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24. August 2012
Neonazi-Gruppierungen verboten: Massiver Schlag gegen rechtsextreme Szene in NRW
Die Rede von Innenminister Jäger im Wortlaut: „Wir verteidigen demokratische Grundprinzipien“
Rheinische Post Online, 23.8.2012. NRW-Innenminister Ralf Jäger hat sich zu den Razzien gegen die rechte Szene in NRW geäußert. RP ONLINE dokumentieret die Rede im Wortlaut.
„Ich habe heute drei rechtsextremistische Vereinigungen verboten und aufgelöst. Damit haben wir der rechtsextremistischen Szene in NRW einen harten Schlag versetzt. So haben wir drei große Löcher in das rechtsextremistische Netzwerk in NRW gerissen. Es ist uns gelungen, wichtige Strukturen zu zerschlagen.
Im Dezember habe ich den Menschen bei der Vorstellung meines Acht-Punkte-Programms versprochen, konsequent gegen Rechtsextremisten in NRW vorzugehen. Wir wollen keine Nazi-Vereine in unseren Städten und Gemeinden. Wir wollen nicht, dass geistige Brandstifter mit ihren widerwärtigen Parolen präsent sind und so Teile des Stadtbilds prägen. Die Demokratie muss beweisen, dass sie wehrhaft ist. Deshalb haben wir gehandelt.
Seit heute Morgen sind die „Kameradschaft Aachener Land“, die Vereinigung „Nationaler Widerstand Dortmund“ und die „Kameradschaft Hamm“ verboten und aufgelöst.
Die Polizei durchsuchte 146 Objekte in 32 Städten in NRW. Schwerpunkte lagen in Dortmund, Aachen und Hamm. Dabei waren mehr als 900 Polizisten im Einsatz. Das Vereinsvermögen und der gesamte übrige Besitz der Vereine wurden beschlagnahmt.
Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden unter anderem zahlreiche Datenträger und umfangreiches Propagandamaterial sichergestellt, aber auch Schusswaffen, Schlagringe, Teleskopschlagstöcke, Eisenrohre, Springmesser, Baseballschläger, ein Morgenstern, eine Zwille und Pfefferspray. Im Dortmunder Vereinsheim des „Nationalen Widerstandes“ wurden außerdem 1000 Plakate der rechtsextremistischen NPD aufgefunden und beschlagnahmt. Dies zeigt, welch enge Verflechtungen innerhalb dieser Neonaziszene bestehen.
Die Mitglieder und Unterstützer der heute verbotenen Vereinigungen lehnen unsere Demokratie und die geltende Rechtsordnung ab. Sie bekennen sich offen zum verbrecherischen Nationalsozialismus und zu führenden Personen dieses menschenverachtenden Systems. Alle ihre Aktionen sind darauf gerichtet, unsere demokratische Gesellschaftsordnung zu untergraben.
Ihre aggressiv kämpferische Grundhaltung richtet sich gegen elementare Grundsätze unserer Verfassung, vor allem gegen die Freiheit und Gleichheit aller hier lebenden Menschen. Diese Kameradschaften sind fremdenfeindlich, rassistisch und antisemitisch. Sie gefährden das friedliche Zusammenleben in unserem Land. Und genau das macht sie so gefährlich.
Immer wieder haben ihre Mitglieder auch mit Gewalt versucht, ihre Ziele durchzusetzen. Mit Faustschlägen und Messerstichen gehen sie gegen politische Gegner vor. Auch Einschüchterungen und Bedrohungen durch Neonazis sind traurige Realität. So etwas dulden wir nicht.
Mit dem heutigen Verbot sind auch etwaige Ersatzorganisationen untersagt. Wir tun alles, um Extremisten den Nährboden für ihre unerträgliche Hetzerei zu entziehen. Wir machen ihnen das Leben schwer. Der heutige Erfolg ist vor allem das Ergebnis der sehr guten Zusammenarbeit der nordrhein-westfälischen Polizei und dem Verfassungsschutz. Die Kollegen haben in den vergangenen Monaten intensiv die heutigen Verbotsverfügungen vorbereitet.
In akribischer Kleinarbeit haben sie Fakten gesammelt, Berichte und Informationen bewertet und alles zu einer schlüssigen Begründung zusammengefasst. Das belegt, wie effektiv die Sicherheitsbehörden in NRW gemeinsame Ziele verfolgen. Nur so ist es möglich schnell und entschieden gegen rechtsextremistische Netzwerke in NRW vorzugehen. Und ich sage es noch einmal ganz deutlich: Wir werden nicht aufhören und nicht nachlassen.
Auch weiterhin werden wir gegen verfassungsfeindliche Nazis vorgehen und ihnen auf die Springerstiefel treten. Wir werden auch weiterhin alle Möglichkeiten nutzen, um den braunen Sumpf auszutrocknen. Vereinsverbote und die konsequente Verfolgung von Straftaten der Rechtsextremisten sind dabei genauso wichtig wie eine verstärkte politische Aufklärung und der Ausbau unseres Aussteigerprogramms.
Wir verteidigen die demokratischen Grundprinzipien, damit die Menschen in NRW friedlich zusammen leben können. Das habe ich angekündigt, danach handele ich!“
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Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786
Kultur
„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia
Beginn 19:00Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr
In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil. In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »
Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786
Kultur
Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr
Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »
Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786
Kultur
Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“
Beginn 18:15Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr
Vortrag in jiddischer Sprache
- Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
- Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
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