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9. Januar 2012

Iran startet Urananreicherung in Bunker-Anlage

Erschienen auf Welt Online. Der Iran hat mit der Anreicherung von Uran in einem Bunker begonnen und damit scharfe Kritik des Westens provoziert. Außenminister Guido Westerwelle bezeichnete die Aufnahme der Urananreicherung auf 20 Prozent in der unterirdischen Nuklearanlage Fordu als einen „Schritt der weiteren Eskalation“.
Die Sorge der internationalen Staatengemeinschaft wachse, dass das iranische Nuklearprogramm militärischen Zwecken diene. Staatschef Ajatollah Ali Chamenei betonte, auch schärfere Sanktionen würden den Iran nicht von seinem Atomprogramm abbringen.

Angeblicher US-Agent zum Tode verurteilt

Zudem wurde bekannt, dass der Iran einen US-Bürger wegen Spionage für den US-Geheimdienst CIA zum Tode verurteilt hat. Das ohnehin äußerst angespannte Verhältnis zum Westen dürfte das weiter belasten. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien bestätigte, dass der Iran in Fordu mit der Anreicherung von Uran auf 20 Prozent begonnen hat. Die Arbeiten würden von der IAEA beaufsichtigt, erklärte eine Sprecherin der UN-Atomaufsicht. Die Atomanlage wurde in der Nähe der den Schiiten heiligen Stadt Ghom in einem Gebirgsmassiv errichtet.

Ihre Existenz räumte der Iran erst ein, nachdem sie westliche Geheimdienste 2009 publik gemacht hatten. Die Anreicherung auf 20 Prozent bringt den Iran deutlich näher an die Fähigkeit, kernwaffentaugliches Uran herzustellen. Westliche Diplomaten weisen daraufhin, dass eine Anreicherung auf 20 Prozent in einer tief verbunkerten Anlage zumindest für zivile Zwecke keinen Sinn ergibt.

Verschärfung der Sanktionen

Viele Staaten verdächtigen den Iran, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran weist den Vorwurf zurück und pocht auf ihr Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie. Allerdings ist der Iran nicht bereit, sein Atomprogramm den Inspektoren der IAEA vollständig offenzulegen und so den Verdacht auszuräumen. Die USA haben kürzlich eine Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran beschlossen, um weiter Druck auf die Regierung auszuüben. Auch die Europäische Union peilt weitere Strafmaßnahmen an, die den wichtigen Ölsektor treffen sollen.

„Der Iran bleibt aufgefordert, seinen internationalen Verpflichtungen endlich nachzukommen und die Urananreicherung sofort einzustellen“, erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Solange sich der Iran nicht bewege, gebe es zu scharfen Sanktionen keine Alternative.

Westerwelle sei daher zuversichtlich, dass beim EU-Ministertreffen am 30. Januar auch „qualitativ neue Sanktionen gegen Ölexporte aus dem Iran“ beschlossen werden. Das US-Außenministerium erklärte, falls der Iran tatsächlich Uran auf 20 Prozent anreichere, verstoße das Land erneut gegen seine internationalen Verpflichtungen.

Unterstützung aus Venezuela: Chávez hält zu „Bruder aus Teheran“

Unterstützung erhielt Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad auf der ersten Station seiner Lateinamerika-Reise. In Venezuela sicherte der linke Staatschef Hugo Chávez dem „Bruder“ aus Teheran Freundschaft und Solidarität zu. Ahmadinedschad lobte den im Oktober vor Wahlen stehenden Chávez im Gegenzug als „Champion“ im Kampf gegen die Armut und Symbol der Revolution in Lateinamerika.

Der iranische Präsident selbst wies „imperialistische“ Beschuldigungen zurück, sein Land baue an der Atombombe, und betonte die Gemeinsamkeit mit Venezuela. „Die Völker des Irans und Venezuelas sind heute gemeinsam auf dem Weg, die Habsucht des Imperialismus zu bekämpfen. Das hegemoniale und dominierende System ist im Niedergang, deswegen zeigt es sein aggressives Gesicht und tritt menschliche Werte mit den Füßen“, sagte Ahmadinedschad, ohne die USA dabei direkt zu nennen. Auch Chávez betonte, Iraner und Venezolaner gehörten zu den angegriffenen Völkern, die um das Gleichgewicht in der Welt und den Frieden kämpften.

Chamenei will nicht einlenken

Weder der Iran mit seiner islamischen Revolution noch Venezuela mit der Revolution Bolivars hätten jemanden überfallen oder Bomben geworfen. Mit der Reise durch Lateinamerika will Ahmadinedschad demonstrieren, dass Teheran trotz schärferer Sanktionen der USA und der Europäischen Union nicht isoliert ist.

Auch der oberste politische und geistliche Führer des Irans Chamenei schloss ein Einlenken im Atomstreit mit dem Westen aus. Selbst die kürzlich verschärften Sanktionen würden den Iran nicht dazu bringen, seine Atompolitik zu ändern, sagte er in einer im Staatsfernsehen ausgestrahlten Rede.

„Die iranische Nation glaubt an ihre Führer. … Die von unseren Feinden gegen den Iran verhängten Sanktionen werden keinerlei Einfluss auf die Nation haben.“ Die Entschlossenheit des Landes werde durch die Strafmaßnahmen nicht erschüttert.

Iran protzt mit schlagkräftiger Marine

Iranische Staatsmedien berichteten, dass der US-Bürger Amir Mirsa Hekmati vom Revolutionsgericht zum Tode verurteilt worden sei, weil er „mit dem feindlichen Amerika kooperiert und für die CIA spioniert“ habe. Das Todesurteil gegen den 28-Jährigen, der auch die iranische Staatsbürgerschaft besitzt, müsse noch vom Obersten Gerichtshof bestätigt werden. Der US-Iraner war im Dezember festgenommen worden. Nach Angaben des iranischen Geheimdienstes wurde Hekmati auf US-Stützpunkten in Afghanistan und Irak ausgebildet. Den Justizbehörden zufolge hat er Kontakte zur CIA zugegeben.

Er habe nach eigener Aussage aber nicht die Absicht gehabt, dem Iran zu schaden. Das US-Präsidialamt bezeichnete die Vorwürfe gegen Hekmati als haltlos und forderte seine sofortige Freilassung. Sollten sich die Berichte über die Todesstrafe bewahrheiten, würden die USA dies verurteilen, erklärte ein Sprecher von US-Präsident Barack Obama.

Auch die Bundesregierung kritisierte das Strafmaß und die Urteilsbegründung. „Es ist besorgniserregend und auch betrüblich, dass sich der Iran mehr und mehr von der internationalen Gemeinschaft und internationalen Maßstäben wie Rechtstaatlichkeit wegbewegt“, sagte Westerwelle in Tunis.

Eine unmittelbare Hinrichtung von Hekmati ist nach Einschätzung von Beobachtern unwahrscheinlich. Als politisches Pfand im Atomstreit dürfte der Inhaftierte für den Iran noch von Nutzen sein, erklärte die Iran-Expertin Gala Riani von der Beratungsfirma His Global Insight.

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Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787

Kultur

»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr

Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann

Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.

In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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