Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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7. Oktober 2020

Charlotte Knobloch zum Tode von Ruth Klüger: „Mit unglaublicher Wortgewalt gegen das Vergessen“

München, 7.10.2020.  Die Literaturwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Holocaustüberlebende Ruth Klüger ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, erklärte hierzu: „Die Nachricht vom Tode von Ruth Klüger hat mich tief erschüttert. Über Jahrzehnte zählte sie zu den bedeutendsten Stimmen der Überlebenden des Holocaust; mit ihrer außergewöhnlichen Lebensgeschichte hat sie Generationen von Menschen erreicht und beeindruckt.“

„Trotz der entsetzlichen Erfahrungen ihrer Kindheit und des Verlusts des Vaters, der in Auschwitz ermordet wurde, blieb sie ihrer deutschen Muttersprache zeit ihres Lebens verbunden. Die 1931 geborene Klüger hatte mehrere Konzentrationslager überlebt und war 1947 in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Gerade in den letzten Jahren wandte sie sich immer wieder mit besonderer Stärke und einer unglaublichen Wortgewalt gegen die aufkommenden Kräfte des Vergessens. Ihre herausragende Rede im Bundestag am 27. Januar 2016 ist bis heute einer der eindrücklichsten Momente der Parlamentsgeschichte und wird für immer mit ihr verbunden bleiben.“

Knobloch erklärte abschließend: „Es ist jetzt an uns, ihr Vermächtnis zu bewahren. Das Erinnern, das ihr so viel bedeutete, muss auch uns weiter antreiben. So können und werden wir Ruth Klüger ein ehrendes Andenken bewahren.“

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Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786

Kultur

„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr

Moderation: Ellen Presser

Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.

Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »

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