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1. Dezember 2016
Märsche und Ouvertüren
Das Polizeiorchester Bayern gibt im Gemeindezentrum sein großes Benefizkonzert. Von Helmut Reister, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen, 1.12.2016. Die Zusage, den großen Hubert-Burda-Saal im Gemeindezentrum zur Verfügung zu stellen, fiel IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch in diesem Fall wirklich nicht schwer. Am 4. Dezember findet dort ein Konzert mit dem Polizeiorchester Bayern statt, das einem guten Zweck dient. Alle Beteiligten verzichten auf Gagen, und der gesamte Erlös kommt der »Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München« (AKM) zugute.

Spielen für den guten Zweck unter anderem Jazz, Filmmusik und Adam Gorbs »Yiddish Dances«: das Orchester der Bayerischen Polizei. © Polizei
»Diese schwere Aufgabe«, sagt Gastgeberin Charlotte Knobloch, »verdient unsere Unterstützung.« Musikbegeisterte Besucher können sich auf ein festliches Konzert freuen. Es trägt den Titel »Mach das Licht an! Eine stimmungsvolle Klangbeleuchtung« und kommt der musikalischen Bandbreite entgegen, die das Polizeiorchester zu bieten hat. Sie reicht von Ouvertüren und Märschen bis hin zu Jazz und Filmmusik. Auch bei dem Konzert am Sonntag unter der Leitung von Chefdirigent Johann Mösenbichler bietet das Blasorchester ein abwechslungsreiches Programm mit klassischen und modernen Stücken.
Programm
Die Musiker berücksichtigen dabei auch das jüdische Gemeindezentrum als Veranstaltungsort: Unter anderem stehen die »Yiddish Dances« von Adam Gorb auf dem Programm. Hauptwerk der Veranstaltung ist das Konzert für Violoncello und Blasorchester von Friedrich Gulda in Zusammenarbeit mit dem international renommierten Solo-Cellisten Maximilian Hornung. Auch der Nachwuchsstar in der klassischen Musikszene verzichtet zugunsten der AKM auf seine Gage.

Mit freundlicher Begleitung: der Schauspieler Günther Maria Halmer. © AKM
Schirmherrin des musikalischen Abends ist Melanie Huml, Staatsministerin für Gesundheit und Pflege. Sie ist bereits seit 2009 Kuratoriumsmitglied der Stiftung AKM und seit 2013 Schirmherrin. An der Veranstaltung im Gemeindezentrum wird außerdem der bekannte Schauspieler Günther Maria Halmer teilnehmen, der seit vielen Jahren auch als Botschafter für das Ambulante Kinderhospiz München tätig ist. Bei einem Stehempfang nach dem Konzert wird er die wichtige Arbeit der Stiftung erläutern und für Fragen zur Verfügung stehen.
Als Beratungs- und Betreuungszentrum für Krisenintervention und ambulante Nachsorge ist das Ambulante Kinderhospiz die bayernweite Anlaufstelle für Familien mit lebensbedrohlich erkrankten Kindern und Jugendlichen. Die Stiftung wurde 2004 von dem Ehepaar Christine und Florian Bronner gegründet. Derzeit betreut die Stiftung 200 betroffene Neugeborene, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie deren familiäres und soziales Umfeld.
Unterstützung
Gut zehn Jahre nach der Gründung kann das AKM auf ein professionelles Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Hebammen und Pflegekräften zurückgreifen. Die Kinderhospizarbeit wird zudem durch einen großen Stamm qualifizierter ehrenamtlicher Familienbegleiter ergänzt. »Dieses umfassende Angebot«, erklärt AKM-Sprecherin Angela Zacher, »ist dringend erforderlich, denn in den betroffenen Familien wird stets das gesamte soziale Umfeld in Mitleidenschaft gezogen. Folglich benötigen mehrere Familienmitglieder, wie auch das erweiterte soziale Umfeld von Schule bis Arbeitgeber, eine fachkundige Unterstützung.«
Der mit der komplexen Arbeit verbundene finanzielle Aufwand ist gewaltig und wird nur zu 16 Prozent von den Krankenkassen gefördert. Für jede Familie benötigt die Stiftung rund 6500 Euro pro Jahr, um sie professionell betreuen zu können. »Jedes Jahr müssen deshalb über eine Million Euro an Spenden generiert werden«, beschreibt Angela Zacher den Aufwand und freut sich deshalb über das Engagement des Polizeiorchesters und der IKG.
Das Polizeiorchester Bayern mit Sitz in der Landeshauptstadt München ist das professionelle sinfonische Blasorchester der Landespolizei. Mit 65 Jahren Geschichte kann das Ensemble auf eine bewegte Entwicklung zurückblicken. Aus ursprünglich 30 Polizisten entwickelte sich ein konzertantes Blasorchester mit 45 Berufsmusikern.
Bindeglied
Das Orchester versteht sich als Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern. Es stellt sich in den Dienst der guten Sache, indem es in Kooperation mit Veranstaltern aus ganz Bayern jährlich bis zu 60 Benefizkonzerte für soziale, karitative und kulturelle Zwecke spielt.
Zu den Referenzen des Orchesters zählen etwa Teilnahmen am Weltsaxofonkongress in Straßburg, am aDevantgarde-Festival für Neue Musik München, an den Münchner Opernfestspielen und dem Festival junger Künstler in Bayreuth.
Aufgrund der begrenzten Platzzahl ist für den Konzertbesuch im Gemeindezentrum eine Anmeldung unter folgender Website erforderlich: www.kinderhospiz-muenchen.de.
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Aktuelle Veranstaltungen
So. 06.09.2026 | 24. Elul 5786
Kultur
»Nicht«. Ein Abend mit Dror Mishani
Beginn 17:00 Uhr:Buchpräsentation und Gespräch zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur
Moderation: Richard C. Schneider (Journalist und Sachbuchautor)
Lesung: Robert Dölle (Residenztheater)
Sprachen: Englisch & Deutsch (mit einer Lesekostprobe auf Hebräisch)
Ursprünglich erwartete das IKG-Kulturzentrum den Schriftsteller Dror Mishani bereits im Juni 2025 zur Vorstellung von »Fenster ohne Aussicht. Tagebuch aus Tel Aviv«, entstanden nach dem 7. Oktober 2023. Der am 13. Juni 2025 ausgebrochene israelisch-iranische Zwölftagekrieg machte diese Einladung zunichte.
Inzwischen hat Dror Mishani einen neuen Roman vollendet mit dem Titel »Nicht«. Es geht darin um Liebe: die zwischen Mann und Frau, Lebende und Erinnerte, Künstlerin und Musik, Mensch und Tier. Kann eine Lüge eine Liebe retten? Oder gewinnt das Zerstörerische darin die Oberhand? Dror Mishani ist ein Meister der Charakterstudie und weit mehr als ein Krimiautor. Er sagt: »Ich habe angefangen, Kriminalromane zu schreiben, um die Wahrheit menschlicher Gewalt zu dokumentieren und den Versuch zu unternehmen, sie zu verstehen«.
So. 06.09.2026 | 24. Elul 5786
Kultur
Einladung zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur 2026 unter dem Motto »Liebe«
Beginn 10:00 Uhr:»An der frischen Luft«
10:00 Uhr
Rundgang am Alten Israelitischen Friedhof
an der Thalkirchner Straße mit Ellen Presser
bereits ausgebucht
Voranmeldung für weitere Führung am
So, 25. Oktober (mit Rückbestätigung) per
E-Mail unter karten@ikg-m.de (Stichwort: Ende Sommerzeit)
»Auf jüdischen Spuren durch die Münchner Altstadt«
mit Chaim Frank
11:00 Uhr
Begrenzte Teilnehmerzahl. Beitrag 10 Euro.
Voranmeldung unter karten@ikg-m.de (Stichwort: Stadtführung)
4.09. – Treffpunkt wird mit Rückbestätigung mitgeteilt.
»Die Synagoge Ohel Jakob« (Zelt Jakobs)
von vielen Seiten«
Referentin: Dinah Zenker
Vortrag mit Besichtigung, Einlass am Synagogenportal,
ohne Voranmeldung
13:00 Uhr (Einlass ab 12:30 Uhr)
15:00 Uhr (Einlass ab 14:30 Uhr)
Beitrag 5 Euro.
Bücher- und CD-Flohmarkt
12:00 – 17:00 Uhr
»Liebe geht auch durch den Magen«
Jüdische koschere Spezialitäten
im Restaurant Einstein
12:00 – 21:00 Uhr
Tischreservierung unter www.einstein-restaurant.de
Informationen unter (089) 202 400 491
www.ikg-m.de/kulturzentrum/aktuell/
Organisation: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787
Kultur
»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer
Beginn 19:00 Uhr:Moderation: Ellen Presser
Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
