Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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29. Januar 2013

Friedensmacht Israel

Ein Kommentar von Götz Aly, erschienen auf Berliner Zeitung Online, 28.1.2013. Oftmals wird Israel als Unruhestifter, der immerzu Friedensprozesse vereiteln würde, angesehen. Angesichts der aktuellen Wirren im Nahen Osten zeigt sich jedoch: Israel ist nicht der Unruhestifter, vielmehr ist dieses Land ein Anker der Stabilität.

Vor den Wahlen in Israel hatten Demoskopen dem rechtsnationalen Block einen deutlichen Sieg prophezeit. Der Spiegel handelte Netanjahu als „hohen Favoriten“, diese Zeitung titelte vor drei Wochen „Israels rechtes Lager wird immer stärker“. Stattdessen stärkten die Israelis die liberale Mitte. Das ist angesichts der beunruhigenden außenpolitischen Lage des Landes erstaunlich und respektabel.

Präsident Barack Obama verlangt von Israel deutliche Zugeständnisse, die Lage in Syrien ist potenziell bedrohlich, der Irak alles andere als befriedet. Die so lange freundschaftlichen Beziehungen Israels zur Türkei sind erheblich angespannt; der Iran arbeitet an atomaren Waffen und besseren Raketen. In Tunesien, Libyen und Ägypten verwandelt sich der von so vielen, inzwischen wortkargen Meinungsmachern gefeierte „arabische Frühling“ in eine zumindest kleine islamistische Eiszeit.

Israelis wählten nicht das Weiter-so

Das im März 2011 noch als Heldenstadt der Freiheit gefeierte Bengasi – damals von kampfeslüsternen europäischen Philosophen, Journalisten und Politikern gern besucht – gilt heute für westliche Ausländer als lebensgefährlich. In den dortigen Gefängnissen wird gefoltert wie eh und je, allerdings sind Folterer und Gefolterte mittlerweile andere. Die Rechte der Frauen werden unter den neuen, gewählten Herren Tunesiens und Libyens stärker beschränkt als zuvor.

Wie immer man die Ursachen und Aussichten im Einzelnen bewertet, anzuerkennen bleibt, dass die Israelis trotz der sehr unübersichtlichen Situation nicht einfach das Weiter-so wählten. Im Zentrum ihrer Entscheidungen standen die inneren Probleme: die drückenden Steuerlasten, das unklare Verhältnis von religiösem und säkularem Recht, insbesondere die Frage nach der militärisch und ökonomisch wenig produktiven Sonderstellung von 700.000 ultraorthodoxen Juden, ebenso die Wohnungsnot, mithin auch die erheblichen Rückwirkungen des äußeren Spannungszustands auf das zivile Leben.

Keine verlässlichen Partner in den Nachbarstaaten

Freunde von mir, die in der sieben Kilometer östlich von Jerusalem gelegenen Siedlung Ma’ale Adomim leben, wohnen dort – wie die meisten der 37.000 Einwohner dieser exterritorialen Schlafstadt – nicht freiwillig, sondern wegen der niedrigen Mieten. Sie hassen das Leben dort, weil sie jeden Morgen vor den Kontrollstellen warten müssen und abends von den städtischen Lustbarkeiten abgeschnitten sind.

In dem Maße, wie sich die Regierung den inneren Problemen zuwendet, werden in der für Israel lebenswichtigen Sicherheitspolitik womöglich eher Verhandlungslösungen gesucht als heute. Derzeit gibt es in den Nachbarstaaten jedoch keine verlässlichen Partner. Angesichts der aktuellen Wirren im Nahen Osten, die nichts mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt zu tun haben, bleibt festzustellen: Israel ist nicht der Unruhestifter, der immerzu Friedensprozesse vereiteln würde, vielmehr ist dieses Land ein Anker der Stabilität – als einziger Staat weit und breit demokratisch regiert und insofern Vorbild. Dasselbe gilt für die blühende Wirtschaft.

Mittlerweile hat Benjamin Netanjahu erklärt, er wolle das Wählervotum respektieren und eine Koalition der Mitte bilden. Die nächsten Monate werden interessant, bestärken wir Israel in seiner Rolle als Friedensmacht, die jederzeit zur Selbstverteidigung bereit ist.

Die auf der Website veröffentlichten Kommentare geben nicht automatisch den Standpunkt der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Regierung wieder.
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September 2026 | Elul-Tischri | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787

Kultur

»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer

Beginn 19:00 Uhr:

Moderation: Ellen Presser

Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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