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5. Juli 2018

Zum Tode von Claude Lanzmann – Knobloch: „Ein Kämpfer gegen das Vergessen“

München, 5.7.2018.  Im Alter von 92 Jahren ist heute der Regisseur und Filmproduzent Claude Lanzmann gestorben. Dazu Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern: „Mit großer Trauer habe ich heute vom Tode von Claude Lanzmann erfahren. Mit ihm ist heute eine der wichtigsten Stimmen des Holocaustgedenkens für immer verstummt, sein Ableben hinterlässt eine schmerzliche Lücke in der Erinnerungsarbeit und in der europäischen Kultur ganz allgemein.“

In seinem langen Leben habe Lanzmann zahlreiche Kämpfe ausgefochten, so die Präsidentin weiter: „Als junger Mann kämpfte er in Frankreich gegen die Nazis, in späteren Jahren als Journalist und an der Kamera gegen das Vergessen und gegen einen wiederaufflammenden Antisemitismus. Das Gedenken an den Holocaust, so wie wir es am Ende des 20. Jahrhunderts kannten, hat er entscheidend geprägt.“
Knobloch verwies hier insbesondere auf Lanzmanns Opus Magnum Shoah von 1985: „Dieser Film ist auch heute noch so monumental wie eindrücklich, und sein Einfluss auf das kulturelle Gedächtnis und auf die Erinnerungsarbeit sind kaum zu überschätzen. Ihm ist es zu verdanken, dass der Begriff ‚Shoah‘ heute in Europa überhaupt bekannt ist.“

Auch andere Werke Lanzmanns haben kulturprägende Wirkung entfaltet und Diskussionen angestoßen, wie Knobloch weiter betonte. „Noch in späten Jahren hat Lanzmann mit Der Letzte der Ungerechten das Thema Holocaust und Erinnerung erneut aufgegriffen.“ Außerdem sei er es gewesen, der 1973 mit Warum Israel das erste große Porträt des noch jungen jüdischen Staates geschaffen habe, das bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.

„Claude Lanzmann hinterlässt ein gewaltiges Werk und ein enormes Vermächtnis. Es ist nun an uns, seinen Einsatz gegen das Vergessen fortzuführen und gemeinsam gegen Antisemitismus einzustehen.“

 

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