Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

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13. Oktober 2015

Mitzvah Day in der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern: Vorstand beschließt Besuch in Flüchtlingseinrichtung und Fest zu Chanukka

München,13.10.2015. Vertreter des Vorstands der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern wollen am 15. November – dem sogenannten Mitzvah Day* – eine  Flüchtlingseinrichtung besuchen. Des Weiteren veranstaltet die Gemeinde zu Chanukka einen „Bunten Abend“ für Polizeibeamte und -beamtinnen und freiwillige Flüchtlingshelfer, darunter auch Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Das beschloss der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde bei seiner Sitzung am Montagabend.

„Unser Land steht vor einer enormen Herausforderung“, erläutert Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde die Beschlüsse. „Die Stadt München war und ist besonders gefordert. Wir waren als jüdische Gemeinde sehr bewegt von der überwältigenden menschlichen Wärme, die in den letzten Wochen in der Weltstadt mit Herz zu spüren war. Daher ist es uns ein Bedürfnis, den Polizeibeamtinnen und -beamten sowie auch freiwilligen Helfern zu danken, die täglich an der Belastungsgrenze Herausragendes leisten. Zugleich ist uns sehr daran gelegen, dass die Neuankömmlinge so schnell wie möglich die Erfahrung machen, dass wir in Deutschland ein friedliches Miteinander leben, das von gegenseitigem Respekt getragen ist.“

Knobloch weiter: „Es gibt auch in der jüdischen Gemeinschaft skeptische Stimmen angesichts der zum Teil extremen antisemitischen Einstellungen, die in den Heimatländern der meisten Flüchtlinge die Sozialisierung prägen. Einen weiteren Anstieg von Judenfeindschaft und Hass kann sich unser Land nicht leisten.“

Bereits heute, das belegten nicht erst die antisemitischen Exzesse im letzten Jahr, sei der Antisemitismus hierzulande wieder salonfähig, konstatiert die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Die Flüchtlinge müssen lernen, was es bedeutet in einer liberalen und offenen Gesellschaft zu leben. So selbstverständlich es unsere menschliche Pflicht ist zu helfen, so selbstverständlich müssen wir von den hierher Geflüchteten fordern, sich zu integrieren. Ganz oben muss dabei die Integration in unsere Werteordnung stehen, einhergehend mit dem Erlernen der Sprache, der Eingliederung in unser Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt. Wer bei uns und mit uns leben möchte, muss beweisen, wirklich in Deutschland ankommen zu wollen – also auch und gerade in unserer Wertegemeinschaft, die keine Abstriche bei Freiheitlichkeit und Rechtsstaatlichkeit toleriert.“ 

 

*Der Mitzvah Days (Tag der guten Tat) basiert auf zentralen jüdischen Werten wie Nächstenliebe, Gerechtigkeitsstreben, Mildtätigkeit und Umweltschutz. Diese Werte sollen im Alltag verwirklicht werden. Das Konzept eines Mitzvah Days entstand vor über 20 Jahren in den USA. An einem festgelegten Tag im Jahr soll mit besonderen Aktionen der Fokus auf diese Werte gelenkt werden. In diesem Jahr begehen die jüdischen Gemeinden bundesweit den Mitzvah Day am 15. November.

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Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786

Kultur

„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia

Beginn 19:00

Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr

In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil.  In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »

Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786

Kultur

Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr

Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.

Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »

Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786

Kultur

Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“

Beginn 18:15

Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr

Vortrag in jiddischer Sprache

  • Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
  • Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »

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