Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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30. März 2012

Anti-israelischer „Global March to Jerusalem“: IKG fordert Solidarität mit Israel

Am Freitag, 30. März 2012,  hat der anti-israelische „Global March to Jerusalem“ stattgefunden. Einer der Organisatoren dieser Initiative erklärte vor dem Sturm auf Israels Grenzen: „Wir sind bereit, Märtyrer für unsere palästinensischen Brüder zu werden.“ Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern forderte gemeinsam mit der Botschaft des Staates Israel die internationale Öffentlichkeit dazu auf, Israels Recht auf Selbstverteidigung als souveränen demokratischen Staat anzuerkennen und den israelfeindlichen Charakter der Initiatoren des GMJ und seiner Unterstützer anzuprangern.

Wir hoffen, dass unsere Nachbarstaaten diese Demonstrationen, die sich gegen Israel wenden und die Zusammenstöße mit Gewaltopfern bewusst einkalkulieren, nicht eskalieren lassen.

Hintergründe zu den Akteuren und Absichten des GMJ finden Sie hier (PDF) sowie im Internet auf der Homepage der Botschaft des Staates Israel in Berlin oder dem Offiziellen Blog der Botschaft.

Stellungnahme der Botschaft des Staates Israel zum „Global March to Jerusalem“

Botschaft des Staates Israel, 29.03.12. Wir fordern die internationale Öffentlichkeit dazu auf, Israels Recht auf Selbstverteidigung als souveräner demokratischer Staat anzuerkennen und den israelfeindlichen Charakter der Initiatoren des GMJ und seiner Unterstützer zu verurteilen. Wir hoffen, dass unsere Nachbarstaaten diese Demonstrationen, die sich gegen Israel wenden und die Zusammenstöße mit Gewaltopfern bewusst einkalkulieren, nicht eskalieren lassen.

Wir würden uns wünschen, dass sich die teilnehmenden Organisationen und Aktivisten stattdessen für Menschenrechte, Meinungsfreiheit und politische Partizipation für die Völker des „Arabischen Frühlings“, sowie für ein friedliches Miteinander zum Wohl der gesamten Region einsetzen würden. Die Organisatoren wollen mit dieser Aktion die Aufmerksamkeit von den Menschenrechtsverletzungen in den arabischen Ländern ablenken.

Wir wünschen allen ein friedliches und gewaltfreies Wochenende. Shabbat Shalom.

Das Wichtigste zum GMJ in Kürze:

  • Der „Global March to Jerusalem“ (GMJ) ist ein international organisierter Sturm auf die Grenzen des Staates Israel, ausgehend von den angrenzenden Ländern. Zeitgleich finden weltweit anti-israelische Demonstrationen statt.
  • Initiatoren und Teilnehmer sind islamistische Gruppen und Terrororganisationen sowie verschiedene linksradikale Organisationen aus Europa und Nordamerika.
  • Obwohl als friedlich angekündigt, wird eine Eskalation bewusst angestrebt. Von Seiten extremistischer Teilnehmer werden Opfer einkalkuliert und provoziert.
  • Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte werden mit größter Zurückhaltung agieren. Israel wird jedoch keinen Angriff auf seine Souveränität dulden. Israel hat das Recht und die Pflicht, zum Schutz seiner Bürger jeden Zutritt auf sein Territorium zu kontrollieren.

Ein Marsch der Narren

Ein Kommentar von Ron Prosor, Jerusalem Post, 29.03.12, erschienen auf botschaftisrael.de, 30.3.2012. Für Freitag haben einige der übelsten Terroristen, Tyrannen und Extremisten ein Massenevent organisiert, das Israels Souveränität angreift: den „Globalen Marsch nach Jerusalem“.

Sie marschieren im Takt eines revisionistischen Geschichtsbildes, wie wir es seit George Orwell’s 1984 nicht mehr erlebt haben und beschuldigen Israel der „Judaisierung Jerusalems“. Diese Anschuldigungen kommen etwa 3.000 Jahre zu spät.

Seit König David im 10. Jahrhundert v.d.Z. den Grundstein seines Palastes legte, ist Jerusalem die ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes. Obwohl die Juden einst mit Gewalt aus der Stadt vertrieben wurden, gelang es ihnen Mitte des 19. Jahrhunderts, wieder eine klare Mehrheit der Einwohner zu stellen und dieses Verhältnis seitdem aufrechtzuerhalten.

In anderen Teilen der Welt würde eine Veranstaltung wie der geplante Marsch eher für Gelächter sorgen und keine Teilnehmer finden. Können Sie sich einen Marsch auf Capitol Hill vorstellen, der den Kongress der „Amerikanisierung“ Washingtons bezichtigt? Oder eine Kampagne gegen die „Indisierung“ des Taj Mahal?

Der Iran, die Hamas, die Hisbollah und die Muslimbruderschaft finanzieren diese Veranstaltung und sind an den Vorbereitungen beteiligt. Um die größtmögliche Medienaufmerksamkeit zu erreichen, werden sie höchstwahrscheinlich die Teilnehmer zu Gewalttaten aufwiegeln.

Es ist nicht der erste gefährliche PR-Stunt, der an Israels Grenzen aufgezogen wird. 2011 hat das Assad-Regime sogenannte „Aktivisten“ bezahlt, damit sie von Syrien aus in israelisches Gebiet eindringen. Das Ziel war klar: in Israel Gewalt anzuzetteln, um die internationale Aufmerksamkeit von den Massakern in Syrien abzulenken. Ein alter Kniff aus der Trickkiste von Diktatoren.

Die Veranstaltung am Freitag ist nur ein weiterer Akt in einem weitaus größeren Drama. Erst letzten Monat legte Mahmud Abbas, der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), auf seinem Urlaub von den Friedensverhandlungen mit Israel einen weiteren Zwischenstopp ein und reiste mit anderen arabischen Führern nach Doha zu einer Konferenz mit dem Namen „Die Verteidigung Jerusalems“. Die Konferenz war eine Tour de Force aller zentralen Motive der anti-israelischen Hetze. In seiner Grundsatzrede erklärte Abbas, dass das Narrativ der jüdischen Geschichte nicht belegbar sei, besonders die Existenz dessen, „was [das jüdische Volk) einen Tempel nennt.“

Ein Referent nach dem anderen beschuldigte Israel der „ethnischen Säuberungen“ in Jerusalem, obwohl der arabische Bevölkerungsanteil in der Stadt seit 1967 von 26 Prozent auf 35 Prozent angestiegen ist. Während die Welt von jedem einzelnen „jüdischen“ Haus Notiz nimmt, wurde erst kürzlich der Bau von 2.500 Häusern im arabischen Teil der Stadt genehmigt, zusätzlich weitere Gemeindezentren und Hotels. In der Zwischenzeit ruft die PA die arabischen Einwohner weiter dazu auf, illegale Häuser zu errichten, da sie auf Medienaufmerksamkeit zählen kann, wenn diese wieder abgerissen werden.

Die Wahrheit ist, dass Jerusalem unter israelischer Hoheit einen bisher ungekannten Wohlstand genießt und allen Einwohnern erstmals gleiche Rechte gewährt. Seit ihrer Vereinigung durch Israel 1967 gedeiht die Stadt dank der Werte von Toleranz und Freiheit.

Zum ersten Mal seit Jahrhunderten sind alle heiligen Stätten, die zuvor gesperrt waren, offen für den Gottesdienst aller Menschen – ein Prinzip, das im israelischen Recht verankert ist.

Der „Globale Marsch“ gefährdet nicht nur Leben und Eigentum, sondern auch die Aussicht auf Frieden. Mit dem Versuch, die Verbindung des jüdischen Volkes zu dem Land auszulöschen, das schon vor Jahrtausenden seine Heimat war, zerstören die arabischen Führer jede Grundlage für eine zukünftige Koexistenz. Leider sind diese destruktiven Botschaften fester Bestandteil der Lehre in ihren Moscheen, Schulen und Medien. Im ganzen Nahen Osten wird der Keim der Intoleranz bereits in der nächsten Generation gepflanzt.

Der Versuch, die Geschichte zu ändern, wird zu nichts anderem führen als zu weiteren Konflikten und Gewalt. Jerusalems verwinkelte Straßen und hügelige Anhöhen sind die Heimat der heiligsten Erinnerungen des Judentums und der Grundstein unserer blühenden Demokratie. Diese heilige Stadt ist, war immer und wird immer das Herz des jüdischen Glaubens sein.

Ron Prosor

Ron Prosor

So lange wie die arabische Welt in einer Orwellschen Illusion der verzerrten Vergangenheit zurückbleibt, wird das Versprechen einer friedlichen Zukunft zwischen Israelis und Palästinensern ein ferner Traum bleiben.

Der Autor ist der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen.

Die auf der Website veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern wieder, sondern sollen einen Überblick über den öffentlichen Meinungsbildungsprozess und die gesellschaftliche und politische Diskussion gewährleisten.
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