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27. Oktober 2019

Charlotte Knobloch zur Landtagswahl in Thüringen: „Erosion der demokratischen Kultur“

München, 27.10.2019.  Bei der heutigen Landtagswahl in Thüringen musste die bisherige rot-rot-grüne Landesregierung deutliche Verluste hinnehmen; die AfD konnte ihr Ergebnis gegenüber der Wahl vor fünf Jahren mehr als verdoppeln. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, erklärt hierzu: „Die stetige Erosion der demokratischen Kultur setzt sich an diesem Wahlsonntag ungebremst fort. Dass eine Partei wie die sogenannte Alternative für Deutschland auf Landesebene ein solches Ergebnis einfahren kann, zeigt, dass in unserem politischen System etwas grundlegend aus den Fugen geraten ist. Wo eine solche Partei Erfolge feiert, da gibt es ein Problem.“

„Wer heute die AfD gewählt hat, wusste genau, was er tat“, so die Präsidentin der Kultusgemeinde weiter. „Mit ihrer Stimme haben viele Wahlberechtigte eine Partei unterstützt, die seit Jahren mit ihrer Verharmlosung der NS-Zeit, ihrem offenen Nationalismus und dem von ihr geschürten Hass gegen Minderheiten, darunter auch die jüdische Gemeinschaft, den Nährboden für Ausgrenzung und rechtsextreme Gewalt bereitet.“

Knobloch erklärte abschließend: „Wahlergebnisse wie das heutige dürfen wir niemals als ‚normal‘ akzeptieren. Wir sind längst an dem Punkt, da die antidemokratische Minderheit so groß und so lautstark geworden ist, dass sie eine Gefahr für die Demokratie insgesamt darstellt. Die demokratische Mehrheit muss klarer als bisher Position für Vielfalt, Toleranz, Offenheit und Respekt beziehen, damit wir Wahlabende wie diesen in Zukunft nicht mehr erleben müssen.“

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