Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Nachrichten

« Zurück

30. April 2012

Motto „Hoffnung“: IKG feiert Jom Hasikaron und den israelischen Unabhängigkeitstag

Von Miryam Gümbel, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen vom 3.5.2012. „Mit der unzertrennbaren Einheit von Jom Hasikaron und Jom Haazmaut machen wir uns bewusst, wie stark, gleichzeitig aber auch, wie verletzlich Israel ist. Die Freiheit unseres Volkes, die Unabhängigkeit des Staates, Medinat Israel, waren und sind nicht selbstverständlich«, betonte Präsidentin Charlotte Knobloch bei der Feier zu Jom Haazmaut im Hubert-Burda-Saal. Sie fuhr fort: »Trauer und Glück liegen dicht beieinander. Der heutige Abend steht unter dem Motto: Hatikva – die Hoffnung! Wir sind heute hier, um uns gemeinsam zu feiern, um Israel zu feiern – um unsere Hoffnung zu feiern!“

Trauer und Freude liegen eng bei einander

Dem Fest vorausgegangen war in der Synagoge Ohel Jakob das Gedenken an die gefallenen Soldaten und Terroropfer. Rabbiner Arie Folger erinnerte daran, dass die Ablehnung eines jüdischen Staates durch seine Nachbarn längst vor der Staatsgründung bestanden habe. So sei die Antwort von König Ibn Saud 1943 auf eine Sondierung Roosevelts für die Möglichkeiten für ein friedliches Abkommen zwischen Juden und Arabern gewesen, dass er bereit sei, sich mit allen zu treffen, außer mit einem Juden.

Bereits am Vorabend zu Jom Hasikaron hatte im Gemeindezentrum auf Einladung des israelischen Generalkonsulats, der IKG und Torah MiTzion ein Gedenkabend komplett in hebräischer Sprache stattgefunden. Israelische Trauerlieder begleiteten die eingeblendeten Fotos von Kriegs- und Terror-opfern. Wie in Israel üblich, ertönte zu der Schweigeminute eine Sirene.

An die Opfer erinnerte im Gemeindesaal Charlotte Knobloch erneut: »In Israel leben gegenwärtig 10.524 Familien gefallener Angehöriger der Sicherheitskräfte, darunter 2.396 Waisen und 4.992 Witwen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte und der Sicherheitskräfte. Kaum eine Familie, kaum ein Mensch also, der nicht ein Familienmitglied, einen Freund oder einen Bekannten verloren hat.«

Hoffnung, Mut und Zuversicht

Daniel Tuksar, Direktor der IDF Witwen- und Waisenorganisation (IDFWO), war unter den Gästen der Jom-Haazmaut-Gala. In seiner Ansprache und mit einem kurzen Film stellte er die Organisation vor: Sie setzt sich seit 1991 für die Hinterbliebenen ein, zum Beispiel mit Camps für die Kinder, gemeinsamen Bar- und Batmizwa-Feiern und Ähnlichem: „Es ist unsere Aufgabe, ihnen zu zeigen, den tapferen Frauen und unseren kleinen Helden, dass wir ihre Opfer nie vergessen werden, dass wir ihnen beistehen, wo immer und wann immer sie uns brauchen.“

Hoffnung gehört zu Israel, Hatikva, wie auch die Nationalhymne heißt. Gemeinsam sangen sie die Gäste der Jom-Haazmaut-Gala. Hatikva – das war auch das Motto der Veranstaltung. Charlotte Knobloch zitierte aus der Hymne und blickte zurück auf die Erfolgsgeschichte des Landes: „Aus einem kleinen Fleckchen Wüste wurde ein international bewunderter Hightech-Staat mit bestem Renommee auf den Feldern Medizin, Wissenschaft, IT, Ökonomie, Technologie bis hin zur modernen Landwirtschaft.“

Am Israel Chai!

Sie schloss ihre Rede: „Wir blicken voraus – mitunter auch in Sorge, aber vor allem mit viel Mut und Zuversicht, mit Schaffenskraft und dem sicheren Wissen, dass wir als Gemeinschaft alles erreichen können. Gemeinsam wollen wir noch viele Unabhängigkeitstage feiern. Am Israel Chai!“ Die Verbindung zu Israel unterstrich sie später, als sie gemeinsam mit dem israelischen Generalkonsul Tibor Shalev-Schlosser die Geburtstagstorte anschnitt.

Auch der Diplomat, der am Freitagnachmittag zu einem Empfang anlässlich des Jahrestages eingeladen hatte, betonte im Hubert-Burda-Saal die Erfolgs- story Israels – von der Wüste zur Orange, von der Orange zum Hightech. Aber er mahnte auch: „Israel hat keine zweite Chance.“

Der Staat stehe auch heute vor vielen Herausforderungen: »Im Moment müssen wir mit mehreren Bedrohungen gleichzeitig leben: Raketen, die die Hisbollah im Norden auf uns richtet, im Süden die fast täglichen Raketen palästinensischer Terrororganisationen aus dem Gazastreifen, und im Osten das Ayatollah-Regime. Sein Präsident Ahmadinedschad finanziert und fordert nach Kräften den Terror gegen Israel und weltweit, leugnet offen den Holocaust und ruft zur Zerstörung Israels auf. Die Mittel hierfür baut er unter den Augen der Weltgemeinschaft und entfacht damit wieder ein bedrohliches Wettrüsten.“

Party und Fußball

Mit Blick auf die Zukunft jüdischen Lebens oblag das traditionelle Kerzenzünden für die zwölf Stämme Israels in diesem Jahr dem Studentenverband und der Jugend der Gemeinde mit ihrem Leiter Marat Schlafstein.

Mit Tanz und Musik der Band »Life« aus Paris, gutem Essen und viel Fröhlichkeit feierten die Gäste einen eindrucksvollen Geburtstagsabend, bei dem der Hauptpreis der Tombola, von El Al gestiftete Flugtickets, die Verbindung zu Israel noch einmal unterstrich. Das gewachsene Miteinander zwischen Deutschland und Israel machte sich im Foyer auch mit dem Daumendrücken und Zittern für einen Sieg des FC-Bayern im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid bemerkbar, das dort übertragen wurde.

Fotos von der Veranstaltung finden Sie unter danielschvarcz.com.

Alle Beiträge der Kategorie Nachrichten ansehen »

VeranstaltungenÜberblick »

Aktuelle Veranstaltungen


Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

Weiterlesen »

Mi. 21.10.2026 | 10. Cheschwan 5787

Kultur

Filmvorführung „Noga“

Beginn 19:00

Filmvorführung
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19 Uhr

Ein Film von Jono & Benji Bergmann mit Noga Erez und Ori Rousso
Produktion: Babka Film in Koproduktion u.a. mit Sperl Film + Fernsehproduktion
Österreich/ Deutschland/ Israel 2026, 96 Min.
Originalsprache: Hebräisch, Englisch, mit deutschen Untertiteln

Die israelische Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso auf dem Weg zum internationalen Durchbruch. Zwischen ausverkauften Konzertsälen mit provokanten Hits wie »End of the Road«, politischer Zuspitzung und persönlichen Spannungen, kämpft sie darum, weiterhin gehört, vor allem aber verstanden zu werden – in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät. Weiterlesen »

Alle Veranstaltungen »

Israelitische Kultusgemeinde
Kontakt
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de