Pressemitteilung
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26. Oktober 2015
Gewalt in Israel: Appell an Gesellschaft und Politik. Knobloch fordert mehr Solidarität und Empathie für die Menschen in Israel
München, 26.10.2015. Vor ihrer Abreise zum Governing Board des World Jewish Congress (WJC), bei dem in Rom Spitzenvertreter von jüdischen Gemeinden aus der ganzen Welt zusammen kommen, um über aktuelle Herausforderungen zu diskutieren – etwa auch die jüngste Eskalation des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern –, appellierte Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern auch an Politik und Gesellschaft in Deutschland, wieder entschlossener und solidarischer an der Seite der einzigen Demokratie im Nahen Osten zu stehen:
„Aus Sicht der jüdischen Gemeinden auch in Deutschland ist es schwer verständlich und kaum erträglich, wie wenig Solidarität Israel – die einzige Demokratie im Nahen Osten – seitens der europäischen Wertepartner erfährt.“ Sie wünsche sich wieder mehr Empathie für die Menschen in Israel, sagte die WJC-Beauftrage für Holocaust-Gedenken. „Israel ist seit dem Tag seiner Gründung existenziell bedroht und muss sich seit 67 Jahren in einem latenten oder manifesten Kriegszustand bewähren. Die Menschen in Israel leben in ständiger Angst um ihre Familien. Die jüngste Welle des Terrors, bei der im ganzen Land seit Wochen nahezu täglich palästinensische Attentäter arg- und wehrlose Zivilisten oder Soldaten mit Messern, Äxten oder Autos brutal ermorden oder verletzen, hat einmal mehr Angst und Trauer über den jüdischen Staat gebracht.“
Knobloch weiter: „Die Menschen in Israel sehnen sich nach Frieden und Sicherheit. Terror und Aggression haben ihre Ursache auf palästinensischer Seite. Dort werden die Menschen seit Jahrzehnten mit übelster Propaganda indoktriniert und zu Hass und Gewalt erzogen. Schon Kleinstkinder werden bewaffnet und zum Krieg gegen Israel und die Juden gedrillt. Seit jeher – insbesondere seit Israel aus dem Gazastreifen abgezogen ist – geben Terrorgruppen in den palästinensischen Gebieten den Ton an. Sie unterdrücken die Menschen, dominieren und ideologisieren das Denken und Handeln, und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas versucht nicht einmal den Anschein zu erwecken, gegen die Terroristen vorzugehen. Vielmehr adaptiert er ihre Strategien, unterstützt das Morden, kündigt vor den Augen der Welt den Friedensvertrag von Oslo auf und gießt in der aktuellen aufgeheizten Situation weiter Öl ins Feuer, indem er agitiert und mit propagandistischen Lügen den Hass unter den Palästinensern weiter schürt. Terroristen werden zu Märtyrern verklärt. Ihre Familien erhalten finanzielle Unterstützung, Häuser, Ehre und Ruhm. So werden die Attentäter immer jünger, und eine weitere Generation Palästinenser steht Israel nicht als Partner für Frieden zur Verfügung.“
Knobloch bedauerte, dass der Nahost-Konflikt zwar ein zentrales Thema auch in der öffentlichen Diskussion in Deutschland sei, dass die Debatte jedoch vielfach nur oberflächlich und mit einseitigen Informationen und Argumentationen geführt werde. Dabei werde in der Regel eine Diskussions-Schablone nachgezogen, bei der ein vermeintlich überlegener starker Staat Israel zum Täter stilisiert und vermeintlich schwachen Palästinensern die Opferrolle zugeschrieben wird. Dieses Argumentationsmuster sei inzwischen so etabliert, dass die reale Sachlage dahinter verschwinde, ignoriert oder bis zur Unkenntlichkeit verfremdet werde.
Knobloch: „Nahezu ungefiltert wird vielfach die arabisch-palästinensische Propaganda auch in Europa und Deutschland kolportiert.“ So werde verkannt, „dass die Maßnahmen, für die Israel kritisiert wird, Reaktionen auf palästinensischen Terror sind“. Knobloch: „Israel verteidigt und beschützt das eigene Volk und die eigene Existenz. Das wird jedem anderen souveränen Staat mit Selbstverständlichkeit zugestanden. Ich fordere, dass die Europäische Union mit den USA und dem Nahost-Quartett endlich die Palästinenser unmissverständlich für den Terror verurteilt und zurück an den Verhandlungstisch zwingt.“ Auch die UN und ihre Unterorganisationen müssten ihre Politik der Scheinheiligkeit beenden und den subtilen Versuch der Palästinenser unterbinden, einseitig einen Staat Palästina zu gründen.
„Kein Zweifel“, so Knobloch, „die Bilder aus Israel sind für unsere westlichen und speziell europäischen Augen, die sich G-tt sei Dank an Frieden unter Nachbarn gewöhnen durften, schrecklich und befremdlich. Aber die Schuld daran liegt nicht beim jüdischen Staat, sondern bei seinen Feinden. Europa und Deutschland schulden der jüdischen Gemeinschaft und dem demokratischen Staat Israel Fairness und Solidarität im Kampf gegen jenen Terror, der in letzter Konsequenz die gesamte freie Welt gefährdet. Daran darf es keinen Zweifel geben.“
Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland warnt: „Da Israel in der Denkweise vieler synonym für Juden steht, führt das herrschende extrem israelkritische bis -feindliche Klima zu einem weiteren Anstieg des Antisemitismus auch in Deutschland, zumal unter hier lebenden Muslimen. Schon jetzt ist die Kluft zwischen politischer Räson und den Einstellungen in weiten Teilen der Bevölkerung groß. Die politische Elite muss besser und eindringlicher erklären, warum das Einstehen für das Existenzrecht Israels fester Bestandteil einer freiheitlich-demokratischen Politik ist.“
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Mo. 16.03.2026 | 27. Adar 5786
Kultur
Spielfilm: »Sallah – oder: Tausche Tochter gegen Wohnung«
Beginn 19:00Montag, 16. März 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen
Israel 1964, 98 Min., Originalsprache Hebräisch, dt. F.
Regie: & Drehbuch: Ephraim Kishon
Produktion: Menahem Golan, Musik: Yohanan Zaray
Kamera: Floyd Crosby & Nissim Leon
Darsteller: Chaim Topol als Sallah Shabati, Geula Nuni als Habbubah Shabati, Gila Almagor als Bathsheva Sosialit u.v.a.
Der jemenitische Jude Sallah Shabati wandert mit seiner kinderreichen Familie nach Israel ein. Bis zum versprochenen Einzug in eine Neubauwohnung haust man in einer Baracke in einem Übergangs-Camp. Sallah, der über seinen Clan Familie wie ein König herrscht, lebt lieber in den Tag als selbst zu arbeiten. Im Lexikon des Internationalen Films heißt es, der Film schildere mit liebenswürdiger Selbstkritik »den Kampf mit dem modernen technischen Leben und die Schwierigkeiten des jungen Staates: Geistreiche Unterhaltung mit Witz, Humor und glänzenden Darstellern«. 1964 wurde er als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert und u. a. mit zwei Golden Globes ausgezeichnet. Weiterlesen »
Mi. 25.03.2026 | 7. Nissan 5786
Kultur
„Un Tango Para Rachel“
Beginn 19:00Kurzspielfilm & Konzert
Mittwoch, 25. März 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen
Deutschlandpremiere
Argentinien, USA, Schweiz 2025, 25 Min.
Regie/ Drehbuch / Produktion: Lea Kalisch
Darsteller: Sabrina Birmajer, Luciano Borges, Martín Goldber, Lea Kalisch
Im Jahr 1915 entdeckt eine religiöse junge Jüdin den Tango und begibt sich ausgerechnet in ein Bordell in Buenos Aires, um mehr darüber zu erfahren. Dort begegnet sie der Prostituierten Rivka. Es wird eine Reise der Befreiung.
Anschließend Kurzinterview mit der Allroundkünstlerin und Konzert »Yiddish & Tango« mit Lea Kalisch (Gesang), begleitet von Tobias Moss (Gitarre) und Pavel Shalman (Violine)
Die gebürtige Schweizerin Lea Kalisch und der Amerikaner Rabbi T sind ein junges, dynamisches Duo, das jüdische Musik mit einem frischen Twist zu neuem Leben erweckt, hier ergänzt durch den Wiener Musiker Pavel Shalman. Tobias Moss ist im Hauptberuf seit 2024 Rabbiner der liberalen Gemeinde Or Chadasch in Wien. Seine Frau Lea, genannt die rappende Rebbetzin und Yiddish Queen of Pop, ist Sängerin, Songtexterin, Schauspielerin und inzwischen auch Filmemacherin. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
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