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22. August 2018
Nach Auslieferung nach Deutschland: Knobloch fordert Prüfung aller Rechtsmittel gegen ehemaligen SS-Mann
München, 22.8.2018. Jakiv Palij, ehemaliger Aufseher im Zwangsarbeiterlager Trawniki, wurde am gestrigen Dienstag von den USA nach Deutschland abgeschoben. Hierzu erklärte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch: „Es ist angemessen, dass Jakiv Palij, der während des Zweiten Weltkrieges schwere persönliche Schuld auf sich geladen hat, nicht länger in den Vereinigten Staaten verbleiben darf.“
„Es ist unerträglich“, so Knobloch weiter, „wenn ehemalige Täter – wo auch immer auf der Welt – ruhige letzte Jahre verbringen, während den Millionen Opfern des Holocaust jede menschliche Würde verwehrt blieb.“ Gerade die Bundesrepublik dürfe kein Ort sein, der ehemaligen SS-Angehörigen, gegen die schwerwiegende Vorwürfe im Raum stehen, einen angenehmen Lebensabend ermöglicht.
Knobloch fügte hinzu, Palijs hohes Alter dürfe ihn im Zweifel vor einer rechtsstaatlichen Verfolgung hierzulande nicht schützen: „Es ist sehr zu wünschen, dass gegen Jakiv Palij jetzt, da er sich in Deutschland befindet, noch einmal alle denkbaren Rechtsmittel geprüft werden. Ich appelliere eindringlich an die einschlägigen Stellen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um für die Opfer doch noch Gerechtigkeit zu erreichen.“ Die Einstellung der Ermittlungen gegen Palij durch die Staatsanwaltschaft dürfe nicht das letzte Wort bleiben.
Erwägungen, ein Gerichtsprozess gegen Palij sei kontraproduktiv, erteilte Knobloch eine klare Absage: „Wer sich schuldig gemacht hat, der muss dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Die Bundesrepublik ist es den Opfern des Nationalsozialismus schuldig, die Täter von damals vor Gericht zu stellen, solange sie leben.“
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Aktuelle Veranstaltungen
Mo. 16.03.2026 | 27. Adar 5786
Kultur
Spielfilm: »Sallah – oder: Tausche Tochter gegen Wohnung«
Beginn 19:00Montag, 16. März 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen
Israel 1964, 98 Min., Originalsprache Hebräisch, dt. F.
Regie: & Drehbuch: Ephraim Kishon
Produktion: Menahem Golan, Musik: Yohanan Zaray
Kamera: Floyd Crosby & Nissim Leon
Darsteller: Chaim Topol als Sallah Shabati, Geula Nuni als Habbubah Shabati, Gila Almagor als Bathsheva Sosialit u.v.a.
Der jemenitische Jude Sallah Shabati wandert mit seiner kinderreichen Familie nach Israel ein. Bis zum versprochenen Einzug in eine Neubauwohnung haust man in einer Baracke in einem Übergangs-Camp. Sallah, der über seinen Clan Familie wie ein König herrscht, lebt lieber in den Tag als selbst zu arbeiten. Im Lexikon des Internationalen Films heißt es, der Film schildere mit liebenswürdiger Selbstkritik »den Kampf mit dem modernen technischen Leben und die Schwierigkeiten des jungen Staates: Geistreiche Unterhaltung mit Witz, Humor und glänzenden Darstellern«. 1964 wurde er als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert und u. a. mit zwei Golden Globes ausgezeichnet. Weiterlesen »
Mi. 25.03.2026 | 7. Nissan 5786
Kultur
„Un Tango Para Rachel“
Beginn 19:00Kurzspielfilm & Konzert
Mittwoch, 25. März 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen
Deutschlandpremiere
Argentinien, USA, Schweiz 2025, 25 Min.
Regie/ Drehbuch / Produktion: Lea Kalisch
Darsteller: Sabrina Birmajer, Luciano Borges, Martín Goldber, Lea Kalisch
Im Jahr 1915 entdeckt eine religiöse junge Jüdin den Tango und begibt sich ausgerechnet in ein Bordell in Buenos Aires, um mehr darüber zu erfahren. Dort begegnet sie der Prostituierten Rivka. Es wird eine Reise der Befreiung.
Anschließend Kurzinterview mit der Allroundkünstlerin und Konzert »Yiddish & Tango« mit Lea Kalisch (Gesang), begleitet von Tobias Moss (Gitarre) und Pavel Shalman (Violine)
Die gebürtige Schweizerin Lea Kalisch und der Amerikaner Rabbi T sind ein junges, dynamisches Duo, das jüdische Musik mit einem frischen Twist zu neuem Leben erweckt, hier ergänzt durch den Wiener Musiker Pavel Shalman. Tobias Moss ist im Hauptberuf seit 2024 Rabbiner der liberalen Gemeinde Or Chadasch in Wien. Seine Frau Lea, genannt die rappende Rebbetzin und Yiddish Queen of Pop, ist Sängerin, Songtexterin, Schauspielerin und inzwischen auch Filmemacherin. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
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