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10. Januar 2013

Gala des jüdischen Sports

Maccabi-Ball 2013. Ein festlicher Abend im Zeichen des Teamgeists. Von Miryam Gümbel, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen, 10.01.2013. „Toll, dass es endlich wieder einen Maccabi-Ball gibt“, freuten sich die Gäste schon vor dem Einlass in den Hubert-Burda-Saal im großen Vorraum des Gemeindezentrums beim Cocktail-Empfang. In festlicher Abendrobe bekamen sie hier schon einen kleinen Vorgeschmack auf den Abend, als der Magier Ben Hyven mit überraschenden Tricks für Erstaunen und Faszination sorgte.

Der Saal war in ein Farbenmeer getaucht, das mittels eines Beamers durch den Raum tanzte und an den einzelnen Tischen in kleinen Mosaikspiegel-Kugeln reflektierte. Blumen und Kerzen setzten weitere Akzente. Auf der Bühne bot das »Life Orchestra« aus Paris für mehrere Stunden beschwingte Tanzmusik. Schnell waren auch die ersten Tänzer auf dem Parkett und nahmen die Aufforderung von Maccabi-Präsident Robby Rajber nach dessen kurzer Begrüßung schon vorweg: »Let’s start the Party!«

Charme Das Feiern stand dann auch im Mittelpunkt des Abends, durch den Ilanit Spinner mit viel Charme führte. Entsprechend waren die einzelnen Programmpunkte knapp und prägnant – den Veranstaltern war genau die richtige Mischung gelungen. Rabbiner Arie Folger entzündete an Erew Chanukka das erste Licht.

Die Schirmherrin des Abends, Präsidentin Charlotte Knobloch, verriet in ihrer Ansprache die Ursache für die gute Stimmung: »Es gibt einen Grund dafür, warum Maccabi die besten und heitersten Partys veranstaltet. Ihr seid einfach ein super Team. Ihr seid mit Leidenschaft und Herzblut dabei – und vor allem mit Freude und wahrer, echter Freundschaft. Bei Maccabi spüre ich die Seele unserer Gemeinschaft.«

Sie ging auch auf die Motivation zur Vereinsarbeit ein: »Maccabi verbindet unsere religiösen Werte, die das menschliche Zusammenleben bereichern und ausmachen sollen und transportiert sie in den sportlichen Wettkampf. Über den Sport lernen wir die Menschen besser kennen.«

Bedeutung

Mehr über den Sportverein konnten die Gäste später in einem Film vom Florentin Film Team sehen. Dieser zeigte nicht nur die Aktivitäten des Sportvereins, sondern in mehreren Statements auch, wie wichtig den Mitgliedern die Gemeinschaft ist.

Charlotte Knobloch hatte die wesentlichen Dinge in ihrer Rede auf den Punkt gebracht: »Maccabi verbindet über den Sport Menschen unterschiedlicher Religion, Kultur oder Herkunft. Künstliche Grenzen werden gesprengt. Was zählt, ist das Gegenüber. Im Zentrum stehen sportlicher Wettkampf, Ehre und Stolz. Auf diese Weise bietet Maccabi die Basis für ein friedliches und faires Miteinander jüdischer und nichtjüdischer Menschen. Für viele Kinder und Jugendliche ist Maccabi das Einfallstor, um sich für Judentum zu interessieren, und nicht selten entstehen aus der sportlichen Begegnung Freundschaften, die ein Leben lang andauern.«

Dabei kommt nichts von alleine. Knobloch betonte: »Hinter Maccabi München steckt ein einzigartiges engagiertes, euphorisches und euphorisierendes Team. Mein besonderer Dank gilt Robby Rajber, Nathalie Scher-Kahn, Maurice Schreibmann und dem gesamten Vorstand. Eurer Tatkraft, euren Ideen und Visionen und eurer unendlichen Energie verdanken wir so viel positiven Input. Ihr tragt wie kaum eine andere Institution zum Zusammengehörigkeitsgefühl unserer Gemeinde bei. Die Fähigkeit von Maccabi, Menschen zusammenzubringen, hat auch intern wesentlich dazu beigetragen, dass unsere Gemeinde trotz aller Pluralität eine Gemeinschaft geblieben ist – vereint durch die Religion und gemeinsame Ziele und Träume.«

Anerkennung

Das Miteinander für ein gemeinsames Ziel wurde deutlich, als Robby Rajber wichtige Spender, Sponsoren und Helfer auf die Bühne bat, darunter auch Michael Bardoz, ein Maccabi-Wiederbegründer nach der Schoa.

Ausgezeichnet: Spender, Sponsoren und Helfer von Maccabi © Miryam Gümbel

 

Auch Persönlichkeiten wie Fred Brauner sel. A. wurden geehrt. Für ihn nahm seine Schwiegertochter Mona die Auszeichnung entgegen. Unter den Geehrten waren, zum Teil ebenfalls durch Angehörige vertreten, auch Peter Guttmann, Mario Mendrzycki, Harry Habermann, Joram Scher, Thomas Bachmann, Maurice Schreibmann, Lauren und Max Rid, Maccabi-Ehrenpräsident Hans Schneider, Amir Borenstein und manch anderer.

Es war dann schon späte Nacht, als ein besonderer Höhepunkt angesagt wurde: die Verlosung der Tombola-Preise. Den Hauptpreis hatten die Gäste bereits bei ihrer Ankunft auf dem Jakobsplatz stehen sehen, das Kultauto Fiat 500, gesponsert von einem namhaften Münchner Autohaus.

Erinnerung

Dass Maccabi mehr heißt als Sport treiben und Feste feiern, war nicht nur in dem gezeigten Film deutlich geworden. Bereits in der Folgewoche stellte der Verein einmal mehr unter Beweis, dass auch die Menschen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht vergessen sind. Bei einem Abendessen im Vereinsheim wurde eine Gedenkwand für Moritz Morgenstern eingeweiht. Arie und Avraham, die Söhne des Ringers, waren mit ihren Familien extra zu diesem Anlass nach München gekommen.

Morgensterns hier lebender Neffe Siegfried erinnerte mit einer Ansprache an den mehrfachen Deutschen Meister im Halbschwergewicht und andere vergessene deutsch-jüdische Sportler. Noch 1931 war Moritz Morgenstern anlässlich des Verfassungstages von Reichspräsident Hindenburg geehrt worden. Sogar für die bevorstehende Weltmeisterschaft sollte er nominiert werden. Der Spitzensportler war dann 1934 aus dem deutschen Ringerkader ausgeschieden und hatte sich vor der Schoa nach Eretz Israel retten können.

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Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786

Kultur

„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia

Beginn 19:00

Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr

In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil.  In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »

Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786

Kultur

Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr

Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.

Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »

Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786

Kultur

Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“

Beginn 18:15

Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr

Vortrag in jiddischer Sprache

  • Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
  • Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »

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