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24. August 2012
Iran beschleunigt Bau von Uran-Zentrifugen
Erschienen auf Spiegel Online, 24.8.2012. Irans Regime forciert offenbar sein Nuklearprogramm. Nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde soll Teheran in den vergangenen Monaten tausend neue Zentrifugen installiert haben, mit denen Uran angereichert werden kann. Israels Außenminister Barak drängt auf einen Militärschlag.
Am Freitag, 24. August 2012, wird mal wieder verhandelt. In Wien treffen sich Vertreter Irans mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), um über eine friedliche Lösung des Atomstreits zu beraten. Im Kern soll es bei den Gesprächen um die Versuchsanlage Parchin gehen. Die IAEA will ihren Kontrolleuren Zutritt zu dem Komplex verschaffen, das iranische Regime lehnt dieses Ansinnen bislang ab. Parchin sei eine militärische Anlage, die nichts mit dem Atomprogramm zu tun hat – das laut Angaben Teherans ohnehin nur zivilen Zwecken dient.
Doch sowohl die IAEA als auch der Westen bezweifeln diese Darstellung. Und die Skepsis wächst. Inspektoren der Atomenergiebehörde haben offenbar herausgefunden, dass Iran in den vergangenen Monaten Hunderte neuer Zentrifugen installiert hat, mit denen Uran angereichert werden kann. Die Zentrifugen seien in eine unterirdische Anlage nahe der Stadt Qom gebracht worden, die vor Bombenangriffen aus der Luft besonders geschützt ist.
Entsprechende Erkenntnisse werde die IAEA in Kürze in einem Bericht vorlegen, berichtete die „New York Times“ am Freitag. Nach Angaben von Olli Heinonen, ehemaliger Chef-Inspektor der IAEA, hätte das Regime die Zahl der Zentrifugen um ein Fünftel erhöht. Die Kontrolleure bestätigen damit die Äußerung eines iranischen Offiziellen, der Ende Juli damit geprahlt hatte, dass sein Land tausend neue Zentrifugen produziert habe.
Die Inspektoren hätten auch herausgefunden, dass Iran seine Bemühungen verstärke, Uran bis auf eine Reinheit von 20 Prozent anzureichern. Teheran erklärt, das Material für einen Reaktor zu benötigen, der ausschließlich medizinischen Zwecken diene. Gleichzeitig ist es von auf 20 Prozent angereichertem Uran technisch gesehen nur noch ein kleiner Schritt, um waffenfähiges Uran zu produzieren. Zum Vergleich: Für zivile Atomkraftwerke benötigt man nukleares Material, das auf drei bis fünf Prozent angereichert ist.
Deshalb hat die sogenannte 5+1-Gruppe – bestehend aus den fünf Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien sowie Deutschland bei ihren jüngsten Verhandlungen mit der iranischen Regierung darauf gedrängt, dass Teheran aufhört, Uran bis zu einer Reinheit von 20 Prozent anzureichern. Iran hat diese Forderung wiederholt zurückgewiesen.
Barak drängt auf Militärschlag
Trotz des beschleunigten Zentrifugen-Baus: Bislang hat das Regime die neuen Anlagen offenbar nicht in Betrieb genommen. Und selbst wenn die Zentrifugen rotieren sollten, benötige Iran noch mindestens zwei Jahre, um einen einsatzfähigen Nuklearsprengkopf herzustellen, so die „New York Times“ unter Berufung auf Schätzungen der US-Regierung.
Der angekündigte IAEA-Bericht lasse zudem offen, ob Teheran überhaupt schon die Entscheidung getroffen hat, Atomwaffen zu produzieren. Die Regierung in Washington sei der Überzeugung, dass dieser Entschluss noch nicht gefällt sei. Offenbar strebe Iran aber an, so viel hochangereichertes Uran herzustellen, dass die Fertigstellung einer Atombombe gegebenenfalls innerhalb weniger Monate möglich sei.
Die neuen Erkenntnisse der IAEA stärken jene in den USA und Israel, die auf einen Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm drängen. Denn, so ihre Argumentation, Sanktionen, Sabotageakte und Cyberangriffe gegen die Anlagen können den Fortschritt des Nuklearprogramms nicht entscheidend bremsen. Besonders der israelische Außenminister Ehud Barak drängt offenbar auf einen raschen Militärschlag. Zeitungen in Israel berichteten zuletzt, dass ein Angriff schon „innerhalb der nächsten zwölf Wochen“ bevorstehen könne. Ähnliche Prophezeiungen waren in den vergangenen Jahren des Öfteren zu lesen, stets erwiesen sie sich als falsch.
Dennoch bleiben die Äußerungen aus Israel offenbar nicht ohne Wirkung. Als Kompromissangebot könnte Teheran daher doch noch einer Inspektion der Anlage in Parchin zustimmen. Entsprechende Vorbereitungen hätten die Iraner jedenfalls getroffen. Satellitenbilder sollen belegen, dass auf dem Gelände umfangreiche Aufräumarbeiten stattgefunden haben. Mögliche Beweise für Waffentests in Parchin wären damit bei einem Besuch der Inspektoren damit wohl längst vernichtet.
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»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
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Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
