Pressemitteilung
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29. Juni 2016
Knobloch fordert Verbot von Al-Quds-Aufmärschen in Deutschland: „Widerlichste antisemitische Propaganda und offene Aufrufe zu Gewalt gegen Juden darf es auf deutschen Straßen nie wieder geben!“
München, 29.6.2016. Im Vorfeld zahlreicher Demonstrationen, die zum islamistischen Al-Quds-Tag auch in Deutschland angemeldet sind, hat Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, das Verbot derartiger Propaganda-Veranstaltungen in Deutschland gefordert. „Es ist ein unerträglicher Missbrauch der demokratischen Versammlungsfreiheit und ein Eklat mit Ansage, dass auch in diesem Jahr Demonstrationen zum israelfeindlichen Al-Quds-Tag stattfinden sollen“, beklagt die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland.
„Diese Veranstaltungen sind vor allem in Berlin seit Jahren eine Plattform für unerträgliche israelfeindliche Propaganda und blanken Judenhass. Dass diese antisemitischen Ideologie-Festspiele erneut genehmigt wurden, ist geschichtsvergessen und verantwortungslos.“
Knobloch weiter: „Dennoch ist es zu begrüßen, dass der Berliner Innensenator Frank Henkel seitens der Versammlungsbehörde angekündigt hat, auf der Grundlage der Erfahrungen der letzten Jahre strengere Auflagen für die Al-Quds-Demonstration verhängen zu lassen. Laut entsprechender Mitteilung soll etwa verboten sein, für die Hisbollah zu werben und Kennzeichen, Symbole oder Embleme dieser Organisation zu zeigen. Außerdem sei untersagt, Gewalttaten, die darauf gerichtet waren oder sind, Menschen zu töten, zu verletzen oder zu entführen, zu verherrlichen oder gutzuheißen bzw. zu solchen Taten aufzufordern.“
„Aber leider werden sich die Teilnehmer nicht dafür interessieren“, meint die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Natürlich werden die marschierenden Anhänger der islamistischen Hisbollah und anderer Terrororganisationen sowie Neonazis und Vertreter aus dem antizionistischen linken Lager wieder ihrem Hass auf den jüdischen Staat freien Lauf lassen und übelste judenfeindliche Parolen skandieren. Von ‚Kindermörder Israel‘ bis hin zu ‚Juden ins Gas‘ wird wieder alles durch unsere Straßen hallen, was das antisemitische Propaganda-Arsenal hergibt – und das in Deutschland. Das ist ein Skandal und eine Schande für die politische Kultur unseres Landes, in der antisemitischen Hass-Demos verboten werden müssten.“
Knobloch: „Noch immer und entgegen allen Ankündigungen wird der Kampf gegen Antisemitismus zu lasch und inkonsequent geführt. Und das obwohl gerade die letzten beiden Jahre unübersehbar gezeigt haben, dass der Antisemitismus in Deutschland immer öfter offen und hemmungslos geäußert und verbreitet wird – von der verbalen Gewaltattacke bis hin zu tätlicher Aggression gegen jüdische Menschen und Einrichtungen.“
„Der Judenhass unter Muslimen, die bereits hier wohnen oder in jüngster Zeit zugewandert sind, ist ein wachsendes Problem und fällt auf fruchtbaren Boden im rechtsextremen sowie im linksextremen und teils im linksintellektuellen Spektrum. Und aufgrund der Verwurzelung oder zumindest der Gewöhnung an antisemitische Äußerungen und Praktiken in der Mitte der Gesellschaft bleibt die Empörung leider – außerhalb der politischen Eliten – weitgehend aus.“
„Für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland bedeutet das wachsende Sorge und Unsicherheit über die Zukunft in Deutschland und ganz Europa“, so die Beauftragte für Holocaust-Gedenken des WJC. „Wer das ausblendet, zeigt, dass gut 70 Jahre nach dem Holocaust von Geschichts- und Verantwortungsbewusstsein wenig übrig und die Formel ’nie wieder!‘ gescheitert ist und ad acta gelegt werden kann.“
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Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786
Kultur
„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia
Beginn 19:00Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr
In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil. In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »
Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786
Kultur
Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr
Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »
Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786
Kultur
Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“
Beginn 18:15Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr
Vortrag in jiddischer Sprache
- Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
- Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
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Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
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