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23. Mai 2013
Wachsam bleiben
Erinnerung an Befreiung des Konzentrationslagers Dachau. Von Miryam Gümbel, 23.05.2013. »Die Erinnerung ist unsere Stärke – das Vergessen die Kraft unserer Feinde«, sagte der Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Josef Schuster, bei der zentralen Gedenkfeier zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau vor 68 Jahren. Die gesellschaftlichen Entwicklungen hätten in den letzten Jahren zunehmend die Akzente beim Gedenken verschoben.
»Nach der Befreiung der Konzentrationslager hofften nicht wenige, es würde nie wieder Krieg, Rassismus, Hass oder Antisemitismus geben. Ein Irrtum«, betonte IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch in ihrer Rede. In Anspielung auf das berühmte Zitat von William Faulkner sagte sie: »Die Vergangenheit ist nicht tot – sie ist nicht einmal vergangen.

Kränze am Mahnmal © Miryam Gümbel
An diesem Ort spüren wir, was Faulkner damit meinte. Ich wünsche mir, dass dieses Bewusstsein wieder stärker in unserer Gesellschaft zur Geltung kommt. In Form von Wachsamkeit, Nächstenliebe, Verantwortungsgefühl für unser Gegenüber, für unsere Gesellschaft und unsere Heimat, die lebens- und liebenswert für alle Menschen sein soll.«
Auseinandersetzung
Knobloch bedauerte, dass »unsere Gesellschaft sich ausgeruht hat auf dem vermeintlichen kollektiven Konsens und darauf vertraut, dass er sich automatisch erneuert. So wurde versäumt, nach neuen klugen Wegen zu suchen, um die jungen Generationen von der Aktualität des Konsenses zu überzeugen. Ihnen wurde nicht verdeutlicht, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch sie noch direkt betrifft. Ihr Leben. Ihr Hier und Heute.«
Josef Schuster hatte auf die Beschneidungsdebatte und auf den NSU verwiesen, aber auch auf eine einseitige Palästina-Ausstellung auf dem Evangelischen Kirchentag. Über die Konzentrationslager, die »die letztendliche Konsequenz von vorausgegangenem Hass und Vorurteilen« in Worten und Taten gewesen seien, sagte er: »Angesichts dessen kann man sich über die oft geäußerte Harmlosigkeit der oben skizzierten gesellschaftlichen Entwicklungen ob der Naivität und Blindheit nur wundern.«
Charlotte Knobloch plädierte dennoch dafür, weiterhin optimistisch zu sein: »Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ich will vertrauen und glauben – vor allem an die jungen Menschen. Ihnen gelten meine abschließenden Worte: Lasst euch von keinem vorgeben, wen ihr zu lieben oder wen ihr zu hassen habt!«
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Aktuelle Veranstaltungen
Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787
Kultur
»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer
Beginn 19:00 Uhr:Moderation: Ellen Presser
Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.
Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
Kultur
Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
