Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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25. Juni 2011

Gilad Shalit: Fünf Jahre als Geisel der Hamas

Der 25. Juni 2011 ist der fünfte Jahrestag der Entführung von Gilad Shalit. Der damals 19-jährige israelische Soldat wurde von Terroristen der Hamas von israelischem Gebiet in den Gaza-Streifen verschleppt. Seither befindet sich Shalit in Gefangenschaft der Terrororganisation, die ihm die grundsätzlichen Menschenrechte verweigert, einschließlich Besuche des Internationalen Roten Kreuzes. „Dieses Vorgehen missachtet sämtliche Grundsätze der Genfer Konvention“, beklagte Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, anlässlicher des Jahrestages. Die Hamas müsse Gilad Shalit endlich freilassen.

Bis heute verbietet die Hamas dem 24-Jährigen jegliche Kontaktaufnahme zur Außenwelt. Das letzte Lebenszeichen von Gilad Shalit war ein Video, das seine Entführer im September 2009 veröffentlichten, auf dem er blass und dünn und um sein Leben flehend zu sehen war. „Sein Leid, das seiner Eltern und Geschwister, seiner Freunde und Kameraden wachse von Tag zu Tag“, so Knobloch.

Israels Ministerpräsident Benyamin Netanyahu hat auf der Abschlussveranstaltung der „Presidential Conference“ eine Rede gehalten, in der er ankündigte, dass Israel den Druck auf die Hamas weiter erhöhen werde, um Gilad Shalits Freilassung voranzubringen, teilte das Amt des Ministerpräsidenten am 24. Juni 2011 mit. Weiterhin werde Israel die Haftbedingungen für Terroristen auf das im internationalen Recht vorgeschriebene Mindestmaß reduzieren und alle weiteren Zuwendungen streichen.

Netanyahu zu Hamas: Die Party ist vorbei

Netanyahu: „Heute hat die Hamas erklärt, dass sie ihrer Linie treu bleibt und die Forderung des Roten Kreuzes, Gilad Shalit besuchen zu dürfen, zurückweist. Und deshalb habe auch ich jetzt eine Erklärung abzugeben: Ich habe mich entschieden, Israels Richtlinien für Terroristen in israelischen Gefängnissen zu ändern. Wir sind zwar verpflichtet, israelisches und internationales Recht sowie internationale Verträge einzuhalten, doch wir sind nicht dazu verpflichtet, darüber hinaus zu gehen. Deshalb werden die außerordentlichen und übertriebenen Bedingungen für Terroristen in israelischen Gefängnissen jetzt ein Ende haben! Wir werden jetzt eine Reihe von Schritten einleiten, um die Gefängnisbedingungen zu ändern. Ich will zwar jetzt nicht ins Detail gehen, doch ein Beispiel möchte ich Ihnen gerne geben: Ich habe den absurden Vorgang gestoppt, der Terroristen, die im Gefängnis sind, weil sie unschuldige Zivilisten getötet haben, die Möglichkeit bietet, sich für ein Universitätsstudium einzuschreiben. Es wird keine Master-Abschlüsse für Mord und keine Doktoren des Terrorismus mehr geben. Die Party ist zu Ende.

Netanyahu rief die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, diese nicht tolerierbare Situation zu beenden. „Ich denke, dass die gesamte zivilisierte Welt gemeinsam mit Israel und den USA eine einfache Forderung an die Hamas richten sollte: Lasst Gilad Shalit frei!“

An dem unprovozierten Angriff am 25. Juni 2006 waren sieben bewaffnete Terroristen der Hamas beteiligt waren. Sie verschleppten Shalit durch einen Tunnel, der unter der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen gegraben wurde. Im Verlauf des Angriffs wurden zwei Soldaten der israelischen Verteidigungskräfte umgebracht, Leutnant Hanan Barak und Oberfeldwebel Pavel Slutzker. Fünf weitere wurden verletzt.

Rotes Kreuz beschuldigt Hamas der Missachtung humanitären Völkerrechts

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) hat laut Haaretz anlässlich des jahrestages die Hamas dazu aufgefordert, ein Lebenszeichen des entführten Soldaten zu liefern. Die Shalit-Familie habe das Recht darauf, Kontakt mit ihrem 24-jährigen Sohn zu haben, erklärte das ICRC in Bezug auf das Humanitäre Völkerrecht. „Da es seit fast zwei Jahren kein Lebenszeichen von Shalit gegeben hat, fordert das ICRC jetzt von der Hamas den Beweis, dass er noch am Leben ist“, sagte das Komitee.

„Die totale Abwesenheit von Informationen bezüglich Herrn Shalit ist vollkommen inakzeptabel“, erklärte Yves Daccord, der Direktor des ICRC, in einem Statement. „Die Hamas hat nach dem Humanitären Völkerrecht die Verpflichtung, das Leben von Herrn Shalit zu schützen, ihn menschenwürdig zu behandeln und ihm Kontakt zu seiner Familie zu gewähren“, fügte Daccord hinzu.

Mahnkundgebung auf dem Marienplatz

Das Jugendzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern hatte am 24. Juni 2011 von 15 bis 18 Uhr eine Mahnkundgebung auf dem Münchener Marienplatz veranstalted, um das Schicksal von Gilad Shalit im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Weitere Informationen unter mfa.gov.il.

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Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787

Kultur

»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr

Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann

Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.

In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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