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24. August 2012
Neonazi-Gruppierungen verboten: Massiver Schlag gegen rechtsextreme Szene in NRW
Von Frank Jansen, erschienen auf Tagesspiegel Online, 23.8.2012. Die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen haben am frühen Donnerstagmorgen den in der Geschichte des Landes massivsten Schlag gegen die rechtsextreme Szene geführt. Gewaltbereite Kameradschaften wurden verboten. Derzeit laufen Razzien.
Innenminister Ralf Jäger (SPD) sprach ein Verbot gegen die drei gefährlichsten Neonazi-Gruppierungen aus, parallel begann die Polizei am frühen Morgen mit Razzien gegen 133 Personen in einem Dutzend Kommunen, darunter Aachen, Düren, Dortmund, Wuppertal. Mehr als 900 Beamte durchsuchten rund 120 Objekte. Das Verbot trifft die „Kameradschaft Aachener Land (KAL)“, die von Dortmund aus agierende „Kameradschaft Nationaler Widerstand Ruhrgebiet“ und die „Kameradschaft Hamm“.
„Wir reißen damit große Löcher in das Netzwerk der Neonazis“, sagte Jäger.
Alle drei jetzt verbotenen „Kameradschaften“ gelten als gewaltbereit. Die KAL näherte sich sogar der Schwelle zum Terrorismus. Zwei Anhänger der Kameradschaft waren am 1. Mai 2010 mit selbstgebastelten Sprengsätzen nach Berlin gefahren. Die Minibomben, mit Glasscherben gespickt, sollten am Rande eines Aufmarsches von Rechtsextremisten auf Gegendemonstranten und Polizisten geworfen werden. Der Anschlag wurde durch eine Polizeikontrolle verhindert.
Die 2002 aus einem NPD-Kreisverband hervorgegangene KAL feierte zudem die Morde der Bande „Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)“. Kurz nachdem die Verbrechen der Terrorgruppe bekannt geworden waren, zeigte die KAL auf ihrer Homepage die Parole „Zwickau rulez“ und die Trickfilmfigur Paulchen Panther. Das NSU-Trio hatte sich jahrelang in Zwickau versteckt und vermutlich dort auch ein Video produziert, in dem Paulchen Panther mehrere Morde der Bande präsentiert.
Mitglieder der KAL fielen auch durch gewalttätige Aktionen gegen Linke auf, außerdem wurde ein ehemaliger Rechtsextremist, der die Szene verlassen hatte, drangsaliert.
Besonders aggressives Spektrum der „Autonomen Nationalisten“.
Die eng verbündeten Kameradschaften aus Dortmund und Hamm werden vom Verfassungsschutz dem besonders aggressiven Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ zugerechnet. Die Dortmunder Gruppierung veranstaltete mehrere Jahre im September eine als „Antikriegstag“ betitelte Demonstration, an der sich auch Neonazis aus Hamm beteiligten.
Ein führender Aktivist aus Dortmund glorifizierte anlässlich des Aufmarschs 2011 das NS-Regime. Der Neonazi verkündete, „jeder Mensch in Dortmund weiß, dass der Nationalsozialismus garantiert nicht mit dem Ende des Deutschen Reiches 1945 untergegangen ist, sondern dass eine Idee nicht zerstörbar ist, eine Idee, die so untrennbar mit dem Deutschen Volk verbunden ist“.
Anhänger der beiden Kameradschaften waren auch am 1. Mai 2009 in Dortmund beim Angriff auf eine Demonstration von Gewerkschaftern dabei. Die Polizei konnte die Randale erst stoppen, als mehr als 300 Neonazis eingekesselt waren.
Mit den Verboten führt Innenminister Jäger seinen harten Kurs gegen Rechtsextremisten fort. Im Mai löste Jäger die Kölner „Kameradschaft Walter Spangenberg“ auf, die nach einem ehemaligen SA-Mann benannt war und in Kontakt zur jetzt verbotenen Kameradschaft Aachener Land stand. Im März hatte sich Nordrhein-Westfalen an einer Razzia dreier Länder gegen die rechtsextreme Gruppierung „Aktionsbüro Mittelrhein“ beteiligt.
Gegen 26 mutmaßliche Mitglieder des „Aktionsbüros“ begann am Montag, 21.8.2012, ein Prozess am Landgericht Koblenz. Die Staatsanwaltschaft wirft den meisten Angeklagten die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor.
Dortmund ist schon länger ein Schwerpunkt der Neonazi-Szene in Nordrhein-Westfalen. Immer wieder kam es hier in der Vergangenheit zu Aufmärschen und anderen braunen Aktivitäten.
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Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787
Kultur
»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer
Beginn 19:00 Uhr:Moderation: Ellen Presser
Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.
Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
Kultur
Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
