Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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1. April 2016

ZumTod von Hans-Dietrich Genscher | Charlotte Knobloch: „Europa und die Verständigung zwischen Ost und West lagen ihm bis zuletzt am Herzen“

München, den 1.4.2016.  Mit großer Trauer hat Dr. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die Nachricht vom Tode des ehemaligen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher aufgenommen. Charlotte Knobloch: „Mit Hans-Dietrich Genscher trauern wir um eine der großen Persönlichkeiten unseres Landes, die über Jahrzehnte und in historischer Zeit die Geschicke der Bundesrepublik Deutschland und Europas gestaltet und geprägt hat.

Vor dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte lag ihm bis zuletzt vor allem die Verständigung zwischen Ost und West am Herzen, zu der er vor allem nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs entscheidend beigetragen hat. Sein außerordentliches Geschichtsbewusstsein war stets bestimmend für sein politisches Handeln. Unser aufrichtiges Mitgefühl gehört seiner Frau und Familie.“

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats weiter: „Für die jüdische Gemeinschaft wird sein – am Ende vergebliches – Bemühen unvergessen bleiben, während der Olympischen Spiele 1972 die israelischen Geiseln aus der Hand der palästinensischen Terroristen zu befreien, indem er sich selbst als Geisel anbot. Dass er diese Menschen nicht retten konnte, hat ihn als Menschen zeit seines Lebens tief geschmerzt. Aus dem tödlichen Versagen der Sicherheitsbehörden hat er als Politiker die Konsequenzen gezogen und die Gründung der Anti-Terror-Einheit GSG 9 veranlasst.“

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Aktuelle Veranstaltungen


Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786

Kultur

„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia

Beginn 19:00

Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr

In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil.  In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »

Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786

Kultur

Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr

Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.

Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »

Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786

Kultur

Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“

Beginn 18:15

Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr

Vortrag in jiddischer Sprache

  • Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
  • Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »

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