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6. Juli 2017
Doppelte Ehre: Michael Bardos erhält die Ohel-Jakob-Medaille und wird Ehrenmitglied der IKG München
Eine außergewöhnliche Ehrung für einen außergewöhnlichen Mann: Michael Bardos, der erst vor wenigen Wochen seinen 90. Geburtstag feierte, wurde in der vergangenen Woche gleich doppelt ausgezeichnet. In der Feier im Gemeindezentrum wurde er zum Ehrenmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ernannt – und erhielt zudem die Ohel-Jakob-Medaille, die höchste Auszeichnung der IKG. Von Helmut Reister, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen, 6.7.2017

»Säule unserer Gemeinde«: Michael Bardos empfängt Glückwünsche von IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch. © Marina Maisel
Vorbild
Ein Begriff fiel in Zusammenhang mit Michael Bardos während des festlichen Abends immer wieder: seine Bescheidenheit. Darauf ging auch Charlotte Knobloch in ihrer Rede ein. »Michael Bardos hat sich nie in den Vordergrund gedrängt. Menschen wie er sind nicht nur die tragenden Säulen unserer Gemeinde. Sie sind als echte Vorbilder gerade in unserer Zeit so enorm wichtig. Deswegen bin ich dankbar, dass Sie mit Ihrer Bescheidenheit und Zurückgenommenheit vielen jungen und nicht mehr ganz so jungen Menschen ein wertvoller Ratgeber und Wegbegleiter sind.«
Neben der IKG-Präsidentin waren bei der Feier auch die beiden Vizepräsidenten der Kultusgemeinde vertreten, Yehoshua Chmiel und Ariel Kligman. Die Verlässlichkeit und Genauigkeit der Arbeit von Michael Bardos in seiner Funktion als Revisor lobte auch der langjährige IKG-Geschäftsführer Chil Rackowski, der selbst allerdings nicht an der Feier teilnehmen konnte. Diese Eigenschaften, die für ein so wichtiges Amt wie das eines Revisors notwendige Voraussetzung sind, bewährten sich auch beim Ehrengericht der Gemeinde, in das er berufen worden war und dem er viele Jahre angehörte.

Preisträger Michael Bardos am Rande der Ehrung. © Marina Maisel
Die Gemeinschaft steht über den Interessen des Einzelnen – diese tiefe Überzeugung hat Michael Bardos auch beim TSV Maccabi stets vorgelebt, beschrieb IKG-Vorstandsmitglied Peter Guttmann das neue Ehrenmitglied der Gemeinde. Beispielhaft dafür sei etwa, dass er als Präsident von Maccabi zurückgetreten ist, um die Entwicklung des jüdischen Sportvereins voranzutreiben, sagte Guttmann, der selbst schon Vereinspräsident war und Michael Bardos als einen wahren Freund bezeichnete.
Heimat
Das tat auch IKG-Vizepräsident Yehoshua Chmiel, der beim TSV Maccabi seine sportliche Heimat fand und mit dem Verein so eng verbunden ist wie viele andere Mitglieder der Münchner Jüdischen Gemeinde. Charlotte Knobloch bezeichnete den TSV Maccabi denn auch als »zweites Herz und zweite Seele der Gemeinde«.
An der Erfolgsgeschichte des Klubs, erklärte Charlotte Knobloch, habe Michael Bardos entscheidenden Anteil – und seine Frau Zsuzsanna, ohne deren Verständnis dieses Engagement nicht möglich gewesen wäre.
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Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“
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Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »
Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786
Kultur
Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“
Beginn 18:15Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr
Vortrag in jiddischer Sprache
- Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
- Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
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80331 München
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