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17. Januar 2012

Wie das iranische Atomprogramm aufzuhalten ist

Von der Redaktion der Jerusalem Post, erschienen auf dem Blog der Botschaft des Staates Israel in Berlin. Der Iran treibt sein Atomprogramm immer weiter voran, und es scheint im Moment keinen effektiven Weg zu geben, ihn davon abzuhalten. Sollte die derzeitige Lage weiter unverändert bleiben, sehen wir uns möglicherweise wirklich bald mit einem nuklearen Iran konfrontiert.

Mahmud Ahmadinedschad, Präsident der Islamischen Republik Iran.

Mahmud Ahmadinedschad, Präsident der Islamischen Republik Iran.

Fünf Jahre sind vergangen, seit der UN-Sicherheitsrat erstmalig den Iran zum Stopp der Urananreicherung aufgefordert hat. SSeitdem widersetzt sich die iranische Republik dem internationalen Druck und arbeitet weiter stur an ihrem Plan der Entwicklung von Atomwaffen – wie es scheint, könnten diese bereits im nächsten Jahr bereit sein.

Am 8. November 2011 veröffentlichte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) einen Bericht, in dem sie eine „ernste Sorge über die mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms“ zum Ausdruck brachte. Die jüngste Entwicklung in dem Konflikt ist die iranische Ankündigung, jetzt auch in einer neuen Einrichtung in Fordo, nahe der heiligen Stadt Qom, Uran anreichern zu wollen.

Albtraum Militärschlag

Die unmittelbar bevorstehende Eröffnung einer weiteren Anreicherungsanlage verkompliziert die militärische Lösung. Da die neue Anlage tief in der Erde, nahe einer sehr gut geschützten Militärbasis, vergraben ist, gilt sie als weitaus besser gegen Luftangriffe geschützt als die alte Uran-Anreicherungsanlage in Natanz. Und selbst wenn ein Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen erfolgreich wäre, kämen seine geopolitischen Konsequenzen einem Albtraum gleich, obwohl die Aussichten eines nuklearen Iran nicht weniger albtraumhaft wären.

Im Gegensatz dazu sind verdeckte Aktionen weitaus weniger riskant, aber auch nicht so effektiv. So hat beispielsweise die Ermordung von Mostafa Ahmadi Roshan, dem Direktor der Uran-Anreicherungsanlage von Natanz, dem Atomprogramm zweifellos einen Schlag versetzt.

Doch dieser Schlag ist, wenn überhaupt, nur vorrübergehend, da Roshan natürlich nicht die einzige Person im Iran war, die in das Atomprogramm eingeweiht ist. Und auch Aktionen dieser Art haben negative Nebenwirkungen. Sollten die USA hinter der Ermordung von Roshan stecken, könnte es für die Obama-Regierung theoretisch schwierig werden, gemeinsam mit Russland und China eine einheitliche Front gegen den Iran zu bilden. Auch sagen einige, dass gezielte Tötungen das Lager der Extremisten stärken würden. Jedoch ist es heutzutage ohnehin nahezu  unmöglich, überhaupt moderate Kräfte in der iranischen Führung auszumachen.

„Cyber-Warfare“ und andere nicht-tödliche Aktionen hingegen, so wie der Virus Stuxnet, gefährden viel weniger eine potentielle Koalition unter den USA. Und einige dieser Aktionen könnten den Iranern auch als „Unfälle“ präsentiert werden.

Wirtschaftssanktionen bisher ohne Einfluss auf iranische Atompolitik

Wirtschaftssanktionen haben bisher noch keinen Einfluss auf die iranische Atompolitik gehabt, auch wenn sie einigen Schaden angerichtet haben. Seit der islamischen Revolution von 1979 gab es in der Tat zahlreiche Versuche, die iranische Politik über  Wirtschaftssanktionen zu beeinflussen.

Auf der einen Seite haben Sanktionen dazu beigetragen, den Iran-Irak-Krieg (auch Erster Golfkrieg genannt) 1988 zu beenden. Doch andererseits wurde die iranische Wirtschaft durch Boykotte des Westens dazu gezwungen, sich an die schwierige Situation anzupassen und wirtschaftliche Beziehungen zu Russland, China und verschiedenen Süd- und Mittelamerikanischen Ländern aufzubauen.

Zeichen wachsenden wirtschaftlichen Verzweiflung

Irans Drohung, die Straße von Hormus zu schließen, könnte ein Zeichen seiner wachsenden wirtschaftlichen Verzweiflung sein. Die Iraner leiden unter Arbeitslosigkeit, Inflation und wirtschaftlicher Stagnation. Und diese Situation wird sich nur verschlechtern. Obwohl eine neue Runde von Sanktionen des UN-Sicherheitsrats durch Russland und China zunächst verhindert wurde, greifen jetzt die US- und EU-Sanktionen. Japan hat zugesagt, weniger iranisches Öl zu kaufen und Südkorea will sich nach anderen Lieferanten umsehen. Und selbst China kann Vorteile aus einer Situation ziehen, in der immer weniger Länder iranisches Öl kaufen, um so Teheran dazu zu drängen, seine Preise zu senken.

Ein neues US-Gesetz, das Geschäfte mit der iranischen Zentralbank unter Strafe stellt und ein Öl-Embargo, das von den EU-Außenministern am 23. Januar verabschiedet werden soll, könnten noch weitaus größere Auswirkungen haben.

Eine Kombination aus verdeckten Operationen, Wirtschaftssanktionen und diplomatischem Druck mit der militärischen Option auf dem Tisch ist der einzige Weg, Teheran zurückzudrängen. Und eine breite Koalition hinter den Sanktionen ist wichtig, damit diese effektiv sind.

Jerusalem Post

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Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787

Kultur

»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr

Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann

Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.

In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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