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13. November 2013
FC Bayern ernennt Kurt Landauer zum Ehrenpräsidenten
Erschienen auf fcbayern.de, 13.11.2013. Vier Mal war er Präsident des FC Bayern, insgesamt 18 Jahre lenkte er zwischen 1913 und 1951 die Geschicke des deutschen Rekordmeisters: Kurt Landauer, einer der großen Visionäre des deutschen Fußballs in den Jahren der Weimarer Republik, war eine der prägendsten Figuren des FCB im ersten halben Jahrhundert seines Bestehens. Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung wurde Landauer nun posthum für seine großen Verdienste rund um den FC Bayern geehrt und neben Franz Beckenbauer und Wilhelm Neudecker zum Ehrenpräsidenten der Münchner ernannt.
„Das ist eine Ehrung, die längst überfällig war“, sagte Uli Hoeneß. Zusammen mit seinen Präsidiumskollegen Karl Hopfner und Rudolf Schels sowie dem FCB-Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge überreichte Hoeneß Uri Siegel, einem Neffen des 1961 verstorbenen Kurt Landauer, und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die Ernennungsurkunde. „Herr Siegel hat uns versprochen, die Urkunde unserer Erlebniswelt zur Verfügung zu stellen. Vielen Dank dafür!“
1932 erstmals Deutscher Meister
Schon als Jugendlicher fand Landauer, der am 28. Juli 1884 in Planegg als Sohn jüdischer Kaufmannsleute geboren wurde, seinen Weg zum FC Bayern. Im Jahre 1901 trat er als aktiver Fußballer dem Verein bei. Allerdings musste er schon bald nach seinem Beitritt München verlassen, um in Lausanne eine Banklehre anzutreten. Seine Lehrzeit beendete Landauer in Florenz, von wo er 1905 nach München zurückkehrte. 1913 wurde Landauer erstmals zum Präsidenten des FC Bayern gewählt, doch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bereitete seiner ersten Amtszeit nur ein Jahr später ein frühes Ende.
Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg übernahm Landauer ein weiteres Mal die Vereinsführung. Seine zweite Amtszeit währte vom Frühjahr 1919 bis März 1933 – mit einer einjährigen Unterbrechung 1922. Unter dem ideenreichen und energischen Landauer erwarb der FC Bayern nun im In- und Ausland hohes Ansehen. Der Präsident gab Investitionen in die Mannschaft den Vorzug gegenüber dem von Teilen der Mitgliedschaft und Fans geforderten Bau eines eigenen Stadions. Landauer galt als Förderer der Jugendarbeit des FC Bayern, die in diesen Jahren einen exzellenten Ruf erwarb. 1932 wurde der FCB unter dem Präsidenten Landauer zum ersten Mal Deutscher Meister.
FCB litt unter Reamateurisierung
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten litt der FC Bayern unter der von den Nazis betriebenen Reamateurisierung des deutschen Fußballs, der sich vor der Machtergreifung auf dem Sprung zum Professionalismus befunden hatte. Der FC Bayern hatte hier zu den treibenden Kräften gehört. Doch für die Nationalsozialisten war der Profifußball eine „jüdische Angelegenheit“. Die neuen Machthaber mochten den FCB nicht, der aus ihrer Sicht ein „Juden-Club“ war, wenngleich nur eine kleine Minderheit des Klubs einen jüdischen Hintergrund besaß.
Aufgrund der neuen politischen Verhältnisse sah sich Landauer am 22. März 1933 zum Rücktritt genötigt. Nur einen Monat später verlor er im Zuge der Arisierung des Betriebs auch seinen Arbeitsplatz als Abteilungsleiter der Anzeigenverwaltung des Verlags Knorr & Hirth. Kurze Zeit später kam Landauer zu einem deutlich geringeren Lohn in der Wäschefirma Rosa Klauber unter, die einer jüdischen Familie gehörte.
33 Tage in Dachau
Einen Tag nach der Reichspogromnacht wurde Landauer verhaftet und im Konzentrationslager inhaftiert. Im Eingangsbuch des KZ Dachau wurde er mit der Häftlingsnummer 20009 registriert. Als Teilnehmer des Ersten Weltkrieges durfte Landauer das KZ nach 33 Tagen wieder verlassen. Am 15. März 1939 emigrierte er in die Schweiz. Seine Geschwister Dr. Paul Gabriel, Franz und Leo wurden von den Nazis ermordet. Schwester Gabriele wurde deportiert und gilt seither als verschollen.
Außer Kurt Landauer überlebte nur noch eine weitere Schwester namens Henny den Holocaust. Henny Landauer war bereits 1934 mit ihrem Ehemann, dem Rechtsanwalt Julius Siegel, nach Palästina emigriert. Ihr Sohn Uri Siegel (Jahrgang 1922) kehrte Mitte der 1950er nach München zurück, wo er beruflich in die Fußstapfen des Vaters trat. Der Neffe von Kurt Landauer ist heute das letzte noch lebende Mitglied der Familie Landauer.
Landauer hat Pionierarbeit geleistet
Im Juni 1947 kehrte Landauer nach München zurück. „Für meinen Onkel gab es nur den FC Bayern“, sagte Uri Siegel in Erinnerung an seinen Onkel, der 1947 ein weiteres Mal zum Präsidenten des FCB gewählt wurde. 1951 endete die letzte Amtszeit Landauers als Vereinspräsident des FC Bayern. Zehn Jahre später, am 21. Dezember 1961, starb er im Alter von 77 Jahren in München.
Landauer sei „etwas widerfahren, was leider vielen Menschen in der damaligen Zeit widerfahren ist. Wir müssen alles dafür tun, dass solche Zeiten nie wieder hereinbrechen. Sich zu erinnern, ist da ein sehr wichtiger Bestandteil“, sagte FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge anlässlich des 125-jährigen Geburtstages Landauers im Jahr 2009. Landauer habe „Pionierarbeit geleistet und das in einer Zeit, die schwierig für den FC Bayern gewesen ist.“
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Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787
Kultur
»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner
Beginn 19:00Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr
Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann
Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.
In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.
Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
Kultur
Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
