Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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14. September 2016

„Enorme historische Bedeutung“

Das erste Jüdische Gymnasium in Bayern seit fast 70 Jahren wurde feierlich eröffnet. Von Helmut Reister, erschienen auf Jüdische Allgemeine Online. Fast 70 Jahre mussten vergehen, doch jetzt gibt es auch in Bayern wieder ein Jüdisches Gymnasium. Unter dem Dach und der Trägerschaft der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern hat das Gymnasium am Dienstag mit dem neuen Schuljahr seinen Betrieb aufgenommen.

Überzeugt, dass auch das Jüdische Gymnasium zu einem Erfolgsmodell wird: IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch (M.) bei der Eröffnung. © Sharon Bruck

 

„Die Realisierung eines Jüdischen Gymnasiums mag wie ein kleiner Schritt aussehen, tatsächlich ist er von enormer historischer Bedeutung“, sagte IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch bei der Feier zur Eröffnung der neuen Schule.

Erfolgsmodell Mit Blick auf die Sinai-Grundschule, die ebenfalls mit einer kleinen Begrüßungsfeier ins neue Schuljahr startete und inzwischen zu den beliebtesten und renommiertesten Schulen Münchens zählt, ist Charlotte Knobloch davon überzeugt, dass auch das Jüdische Gymnasium zu einem Erfolgsmodell wird.

Direkt an die Kinder gewandt, sagte sie: „Gemeinsam mit euren Lehrerinnen und Lehrern seid ihr so etwas wie Pfadfinder, wie Pioniere. Ihr macht euch auf einen Weg, den noch keiner vor euch gegangen ist. Das ist eine großartige Chance, und ich bin sicher, dass ihr davon euer Leben lang profitieren und erzählen werdet.“

Die IKG-Präsidentin sicherte dem Gymnasium, das von Miriam Geldmacher und Marcus Schroll gemeinsam geleitet wird und die Erfüllung eines lange gehegten Traums der jüdischen Gemeinde in München darstellt, die volle Unterstützung der IKG zu. Die Hauptpersonen, die Kinder, verlor sie in ihrer kurzen Ansprache jedoch nie aus den Augen und zitierte aus dem Talmud: „Die Welt besteht nur dank dem Atem der Kinder in der Schule.“

Ausdauer Dank richtete Charlotte Knobloch auch an den Elternbeirat der Sinai-Schule, der sich in herausragender Weise für das Zustandekommen des Projekts engagiert und viel Zeit, Kraft, Geduld und Ausdauer investiert hätte. Bemerkenswert, so die IKG-Präsidentin, sei allerdings auch die Unterstützung durch das Kultusministerium und aller sonst beteiligten Stellen gewesen.

Mit besonderer Freude nahm Charlotte Knobloch die Anwesenheit von Senek Rosenblum zur Kenntnis, der die Schoa überlebt hatte und München danach zu seiner neuen Heimat machte. Er besuchte nach dem Krieg das in der bayerischen Landeshauptstadt angesiedelte hebräische Gymnasium, das mangels Schülern 1951 geschlossen werden musste. „Einen besseren Paten als Rosenblum für die gute Zukunft der Schule«, erklärte die IKG-Präsidentin, »hätten wir uns nicht wünschen können.“

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Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787

Kultur

»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr

Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann

Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.

In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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