Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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30. Juli 2015

Visionär und Ideengeber: Hubert Burda erhält Mendelssohn-Medaille

Der Verleger Hubert Burda erhielt in der IKG die Moses Mendelssohn Medaille.Von Helmut Reister, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen vom 30.7.2015. Wenn man den Begriff »maßgeschneidert« in Zusammenhang mit einem Festakt verwenden will, dann war er maßgeschneidert. Der Verleger, Kunsthistoriker und Visionär Hubert Burda wurde am 20.7.2015 für seine Verdienste um das deutsch-jüdische Verhältnis mit der Moses Mendelssohn Medaille ausgezeichnet.

Die Auszeichnung fand in dem Saal im jüdischen Gemeindezentrum am St.-Jakobs-Platz statt, der nach ihm, Hubert Burda, benannt ist, gewürdigt mit einer Laudatio von IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch, die die Medaille selbst schon erhalten hat. Besser inszeniert geht es kaum.

IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch würdigte Hubert Burda für seine Verdienste um das deutsch-jüdische Verhältnis. © Marina Maisel

Auch der Beginn der Festveranstaltung war sicherlich nicht zufällig gewählt. Pianistin Marina Baranova eröffnete die Veranstaltung mit einem Stück von Felix Mendelssohn Bartholdy (»Lieder ohne Worte«), einem Enkel des Philosophen und Aufklärers Moses Mendelssohn, der dem Preis seinen Namen gab. Der Gründungsdirektor und Vorstand der gleichnamigen Stiftung, Julius Schoeps, überreichte die Auszeichnung an Hubert Burda, der sich ausgesprochen geehrt zeigte.

Verständigung

»Wir würdigen mit der Auszeichnung den beständigen Einsatz von Professor Burda für die Verständigung zwischen Deutschland und Israel. Wir ehren jemanden, dem bewusst ist, dass man nur dann in dieser Welt etwas verändern kann, wenn man den Willen dazu hat und auch bereit dazu ist«, sagte Schoeps mit Blick auf Hubert Burda.

Im Laufe des Abends fiel neben vielen anderen wohlwollenden und wohlklingenden Attributen das Wort »Visionär« gleich mehrfach, um Hubert Burda einigermaßen treffend zu charakterisieren. Charlotte Knobloch sprach gleich zu Beginn ihrer Laudatio sogar von einem Wagnis, den Preisträger zu beschreiben. »Es ist unmöglich«, wandte sich die IKG-Präsidentin an Hubert Burda, »Ihnen auch nur ansatzweise gerecht zu werden. Weder Ihrem Lebenswerk als Verleger und Unternehmer, noch Ihrer Großzügigkeit als Mäzen, oder gar Ihrer menschlichen Größe als Persönlichkeit unserer Zeit, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stets in bemerkenswerter Weise bewusst ist.«

Charlotte Knobloch nannte eine schier unendliche Zahl von Impulsen und Aktivitäten der unterschiedlichsten Art, mit denen Hubert Burda das Verhältnis zwischen Juden und Deutschen beflügelt hat, dann gab sie jedoch auf, weil die Aufzählung den Rahmen sprengen würde. »Es sind eben die unzähligen Mosaiksteine, die sein einzigartiges Engagement über Jahrzehnte zu einem Gesamtkunstwerk ungeahnten Ausmaßes machen«, betonte die IKG-Präsidentin in ihrer Laudatio. Auf Jiddisch gelang ihr die Beschreibung leichter: »Er is a Mentsch. Damit ist eigentlich alles gesagt.«

Bei der Preisverleihung: Charlotte Knobloch, Hubert Burda und Julius H. Schoeps (v.l.) © Marina Maisel

Leuchtturm

Stiftungsdirektor Julius Schoeps hatte in seiner Rede auch auf die engen Verbindungen des Preisträgers zu den jüdischen Gemeinden hingewiesen, besonders die zur Israelitischen Kultusgemeinde in München. Charlotte Knobloch bezeichnete Hubert Burda als »hell strahlenden Leuchtturm« und zitierte ihn aus der Festschrift zum 200-jährigen Bestehen der IKG: »Ohne die finstere Vergangenheit zu verleugnen, kommt es darauf an, dass Israelis beziehungsweise Juden und Deutsche gemeinsam etwas in der Gegenwart unternehmen, das in der Zukunft Früchte trägt.«

Diesen Traum hatte auch Charlotte Knobloch, als sie vor 30 Jahren das Amt der IKG-Präsidentin übernahm und einige Jahre später bei dem Verleger Hubert Burda vorsprach, »Klinken putzte«, wie sie es ausdrückte. Der Traum von Knobloch war ein neues jüdisches Gemeindezentrum, die Rückkehr ins Herz der Stadt, der Beginn eines deutsch-jüdischen Dialogs.

Hubert Burda ließ sich von Charlotte Knoblochs Idee anstecken und erwies sich bei der Förderung des Gemeindezentrums als ungeheuer großzügig. In der Festschrift schreibt er: »Etwas zu tun für die jüdische Gemeinde in München, meiner zweiten Heimatstadt, verschaffte mir ein wahres Glücksgefühl.« Charlotte Knobloch ging in ihrer Laudatio auf diesen Satz ein und stellte ihn auf den Kopf. »Menschen wie Ihnen zu begegnen, verschafft mir ein wahres Glücksgefühl«, sagte sie zu Hubert Burda und griff den viel zitierten Satz von Lord Weidenfeld auf: »Hubert Burda gehört zu den deutschen Persönlichkeiten, die mir wieder Vertrauen zu Deutschland gegeben haben.«

Zukunft

Burda, so Charlotte Knobloch, verkörpere den verantwortungsvollen Umgang mit der deutschen Geschichte, den geschichtsbewussten Umgang mit unserer gemeinsamen Gegenwart und das Für- und Miteinander in unserer Zukunft. Einen würdigeren Preisträger könne es nicht geben.

Das Moses Mendelssohn Zentrum ehrt mit der Medaille die Verdienste um die Aufarbeitung der deutsch-jüdischen Geschichte, die Versöhnung zwischen Nichtjuden und Juden, die Stärkung jüdischer Neuanfänge in Deutschland und die Intensivierung deutsch-israelischer Beziehungen. Die Liste der bisherigen Preisträger umfasst hochrangige Persönlichkeiten, neben Charlotte Knobloch zum Beispiel Friede Springer, Daniel Barenboim, Kurt Biedenkopf, Avi Primor, Hildegard Hamm-Brücher und Berthold Beitz.

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Aktuelle Veranstaltungen


Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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Mi. 21.10.2026 | 10. Cheschwan 5787

Kultur

Filmvorführung „Noga“

Beginn 19:00

Filmvorführung
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19 Uhr

Ein Film von Jono & Benji Bergmann mit Noga Erez und Ori Rousso
Produktion: Babka Film in Koproduktion u.a. mit Sperl Film + Fernsehproduktion
Österreich/ Deutschland/ Israel 2026, 96 Min.
Originalsprache: Hebräisch, Englisch, mit deutschen Untertiteln

Die israelische Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso auf dem Weg zum internationalen Durchbruch. Zwischen ausverkauften Konzertsälen mit provokanten Hits wie »End of the Road«, politischer Zuspitzung und persönlichen Spannungen, kämpft sie darum, weiterhin gehört, vor allem aber verstanden zu werden – in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät. Weiterlesen »

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