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12. Mai 2012
Extremismus: Starker Anstieg politisch motivierter Gewalt
Von Steffen Hebestreit, erschienen auf Berliner Zeitung Online, 12.5.2012. Die Zahl von politisch motivierten Gewalttaten hat in Deutschland im vergangenen Jahr um knapp 18 Prozent zugenommen und damit einen neuen Höchststand erreicht. Verantwortlich für den Anstieg sind vor allem Täter aus dem linksextremen Spektrum.
Politische Extremisten zeigen in Deutschland eine immer höhere Bereitschaft zur Gewalt. Bei den Gewalttaten haben Übergriffe aus fremdenfeindlichen Motiven in besorgniserregendem Maße zugenommen. „Die meisten politisch motivierten Straftaten haben seit Jahrzehnten einen rechtsextremistischen Hintergrund“, hob Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich am 11.5.2012 hervor. „In keinem Phänomenbereich sind bei einer Langzeitbetrachtung so viele Todesopfer zu beklagen.“ Laut Innenministerium hat es seit 1990 60 Todesopfer rechter Gewalt gegeben.
Verantwortlich für den Anstieg der Straf- und Gewalttaten 2011 sind nach Erkenntnissen der Behörden zwei Entwicklungen. So hätte die große Zahl von Landtagswahlen im vergangenen Jahr einen erkennbaren Einfluss auf den Anstieg der Straftaten insgesamt gehabt, weil sich insbesondere viele Propagandadelikte wie das Beschmieren oder Zerstören von Wahlplakaten dadurch erklären ließen. Dies sei an der hohen Zahl von einfachen Sachbeschädigungen zu erkennen.
Außergewöhnlich aktives „Demonstrationsgeschehen“
Die Behörden registrierten 2011 überdies ein außergewöhnlich aktives „Demonstrationsgeschehen“. Die große Zahl an Protestzügen erkläre auch das wachsende Maß an Straftaten im gesamten politischen Spektrum an Gesetzesverstößen, die im Zusammenhang mit Demonstrationen stehen. Besorgt reagiert der Bundesinnenminister auch auf die hohe Zahl von Gewalttaten gegen Polizeibeamte, die im vergangenen Jahr mit 1284 Fällen einen neuen Höchststand erreicht habe.
Der Anstieg fremdenfeindlicher Gewalt um 22,7 Prozent in 2011, den Friedrich „erschreckend“ nannte, lässt sich allerdings nicht dadurch, sondern am ehesten mit einer seit längerem zu beobachtenden Radikalisierung der Szene erklären.
Der Blick auf die Statistik ist ohnehin nicht ohne Tücken, denn sie differenziert zwischen Straftaten, also eher einfachen Verstößen gegen Gesetze, und Gewalttaten − worunter zumeist Körperverletzungen, aber auch Totschlag und Mord fallen.
Rechtsextremisten verübten die meisten Straftaten
Die meisten Straftaten wurden von Rechtsextremisten verübt (16 873 gegenüber 8 687 linksextremen Straftaten), während die Linksextremisten für das Gros der Gewalttaten verantwortlich sind (1 157 gegenüber 755 rechtsextremistische Gewalttaten). Ein Grund für den Anstieg bei den linken Taten könnte in der hohen Zahl von angezündeten Autos in Berlin und Hamburg liegen, die zumeist linksextremen Tätern zugeordnet wurden.
„Die Erfahrungen mit der rechtsterroristischen Gruppierung NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) haben auch noch einmal deutlich die Grenzen der Statistik vor Augen geführt“, räumte Friedrich am Freitag ein. Manche Straftaten ließen sich oft erst mit einiger Verzögerung einordnen, manchmal liege man einfach daneben.
Erstmals seit Jahren verzeichnet die Statistik für 2011 auch zwei Morde. Ein 21 Jahre alter mutmaßlicher Islamist hatte im März vergangenen Jahres zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen erschossen. Es sei der erste islamisch motivierte Terroranschlag, der in Deutschland vollendet werden konnte, sagte der Bundesinnenminister.
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So. 06.09.2026 | 24. Elul 5786
Kultur
»Nicht«. Ein Abend mit Dror Mishani
Beginn 17:00 Uhr:Buchpräsentation und Gespräch zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur
Moderation: Richard C. Schneider (Journalist und Sachbuchautor)
Lesung: Robert Dölle (Residenztheater)
Sprachen: Englisch & Deutsch (mit einer Lesekostprobe auf Hebräisch)
Ursprünglich erwartete das IKG-Kulturzentrum den Schriftsteller Dror Mishani bereits im Juni 2025 zur Vorstellung von »Fenster ohne Aussicht. Tagebuch aus Tel Aviv«, entstanden nach dem 7. Oktober 2023. Der am 13. Juni 2025 ausgebrochene israelisch-iranische Zwölftagekrieg machte diese Einladung zunichte.
Inzwischen hat Dror Mishani einen neuen Roman vollendet mit dem Titel »Nicht«. Es geht darin um Liebe: die zwischen Mann und Frau, Lebende und Erinnerte, Künstlerin und Musik, Mensch und Tier. Kann eine Lüge eine Liebe retten? Oder gewinnt das Zerstörerische darin die Oberhand? Dror Mishani ist ein Meister der Charakterstudie und weit mehr als ein Krimiautor. Er sagt: »Ich habe angefangen, Kriminalromane zu schreiben, um die Wahrheit menschlicher Gewalt zu dokumentieren und den Versuch zu unternehmen, sie zu verstehen«.
So. 06.09.2026 | 24. Elul 5786
Kultur
Einladung zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur 2026 unter dem Motto »Liebe«
Beginn 10:00 Uhr:»An der frischen Luft«
10:00 Uhr
Rundgang am Alten Israelitischen Friedhof
an der Thalkirchner Straße mit Ellen Presser
bereits ausgebucht
Voranmeldung für weitere Führung am
So, 25. Oktober (mit Rückbestätigung) per
E-Mail unter karten@ikg-m.de (Stichwort: Ende Sommerzeit)
»Auf jüdischen Spuren durch die Münchner Altstadt«
mit Chaim Frank
11:00 Uhr
Begrenzte Teilnehmerzahl. Beitrag 10 Euro.
Voranmeldung unter karten@ikg-m.de (Stichwort: Stadtführung)
4.09. – Treffpunkt wird mit Rückbestätigung mitgeteilt.
»Die Synagoge Ohel Jakob« (Zelt Jakobs)
von vielen Seiten«
Referentin: Dinah Zenker
Vortrag mit Besichtigung, Einlass am Synagogenportal,
ohne Voranmeldung
13:00 Uhr (Einlass ab 12:30 Uhr)
15:00 Uhr (Einlass ab 14:30 Uhr)
Beitrag 5 Euro.
Bücher- und CD-Flohmarkt
12:00 – 17:00 Uhr
»Liebe geht auch durch den Magen«
Jüdische koschere Spezialitäten
im Restaurant Einstein
12:00 – 21:00 Uhr
Tischreservierung unter www.einstein-restaurant.de
Informationen unter (089) 202 400 491
www.ikg-m.de/kulturzentrum/aktuell/
Organisation: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787
Kultur
»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer
Beginn 19:00 Uhr:Moderation: Ellen Presser
Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.
Israelitische Kultusgemeinde
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80331 München
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