Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Nachrichten

« Zurück

7. Februar 2012

Palästinenser einigen sich auf Regierung

Welt Online. Die rivalisierenden Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas haben sich auf die Bildung einer Übergangsregierung unter der Leitung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geeinigt. Laut einem am 6.2.2012 in Katar unterzeichneten Abkommen soll die aus unabhängigen Technokraten gebildete Regierung der nationalen Einheit die Parlaments- und Präsidentenwahlen organisieren.

Ein Wahltermin steht noch nicht fest. Die „Erklärung von Doha“ wurde in der Hauptstadt Katars in einer live im Fernsehen übertragenen Zeremonie unterzeichnet. Fatah-Chef Abbas sagte, das Abkommen sei geschlossen worden, „damit es umgesetzt werde“.

Israel hatte 2011 sehr scharf auf das Bündnis der Fatah mit der im Westen als Terrororganisation eingestuften Hamas reagiert. Diese weigert sich weiter, die Forderungen des Nahost-Quartetts (UN, EU, USA und Russland) nach einer Anerkennung Israels und der Friedensverträge sowie einem Gewaltverzicht zu erfüllen.

Keine Liebesheirat

Ein Kommentar von Dietrich Alexander, in der Welt. Es ist ein Zweckbündnis, das die beiden verfeindeten Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah eingehen: eine Übergangsregierung von Technokraten unter dem Vorsitz von Autonomiepräsident Mahmud Abbas. Das Kabinett soll die längst überfälligen Parlaments- und Präsidentenwahlen vorbereiten. Das gibt dem palästinensischen Streben nach einem eigenen Staat, bestehend aus den beiden Teilgebieten Gazastreifen und Westjordanland, neuen Auftrieb.

Doch es bleibt dabei: Man liebt sich nicht. Die separaten Regierungen – die radikal-islamische Hamas im heruntergewirtschafteten und korrupten Gazastreifen und die gemäßigte Fatah mit westlicher Unterstützung und mäßigem Erfolg im Westjordanland – schwächen sich gegenseitig. Ob es gemeinsam besser geht? Insbesondere die Hamas hat bisher wenig dafür getan, ihren ideologischen Ballast über Bord zu werfen: Noch immer erkennt sie weder Israel noch die Friedensverträge der Arafat-Ära an oder ist zu einem generellen Gewaltverzicht bereit.

Hamas-Exil-Chef Chaled Maschaal weiß sich iranischer Rückendeckung sicher und bediente denn auch eilig den radikalen Flügel seiner (Terror-)Organisation: Man wolle sich nun vereint dem gemeinsamen Feind Israel widmen. Vertrauensbildend ist das nicht gerade. Auch nicht, dass die Hamas ausgerechnet den wohl fähigsten und respektiertesten Politiker nicht in der Übergangsregierung sehen will: Noch-Premier Salam Fajad.

Es ist, sollte das Abkommen von Katar wirklich umgesetzt werden, wohl eher mit einer Spaltung innerhalb der Hamas zu rechnen, denn längst nicht alle Hamas-Obristen wollen sich von der Fatah „domestizieren“ lassen. Anders aber wird kein Staat zu machen sein: 760 Millionen Euro Aufbauhilfe für die palästinensische Selbstverwaltung stehen zur Disposition. Und über Abbas schwebt das Damoklesschwert, im Verbund mit der Hamas seine relative Unschuld zu verlieren. Es wird schwierig sein, beides zu bekommen: eine Ehe mit der Hamas und Frieden mit Israel.

Die auf der Website veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern wieder, sondern sollen einen Überblick über den öffentlichen Meinungsbildungsprozess sowie die gesellschaftliche und politische Diskussion gewährleisten.

Netanyahu zur Einigung zwischen Hamas und Fatah

Außenministerium des Staates Israel, 06.02.12. Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat sich am 6.2.2012 zu dem Abkommen zwischen dem Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und der Hamas geäußert. Er erklärte: „Die Hamas ist eine Terrororganisation, deren Ziel die Vernichtung Israels ist und die vom Iran unterstützt wird. Ich habe in der Vergangenheit sehr oft gesagt, dass die PA sich zwischen einer Allianz mit der Hamas und dem Frieden mit Israel entscheiden muss. Die Hamas und Frieden gehen nicht zusammen. Während der vergangenen Wochen haben Israel und verschiedene Vertreter der internationalen Gemeinschaft große Anstrengungen unternommen, den Friedensprozess voranzubringen. Wenn Abu Mazen [Abbas] umsetzt, was jetzt in Doha unterschrieben wurde, wird er wählen müssen, ob er den Weg des Friedens aufgibt, um sich mit der Hamas zusammenzutun, ohne dass die Hamas die Minimal-Bedingungen der internationalen Gemeinschaft akzeptiert hat: Nicht nur erkennt die Hamas Israel und die [bereits geschlossenen] Abkommen nicht an, sie hat auch den Terrorismus nicht aufgegeben. Sie setzt den Terror fort und bewaffnet sich weiter, um noch tödlichere Terroranschläge gegen Israel durchzuführen. Daher sage ich zu Abu Mazen: […] Entweder Sie haben Frieden mit der Hamas oder Frieden mit Israel; beides auf einmal ist unmöglich.“

Alle Beiträge der Kategorie Nachrichten ansehen »

VeranstaltungenÜberblick »

September 2026 | Elul-Tischri | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787

Kultur

»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer

Beginn 19:00 Uhr:

Moderation: Ellen Presser

Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.

Weiterlesen »

Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

Weiterlesen »

Alle Veranstaltungen »

Israelitische Kultusgemeinde
Kontakt
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de