Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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6. September 2026

Charlotte Knobloch zum Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: „Statik unserer Demokratie funktioniert nicht mehr“

Magdeburg/München, 6.9.2026.  Die „Alternative für Deutschland“ hat die heutige Landtagswahl in Sachsen-Anhalt klar gewonnen, die absolute Mehrheit der Mandate nach ersten Ergebnissen aber verpasst. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern K.d.ö.R., Dr. h.c. mult. Charlotte Knobloch, reagierte mit Entsetzen auf das Ergebnis:

„An Tagen wie diesem fällt es mir schwer, meine Heimat noch wiederzuerkennen. Dass Rechtsextreme in Deutschland in dieser Art wieder Wahlen gewinnen, das hätte ich mir in meinen schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können. Das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt ist ein Zeichen, dass die Statik der Demokratie in unserem Land nicht mehr funktioniert – und ich sage ganz offen: Das macht mir Angst.“

Allen, die ihre Stimme demokratischen Parteien gegeben haben, gelte an diesem Tag ihr Dank, so Knobloch. Dass die AfD eine Alleinregierung knapp verpassen dürfte, sei noch kein Grund zu Zufriedenheit oder gar Freude: „Ein erschreckend großer Teil der Wähler in Sachsen-Anhalt hat heute klar gezeigt, in was für einem Land sie leben wollen, und dieses Land hat kaum etwas mit der Bundesrepublik gemein. Diese Menschen haben die Grundlage von Demokratie, Sicherheit und Wohlstand abgelehnt und nebenbei auch die Prinzipien zurückgewiesen, die es uns in der jüdischen Gemeinschaft erst ermöglicht haben, Deutschland wieder als unser Zuhause zu begreifen. Das ist ein tiefer Einschnitt – ganz egal, welche Partei am Ende den Regierungschef stellt.“ Die Gefahr weise damit auch weit über Sachsen-Anhalt hinaus.

Knobloch schloss mit einem Appell an Politik und Wähler: „Wir dürfen – und ich will – dieses Land nicht verloren geben. Dafür müssen die vielen echten Patrioten, die für Freiheit in Respekt und Toleranz brennen statt für völkischen Wahn, nach diesem Wahlsonntag aktiver werden. Besonders die Parteien der demokratischen Mitte, die in Sachsen-Anhalt kaum durchdringen konnten, dürfen dem Verfall nicht länger zusehen. Sie müssen Treiber sein – nicht länger Getriebene.“

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