Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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12. Juli 2016

„Verpflichtung für die Zukunft“ – Charlotte Knobloch im Amt bestätigt

Charlotte Knobloch bleibt weitere vier Jahre Gemeindepräsidentin. Von Helmut Reister, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen vom 14.7.2016. Die Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) München und Oberbayern haben den Vorstand kräftig durcheinander gewirbelt. Etliche neue Gesichter tauchen im neuen Vorstand auf, etliche bekannte sind nicht mehr vertreten. Nur Charlotte Knobloch, die Präsidentin, stand bei den Wahlen und in der Gunst der Gemeindemitglieder außerhalb jeglicher Diskussion.

Sie erzielte einen überwältigenden Erfolg und wird demnach auch in den nächsten vier Jahren an der Spitze der Kultusgemeinde stehen. „Natürlich freue ich mich, aber mir ist sehr bewusst, welches Vertrauen die Mitglieder der IKG in mich setzen, wenn sie mir stellvertretend ihre Stimme geben. Dafür bin ich sehr dankbar, denn es ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Es ist für mich eine große Verpflichtung“, sagt die Frau, die seit über 30 Jahren die Geschicke der Gemeinde in die richtigen Bahnen lenkt und längst zu einer Institution, zur viel beachteten »Stimme der Juden«, geworden ist – weit über die Grenzen Münchens, Bayerns und Deutschlands hinaus.

Überzeugungen

Das Gewicht, das Charlotte Knobloch im politischen und gesellschaftlichen Leben ihrer Heimatstadt München mit ihrem Engagement und ihren Überzeugungen in die Waagschale werfen kann und das sie für das Präsidentenamt prädestiniert, stand am Montagabend auch für die neu- oder wiedergewählten Vorstandsmitglieder außer Frage: 14 von 15 möglichen Stimmen bei einer Enthaltung für die bisherige und neue Präsidentin Charlotte Knobloch – mehr geht (fast) nicht.

In der Gemeinde engagiert und bekannt und nun als Vizepräsidenten an die Seite von Charlotte Knobloch gewählt: Yehoshua Chmiel, schon einmal im Vorstand und konsequenter Verfechter jüdischer und israelischer Interessen, sowie Ariel Kligman, zuletzt IKG-Beauftragter für Integration und ebenfalls ein Rückkehrer in das Vorstandsgremium, jetzt gleich als Vizepräsident. Die beiden lösen Judith Epstein und Michael Fischbaum im Führungstrio ab.

In der konstituierenden Sitzung des neuen Vorstands am Montagabend wurden Chmiel und Kligman ohne Gegenstimme zu neuen Vizepräsidenten bestimmt. Das bisher aus drei Personen bestehende Präsidium wird im kommenden Jahr erweitert. Es ist der Wunsch der Präsidentin, dass Marian Offman, der dem IKG-Vorstand bisher angehörte und im Münchner Stadtrat sitzt, dann weiterer Vizepräsident der Gemeinde wird. Er erhielt bei den Wahlen etliche Stimmen, die meisten nach Charlotte Knobloch, die als einzige der 25 Kandidatinnen und Kandidaten mehr als 1000 Stimmen bekam.

Erfahrung

„Ich glaube, dass die Kultusgemeinde mit der neuen Mannschaft gut für die Zukunft gerüstet ist“, blickt die alte und neue Präsidentin auf die personellen Änderungen in der Führungsetage der Gemeinde. „Das sind erfahrene Menschen, die wissen, worauf es ankommt“, sagt Charlotte Knobloch über ihre beiden neuen Vizepräsidenten.

IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch mit den neuen Vizepräsidenten Yehoshua Chmiel (l.) und Ariel Kligman. © Sharon Bruck

Weitere Impulse verspricht sie sich, wenn Marian Offman im nächsten Jahr das Präsidium erweitert. Die Ausrichtung ihrer Arbeit scheint dagegen gleich geblieben zu sein: „Wir müssen an die Zukunft denken, wenn wir heute Entscheidungen treffen.“

Der neue Vorstand (Reihenfolge nach Wahlergebnis, bei Stimmengleichheit alphabetisch):

  1. Charlotte Knobloch
  2. Marian Offman
  3. Peter Guttmann
  4. Talia Presser
  5. Yehoshua Chmiel
  6. Judith Epstein
  7. Vera Szackamer
  8. Professor Moris Lehner
  9. Peter Snopkowski
  10. Ariel Kligman
  11. Markus Baur
  12. Eugen Alter
  13. Anita Kaminski
  14. Abi Pitum
  15. Daniel Salzer
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Aktuelle Veranstaltungen


So. 17.02.2019 | 12. Adar I 5779

Kulturzentrum

Jüdische Filmtage: „Itzhak Perlman – Ein Leben für die Musik“

Beginn 17:00

Dokumentarfilm
Regie: Alison Chernick
Kamera: Chris Dapkins, Christopher Gallo, Daniel Kedem, Mikko Timonen
Mitwirkende: Itzhak Perlmann, Billy Joel, Alan Alda u.a.
Israel/USA 2018, 82 Min., amerik. OF mit dt. Untertiteln

Die Filmbiographie des weltberühmten Violinvirtuosen ist eine einzige Liebeserklärung: an das Leben und an die Musik. Zu Interviews mit den wichtigsten Menschen in seinem Leben – vor allem mit seiner Frau Toby – gibt es facettenreiche Einblicke in seine lange Karriere und sein Privatleben.

Itzhak Perlman © Arsenal Filmverleih

Für Musik-Interessierte ist der Film voller Schätze. Es gibt viele aktuelle und ältere Aufnahmen mit dem Künstler quer durch verschiedene Musikrichtungen. Dank des liebenswürdigen Protagonisten und seiner Leidenschaft für die Musik wird aus der gut komponierten Dokumentation ein ganz besonderes Filmerlebnis.

Er bete mit der Violine – so beschreibt der berühmte Geigenbauer Amnon Weinstein die Kunst des  renommierten Geigers Itzhak Perlman. Dessen Eltern emigrierten aus Polen nach Israel, wo er am 31. August 1945 in Tel Aviv geboren wurde. Als Kind erkrankte er an Polio. Er hatte anfangs Probleme, bis ihn die Academy of Music in Jaffa 1954 doch aufnahm, 1958 zog er in die Vereinigten Staaten, um an der Juillard School in New York zu studieren.  Seine erfolgreiche Karriere als Geiger, Dirigent und Musikpädagoge beeinträchtigte es keineswegs, dass er nur im Sitzen auftreten kann.

Das Repertoire des geistreichen und humorvollen Musikers reicht von Schubert über Strauß und Bach bis hin zu Billy Joel. In Alison Chernicks Dokumentarfilm steht Perlmans Werdegang im Fokus. Dabei gelangen der  Regisseurin vertrauensvolle  Gespräche  mit ihm, mit  Freunden, Musiker-Kollegen und Perlmans  Familie, allen voran der Ehefrau Toby, mit der er seit über 50 Jahren verheiratet ist.

Eintritt frei

Anmeldung erbeten unter (089)202400-491 oder per E-Mail karten@ikg-m.de

Veranstalter: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Mi. 27.02.2019 | 22. Adar I 5779

Kulturzentrum

Jüdische Filmtage: „Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit“ („On the Basis of Sex“)

Beginn 19:00

Spielfilm
Regie: Mimi Leder. Drehbuch: Daniel Stiepleman
Produzent: Jonathan King. Kamera: Michael Grady. Schnitt: Michelle Tesoro. Musik: Mychael Danna.
Darsteller: Felicity Jones, Armie Hammer, Kathy Bates, Justin Theroux, Sam Waterston u.a.
USA 2018, 120 Min., amerik. OF mit dt. Untertiteln

Paula Bader Ginsburg (Felicity Jones) als Jura-Studentin in Harvard © »Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit«, Entertainment One Germany / Twentieth Century Fox

Es sind die 1950er Jahre in den Vereinigten Staaten von Amerika. Frauen dürfen weder als Polizeibeamtinnen arbeiten noch in Princeton studieren. Ruth Bader Ginsburg will diese Zustände verändern. Sie studiert als eine von wenigen Frauen Jura an der Elite-Universität Harvard. Nach ihrem Abschluss als Jahrgangsbeste muss sie sich mit einer Stelle als Professorin zufriedengeben, obwohl sie lieber die Gerichtssäle erobern würde – ein Privileg, das – vorerst –  ihren männlichen Kollegen vorbehalten ist. Dank ihres Mannes, des Steueranwalts Marty Ginsburg, wird sie eines Tages auf den Fall von Charles Moritz aufmerksam. Trotz der aufopfernden Pflege seiner kranken Mutter, wird Moritz nicht der übliche Steuernachlass gewährt – aufgrund seines Geschlechts. RBG, wie sie heute, längst selbst Richterin am Obersten Gerichtshof, genannt wird, entwickelt daraus einen Präzedenzfall gegen die Diskriminierung von Frauen (und Männern).

Anschließend Podiumsgespräch in deutscher Sprache mit
Stacey van Hooven, Anwältin, Vice President and General Counsel at Essity GmbH
und
Prof. Dr. Maria Wersig, Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes.

Moderation: Barbara Streidl, Journalistin, Vorstandsmitglied des Vereins Münchner Frauenstudien e.V.

Karten erhältlich online www.filmtheatersendlingertor.de oder telefonisch (089) 554636.

Veranstalter: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und Entertainment One Germany

Veranstaltungsort: Filmtheater am Sendlinger Tor, Sendlinger-Tor-Platz 11, 80336 München

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