Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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23. Oktober 2014

Sukkot: Den Himmel im Blick

Unter dem Motto »Sukkot in den Sternen« feierte die Gemeinde das Laubhüttenfest. Von Miryam Gümbel, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen, 23.10.2014. Sukkot hat auch in diesem Jahr wieder Menschen aller Generationen zum Lernen, Feiern, zu Gesprächen und besonderen Momenten zusammengebracht.

Einer der Höhepunkte des Fests in Bayern war die gemeinsame Veranstaltung von Israelitischer Kultusgemeinde und Keren Kayemeth LeIsrael (KKL) im Gemeindezentrum unter dem Motto »Sukkot in den Sternen«.

»Der Du uns befohlen hast, in der Sukka zu sitzen«: die Laubhütte der IKG am Jakobsplatz © Marina Maisel

 

Dieses Event wurde mitgestaltet vom Jugendzentrum Neshama, Torah MiTzion und dem Unternehmen Bresser. Letzteres hatte ein mobiles Planetarium beigesteuert, in dem der Sternenhimmel in einer Projektion ganz nah rückte und ohne störende Großstadtlichter erlebt werden konnte.

Kreativ

Auf der Terrasse des Gemeindehauses war eine Sukka errichtet worden, in der sich die Gemeindemitglieder trafen. Besonders am fünften Tag von Sukkot ging es hier hoch her. Für geistige Nahrung war dabei ebenso gesorgt wie für koscheres Essen aus dem Restaurant Einstein. Verschiedene Referenten erklärten Geschichte und Bedeutung von Sukkot auf Deutsch und Russisch.

So erläuterte zum Beispiel Ittai J. Tamari vom Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der Ludwig-Maximilians-Universität München, wie das rabbinische Judentum die in der Bibel dokumentierten göttlichen Gebote und die alten Bräuche ohne Tempel und Opfermöglichkeiten kreativ interpretieren musste.

Zur Gestaltung der Sukka hatten auch die Mädchen und Jungen aus der Sinai-Grundschule mit kleinen Kunstwerken beigetragen. In der Schulaula konnten die Kinder gemeinsam mit Torah MiTzion im Rahmen eines eigenen Kinderprogramms mit Schnitzeljagd auch einen jüdischen Kalender basteln. Am sechsten und siebten Tag von Sukkot erhielten sie bei gemeinsamen Klassenbesuchen in der Sukka weitere Informationen über das Laubhüttenfest. Für die Größeren hatte das Jugendzentrum Neshama in seinen Räumen ein eigenes Programm vorbereitet.

Wüste

Besonders faszinierend war für alle Besucher der erwähnte künstliche Sternenhimmel im Hubert-Burda-Saal. Immer wieder drängten sich Kinder wie Erwachsene in das große Kunststoffgehäuse, um die Illusion des Sternenhimmels zu erleben, wie er sich einst den Kindern Israels während der Wanderung durch die Wüste präsentiert hat.

Dabei hatten die Besucher einen besonders fachkundigen Begleiter an ihrer Seite, den Astrophysiker Gernot Meiser. Er erzählte ihnen Wissenswertes über den Sternenhimmel. Er zeigte, wie man den Polarstern ausfindig macht, wie sich damit überall auf der Welt der eigene Standort bestimmen lässt, und führte die Gemeindemitglieder auf eine Reise durch das Universum. Wieder »zurück« aus dem All schlug der Referent dann auch den Bogen zur Arbeit des Jüdischen Nationalfonds KKL, der in Israel unter anderem Umweltprojekte initiiert und für die Aufforstung des Waldbestandes zuständig ist.

Engagiert hat sich der jüdische Nationalfonds KKL seit nunmehr 113 Jahren auch auf einem der anerkannt schönsten Fernwanderwege der Welt, dem Israel National Trail. Über diese Tour berichtete der Künstler und Autor Christian Seebauer, der über seine Wanderung im Frühjahr unter der Sonne und den Sternen Israels in Kürze ein Buch veröffentlicht. Ganz wesentlich bei seinem Projekt geholfen hat ihm Präsidentin Charlotte Knobloch, die vor seinem Reiseantritt in einem persönlichen Gespräch zahlreiche seiner Fragen über Israel und jüdisches Leben beantwortet hatte.

Warmherzigkeit

Denn Seebauer wollte bei dieser Wanderung nicht nur die Schönheiten des Landes entdecken, sondern »als Deutscher aus Dachau auch einen ganz besonderen Kontakt zu den Menschen in Israel suchen«. Das gelang, wie er weiter berichtete: »Die Israelis haben mich mit ihren Geschichten und ihrer Warmherzigkeit sehr berührt. Ich konnte Land und Leute von einer ganz besonderen Seite erleben.«

Dass der Sternenhimmel eine Orientierung nicht nur über die Himmelsrichtungen ermöglicht, erklärte Gemeinderabbiner Israel Meir Levinger in seinem Vortrag »Rabbinische Aspekte des Jüdischen Kalenders«. Dabei sei die Rotation von Sonne, Mond und Erde wichtig, erklärte der Rabbiner.

So gibt es Mondjahre und Sonnenjahre, und die Tatsache, dass das Pessachfest immer im Frühling stattfinden muss, Schabbat immer am Freitagabend beginnt und Rosch Haschana nie auf die Wochentage Mittwoch, Freitag und Sonntag fallen darf, dominiere ebenfalls die Terminierung von Tagen und Monaten, so Levinger. Ausgleichsmonate und zum Teil variable Monatslängen sorgten für ein Auffangen entstandener Unregelmäßigkeiten.

Vorträge

Wer sich darüber informieren wollte, was die jüdische Religion zur Astronomie sagt, der konnte dies im Rahmen von »Sukkot in den Sternen« auch bei einem Vortrag des Leiters des religiösen Erziehungswesens, Marcus Schroll, im IKG-Gemeindezentrum tun. Er sprach unter anderem über Themen wie »Die Bestimmung der Aufgaben von Sonne und Mond in der Schöpfungsgeschichte« und »Abraham als erster Astronom«.

Doch nicht nur am Jakobsplatz wurde Sukkot gefeiert. Eine schön gestaltete Sukka stand auch im Saul-Eisenberg-Seniorenheim. Die Bewohner selbst hatten engagiert beim Schmücken geholfen. Sie waren begeistert dabei, als die Rabbiner Bergauz und Langnas mit ihnen das Fest feierten. Ganz besonders freuten sich die älteren Menschen, dass sich Präsidentin Charlotte Knobloch zu diesem Fest viel Zeit für sie genommen hatte.

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September 2026 | Elul-Tischri | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787

Kultur

»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer

Beginn 19:00 Uhr:

Moderation: Ellen Presser

Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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