einer fünften Klasse im Jüdischen Gemeindezentrum am St.-Jakobs-Platz. Damit wird für die jüdische Gemeinde ein Traum wahr – auch für Präsidentin Dr. h.c. Charlotte Knobloch: „Von dem Jüdischen Gymnasium München geht das Signal aus: Die Münchner jüdische Gemeinde ist auf Dauer ein fest verwurzelter, selbstverständlicher Bestandteil unserer Stadt. München ist für junge jüdische Familien und ihre Kinder eine Heimat mit Zukunft. Das ist ein wichtiges Signal für München und Deutschland!“

Mit dem Jüdischen Gymnasium eröffnet die Kultusgemeinde einen durchgehenden Bildungsweg im jüdischen Profil vom Kindergarten bis zum Abitur. Knobloch weiter: „Es ist ein Anfang und ich bin sicher, dass das Jüdische Gymnasium München Schritt für Schritt ein Erfolg wird – so wie unsere Kinderkrippe, der Kindergarten und die Sinai-Grundschule, die einen hervorragenden Ruf haben und bei den Eltern im Großraum München sehr gefragt sind. Wir haben ein hervorragendes und höchst engagiertes Kollegium, ein tragfähiges Konzept – und vor allem in unserer Gemeinde und unserer Stadt viele fantastische, kluge und begabte Kinder. Ihnen und ihren Eltern wollen wir die Chancen, die das Jüdische Gymnasium bietet, unbedingt ermöglichen.“

Knobloch betont: „Das Jüdische Gymnasium München stellt als in Bayern einzigartige jüdische Konfessionsschule eine Bereicherung der Gymnasiallandschaft in der Landeshauptstadt dar. Hier können Kinder und Jugendliche in der Tradition des Judentums aufwachsen, ihre jüdische Identität entwickeln und entfalten und zugleich in dem Bewusstsein aufwachsen, Teil der Münchner und bayerischen Kultur und Gesellschaft zu sein. Zudem bietet das Gymnasium jüdischen wie nicht-jüdischen Kindern die Möglichkeit, internationale, interkulturelle und interreligiöse Begegnung im Schulalltag zu erleben und die für unsere Demokratie grundlegende Haltung des Respekts vor anderen Kulturen und Religionen von klein auf zu leben. Insofern ist das Jüdische Gymnasium auch eine Schule der Demokratie.“

Das Jüdische Gymnasium München ist ein staatlich genehmigtes, gebundenes Ganztages-Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlich-technologischer Ausrichtung. Das jüdische Profil des Konfessionsgymnasiums kommt in den Fächern „Israelitische Religionslehre“, „Hebräisch“ und „Jüdische Literatur und Geschichte“, insbesondere jedoch in den gelebten Werten und Traditionen der jüdischen Kultur und Religion zum Tragen. Das Jüdische Gymnasium München steht – wie alle Bildungseinrichtungen der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (Kindergarten, Sinai-Grundschule) – auch nicht-jüdischen Kindern offen.
Geleitet wird das Gymnasium von Dr. Miriam Geldmacher, Gymnasiallehrerin für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde und Akademische Oberrätin am Lehrstuhl für die Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur der Ludwig-Maximilians-Universität München, als Schulleitung und Marcus Schroll, der – wie auch an der Sinai-Grundschule – für den jüdischen Bereich verantwortlich zeichnet.

Hintergrund: Das Jüdische Gymnasium München kann auf eine Vorgängerinstitution zurückblicken: Im Mai 1946 eröffnete in der Neuberghauserstraße 11 in München ein jüdisches Gymnasium, an dem ab 1947 auch Abiturprüfungen abgelegt wurden. München war nach dem Krieg zu einem Zentrum der Holocaust-Überlebenden und Displaced Persons geworden, für die meisten eine Durchgangsstation vor der Auswanderung nach Palästina, später Israel, in die USA und andere Länder. Nach mehreren Auswanderungswellen gingen die Mitgliederzahlen der Münchner Kultusgemeinde zu Beginn der 50-er Jahre zurück, so dass das Jüdische Gymnasium geschlossen wurde. Nach fast drei Jahrzehnten des Wachstums – heute hat München die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Deutschland – knüpft die Kultusgemeinde mit der Eröffnung des eigenen Gymnasiums im Jahr 2016 an diese gute Bildungstradition an.

Weitere Infos finden Sie in der Broschüre „Jüdisches Gymnasium München“ (PDF)

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Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 20.05.2026 | 4. Siwan 5786

Kultur

„Die neue autoritäre Linke. Eine akute Bedrohung für die demokratische Gesellschaft“ von und mit dem Autor Nicholas Potter

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch
Mittwoch, 20. Mai 2026, 19 Uhr

Moderation: Shahrzad Eden Osterer (BR)

Mit seinen Recherchen und Reportagen richtet Nicholas Potter, Journalist und »taz«-Redakteur, einen eindringlichen Weckruf an die demokratische Gesellschaft, gegenüber jeglicher Form autoritären Denkens und politischen Extremismus‘ wachsam und mutig zu sein. Auf Demonstrationen, an Hochschulen, in den sozialen Medien und Subkulturen ist insbesondere nach dem 7. Oktober 2023 eine Radikalisierung am Werke, die andere Meinungen verbal und ihre Vertreter körperlich attackiert. Potter, selbst ins Fadenkreuz dieser Szene geraten, zeichnet ein eindrückliches Bild der neuen autoritären Linken, ihrer Netzwerke und Ideologie. Weiterlesen »

Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786

Kultur

„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia

Beginn 19:00

Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr

In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil.  In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »

Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786

Kultur

Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr

Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.

Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »

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