Kultur
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4. Juli 2013
Benefizkonzert von Sharon Brauner: Jiddische Juwelen
Sharon Brauner präsentierte bei der WIZO ihr neues Album und verzückte das Publikum, Von Ellen Presser, 4.7.2013. Neun großzügige Gastgeberinnen und eine musikalisch beeindruckende Chansonsängerin erwarteten ihr Publikum. Und wer die Einladung der WIZO München annahm und zum »Konzert mit Sharon Brauner« ins Jüdische Gemeindezentrum am Jakobsplatz kam, wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil, Sharon Brauner brachte aus Berlin ein wunderbares Potpourri jiddischer Evergreens mit, von der Grinen Kusine über Bay mir bistu sheyn bis hin zu Sheyn wi di levone.
Die Sängerin kennt die Sprache aus ihrem Elternhaus, genauer: von ihrem Vater Wolf Brauner. Ihre Mutter sprach – aus bereits assimiliertem deutsch-jüdischem Elternhaus stammend – kein Jiddisch mehr. Das war »die Sprache der ›Anderen‹ aus dem Scheunenviertel, dem Osten, dem Schtetl«.

Umringt: Sharon Brauner (4.v.l.) nach ihrem Auftritt © Sharon Bruck
Blues Brauner, zuletzt im Dezember 2011 anlässlich von Chanukka in München aufgetreten, hat inzwischen geheiratet und ist Mutter eines Sohnes geworden. In ihrer Moderation lässt sie die Zuhörer an ihrem Leben Anteil nehmen. Viel wichtiger jedoch ist, wie diese private Entwicklung sich im besten Sinne auf ihre Stimme ausgewirkt hat. Durch die Geburt des Sohnes hat sie an Reife – einen richtigen Blues – gewonnen. Die Zuhörer flippten vor Begeisterung schier aus, als Brauner auch noch jiddische Versionen von berühmten Hits wie Cabaret und It’s impossible sang.
Lilian Steinberg wandte sich in ihrer Grußbotschaft mit einem besonderen Anliegen der WIZO an das Auditorium, darunter auch IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch. Der Erlös des Abends sollte gezielt dem »Hot Meal-Project« zugutekommen. Dabei erhalten bedürftige Kinder aus jüdischen, christlichen und muslimischen Familien eine warme, manchmal sogar die einzige richtige Mahlzeit am Tag.
Wohltätig
Die Bekämpfung solch unmittelbarer Armut in Israel ist seit jeher ein zentrales Anliegen der WIZO, die es immer wieder schafft, wohltätiges Handeln ihrer Mitglieder und Freunde auf originelle Weise zu belohnen. So lud Lillian Steinberg auch im Namen ihrer Mitstreiterinnen Sara Baumöhl, Rosi Citronenbaum, Nani Drory, Gaby Grüngras, Hanna Kaminski, Gisa Pultuskier, Sara Schmerz und Simone Weissmann zu einem »Abend voller Witz, Melodie und Melancholie«.
Wer diesen Abend verpasst hat, kann immer noch an die WIZO München spenden. Informationen dazu sind per Mail unter wizomuenchenev@aol.com erhältlich. Außerdem kann man sich selbst und anderen eine Freude mit der beim Label Solo Musica veröffentlichten CD Lounge Jewels. Sharon Brauner sings yiddish evergreens bereiten. Fünf Euro von jeder verkauften CD spendete Sharon Brauner am Abenddenn auch gleich an Ort und Stelle an die WIZO München.
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Aktuelle Veranstaltungen
So. 06.09.2026 | 24. Elul 5786
Kultur
»Nicht«. Ein Abend mit Dror Mishani
Beginn 17:00 Uhr:Buchpräsentation und Gespräch zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur
Moderation: Richard C. Schneider (Journalist und Sachbuchautor)
Lesung: Robert Dölle (Residenztheater)
Sprachen: Englisch & Deutsch (mit einer Lesekostprobe auf Hebräisch)
Ursprünglich erwartete das IKG-Kulturzentrum den Schriftsteller Dror Mishani bereits im Juni 2025 zur Vorstellung von »Fenster ohne Aussicht. Tagebuch aus Tel Aviv«, entstanden nach dem 7. Oktober 2023. Der am 13. Juni 2025 ausgebrochene israelisch-iranische Zwölftagekrieg machte diese Einladung zunichte.
Inzwischen hat Dror Mishani einen neuen Roman vollendet mit dem Titel »Nicht«. Es geht darin um Liebe: die zwischen Mann und Frau, Lebende und Erinnerte, Künstlerin und Musik, Mensch und Tier. Kann eine Lüge eine Liebe retten? Oder gewinnt das Zerstörerische darin die Oberhand? Dror Mishani ist ein Meister der Charakterstudie und weit mehr als ein Krimiautor. Er sagt: »Ich habe angefangen, Kriminalromane zu schreiben, um die Wahrheit menschlicher Gewalt zu dokumentieren und den Versuch zu unternehmen, sie zu verstehen«.
So. 06.09.2026 | 24. Elul 5786
Kultur
Einladung zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur 2026 unter dem Motto »Liebe«
Beginn 10:00 Uhr:»An der frischen Luft«
10:00 Uhr
Rundgang am Alten Israelitischen Friedhof
an der Thalkirchner Straße mit Ellen Presser
bereits ausgebucht
Voranmeldung für weitere Führung am
So, 25. Oktober (mit Rückbestätigung) per
E-Mail unter karten@ikg-m.de (Stichwort: Ende Sommerzeit)
»Auf jüdischen Spuren durch die Münchner Altstadt«
mit Chaim Frank
11:00 Uhr
Begrenzte Teilnehmerzahl. Beitrag 10 Euro.
Voranmeldung unter karten@ikg-m.de (Stichwort: Stadtführung)
4.09. – Treffpunkt wird mit Rückbestätigung mitgeteilt.
»Die Synagoge Ohel Jakob« (Zelt Jakobs)
von vielen Seiten«
Referentin: Dinah Zenker
Vortrag mit Besichtigung, Einlass am Synagogenportal,
ohne Voranmeldung
13:00 Uhr (Einlass ab 12:30 Uhr)
15:00 Uhr (Einlass ab 14:30 Uhr)
Beitrag 5 Euro.
Bücher- und CD-Flohmarkt
12:00 – 17:00 Uhr
»Liebe geht auch durch den Magen«
Jüdische koschere Spezialitäten
im Restaurant Einstein
12:00 – 21:00 Uhr
Tischreservierung unter www.einstein-restaurant.de
Informationen unter (089) 202 400 491
www.ikg-m.de/kulturzentrum/aktuell/
Organisation: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787
Kultur
»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer
Beginn 19:00 Uhr:Moderation: Ellen Presser
Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
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