Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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13. Januar 2014

Zum Tod von Ariel Scharon

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat mit Trauer und Nachdenklichkeit auf den Tod des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon reagiert: „Mit Scharon verlieren Israel und die Welt einen besonderen Menschen. Wenn er seinen Weg hätte zu Ende gehen dürfen, gäbe es heute vielleicht Frieden in der Region.“

„Zwar galt er  als Hardliner, war aber viel zu klug und erfahren, um zu verkennen, dass Frieden und Sicherheit einander bedingen. Daher war er zu Versöhnung und sogar schmerzhaften Kompromissen bereit, um der Einigung den Weg zu ebnen“, so die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland weiter.

Knobloch: „Sowohl im Militär als auch in der Politik hatte er höchste Ämter inne und erwarb sich auf beiden Feldern enorme Verdienste um den Staat Israel und dessen Menschen.

Ariel Scharon hat sich Frieden zur Lebensaufgabe gemacht. Ihm traute man zu, den Ausweg aus Krieg und Terrorangst zu kennen. Es ist sehr bedauerlich, dass er seine Pläne und seine politische Agenda nicht vollenden und verwirklichen konnte. Sein Weg, den er bereits früh einschlug, hätte zu nachhaltigem Frieden für Israel führen können.

Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl gelten seiner Familie und Angehörigen, die einen liebenden und geliebten Menschen verabschieden müssen – sowie dem ganzen israelischen Volk, das einen Hoffnungsträger und ein Symbol der Stärke verliert.“

Pressemitteilung (PDF-Download)

Ariel Scharon, sel.A.

Trauerfeier in der Knesset

Abschied von Israels Ex-Premier Scharon

Israel verabschiedet sich mit einer Trauerfeier im Parlament von seinem früheren Ministerpräsidenten Scharon. Bei der Zeremonie in der Knesset in Jerusalem werden zahlreiche ausländische Gäste erwartet. Am Nachmittag wird Scharon auf seiner Farm im Süden des Landes mit militärischen Ehren bestattet. Von Tim Aßmann, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv, erschienen auf tagesschau.de, 13.1.2014.

Die Trauerfeierlichkeiten werden in Israels Parlament, der Knesset, beginnen. Dort werden neben Familienangehörigen von Ariel Scharon unter anderem auch US-Vizepräsident Joe Biden, Israels Staatspräsident Schimon Peres und Premier Benjamin Netanjahu sprechen.

Der Ministerpräsident hatte am Vortag nach einer Schweigeminute im Kabinett erneut die Leistungen von Ariel Scharon gewürdigt: „Er stand für eine Generation jüdischer Krieger die die Unabhängigkeit für unser Volk errangen. Er war mit dem Land untrennbar verbunden und wusste, dass es verteidigt werden musste.“

Der Sarg mit dem Leichnam Ariel Scharons war gestern auf dem Platz vor der Knesset aufgebahrt. Tausende kamen und erwiesen dem ehemaligen General, Minister und Premier die letzte Ehre.

„Es ist nicht leicht für den Staat Israel. Scharon war ein guter General, der für sein Land kämpfte“, sagt ein Mann. Ein anderer meint: „Ich glaubte immer an ihn, an seinen Weg. Er war ein militärischer Führer, ein großer Mann. Er tat, was er für richtig hielt, nicht so wie andere Volksvertreter, die nur reden und nichts tun. Er entschied und handelte, bis er erreicht hatte, was er wollte.“

Der Trauernde vor der Knesset spricht für viele seiner Landsleute. Für sie war Ariel Scharon ein Politiker, der sich gegen alle Widerstände durchsetzte – der geborene Anführer. Eine solche Führungspersönlichkeit fehlt nach Auffassung vieler Israelis in der aktuellen politischen Klasse des Landes.

Die Anteilnahme im Land ist groß. Das Fernsehen berichtet stundenlang in Sondersendungen. Die Medien erinnern an einen Mann, der zeitlebens polarisierte.

Und so fallen nun auch die Reaktionen auf seinen Tod völlig unterschiedlich aus: Die Israelis sehen in Scharon den Kriegshelden mit enormen Verdiensten für sein Land. Für die Palästinenser ist Scharon ein Kriegsverbrecher. So sieht es auch ein Mann aus Hebron im Westjordanland: „Wie alle Palästinenser bin auch ich froh und hoffe, dass nach Scharon auch Netanjahu stirbt und jeder andere, der Israel führt.“

An Ariel Scharons Beisetzung nehmen auch internationale Gäste teil, allerdings keine Staats- und Regierungschefs bedeutender Nationen. Deutschland wird durch Außenminister Frank-Walter Steinmeier vertreten, der am Vorabend in der Region eintraf – zu einer schon länger geplanten Nahost-Visite

„Israel hat einen nicht nur weltweit bekannten Politiker verloren, sondern jemand, der als Soldat und als Politiker für seine Heimat gekämpft hat und deshalb bin ich froh, dass nicht nur Deutschland vertreten ist, sondern dass ich selbst dabei sein kann.“

Steinmeier möchte während des Besuchs auch Gespräche mit Israelis und Palästinensern über eine Zwei-Staaten-Lösung führen. Mit Blick auf den jüngsten Vorstoß von US-Außenminister Kerry sagte er, die Chance auf eine Einigung bestehe.

Scharon wird am Nachmittag beigesetzt. Seine letzte Ruhestätte findet der Ex-Premier auf seiner Farm im Süden des Landes.

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Aktuelle Veranstaltungen


So. 06.09.2026 | 24. Elul 5786

Kultur

»Nicht«. Ein Abend mit Dror Mishani

Beginn 17:00 Uhr:

Buchpräsentation und Gespräch zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur

Moderation: Richard C. Schneider (Journalist und Sachbuchautor)
Lesung: Robert Dölle (Residenztheater)
Sprachen: Englisch & Deutsch (mit einer Lesekostprobe auf Hebräisch)

Ursprünglich erwartete das IKG-Kulturzentrum den Schriftsteller Dror Mishani bereits im Juni 2025 zur Vorstellung von »Fenster ohne Aussicht. Tagebuch aus Tel Aviv«, entstanden nach dem 7. Oktober 2023. Der am 13. Juni 2025 ausgebrochene israelisch-iranische Zwölftagekrieg machte diese Einladung zunichte.
Inzwischen hat Dror Mishani einen neuen Roman vollendet mit dem Titel »Nicht«. Es geht darin um Liebe: die zwischen Mann und Frau, Lebende und Erinnerte, Künstlerin und Musik, Mensch und Tier. Kann eine Lüge eine Liebe retten? Oder gewinnt das Zerstörerische darin die Oberhand? Dror Mishani ist ein Meister der Charakterstudie und weit mehr als ein Krimiautor. Er sagt: »Ich habe angefangen, Kriminalromane zu schreiben, um die Wahrheit menschlicher Gewalt zu dokumentieren und den Versuch zu unternehmen, sie zu verstehen«.

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So. 06.09.2026 | 24. Elul 5786

Kultur

Einladung zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur 2026 unter dem Motto »Liebe«

Beginn 10:00 Uhr:

»An der frischen Luft«
10:00 Uhr
Rundgang am Alten Israelitischen Friedhof
an der Thalkirchner Straße mit Ellen Presser
bereits ausgebucht

Voranmeldung für weitere Führung am
So, 25. Oktober (mit Rückbestätigung) per
E-Mail unter karten@ikg-m.de (Stichwort: Ende Sommerzeit)


»Auf jüdischen Spuren durch die Münchner Altstadt«

mit Chaim Frank
11:00 Uhr
Begrenzte Teilnehmerzahl. Beitrag 10 Euro.
Voranmeldung unter karten@ikg-m.de (Stichwort: Stadtführung)
4.09. – Treffpunkt wird mit Rückbestätigung mitgeteilt.

»Die Synagoge Ohel Jakob« (Zelt Jakobs)
von vielen Seiten«
Referentin: Dinah Zenker
Vortrag mit Besichtigung, Einlass am Synagogenportal,
ohne Voranmeldung
13:00 Uhr (Einlass ab 12:30 Uhr)
15:00 Uhr (Einlass ab 14:30 Uhr)
Beitrag 5 Euro.

Bücher- und CD-Flohmarkt
12:00 – 17:00 Uhr

»Liebe geht auch durch den Magen«
Jüdische koschere Spezialitäten
im Restaurant Einstein
12:00 – 21:00 Uhr
Tischreservierung unter www.einstein-restaurant.de

Informationen unter (089) 202 400 491
www.ikg-m.de/kulturzentrum/aktuell/

Organisation: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787

Kultur

»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer

Beginn 19:00 Uhr:

Moderation: Ellen Presser

Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.

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