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7. Januar 2015
Charlotte Knobloch: „Nie wieder! Dafür sind wir alle verantwortlich“
München, 07.01.2015. „Nie wieder! Dafür sind wir alle verantwortlich – das sollten wir uns gerade im Gedenkjahr 2015 bewusst machen“, betont Dr. Charlotte Knobloch zum Jahresauftakt. Angesichts der jüngsten antisemitischen Übergriffe in Deutschland einerseits sowie der in diesem Jahr bevorstehenden Gedenktage zum Ende des Nazi-Regimes 1945 und zu der in Folge des Bayerischen Judenediktes von 1813 erfolgten Gründung der Münchner Gemeinde 1815 andrerseits fordert die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) ein entschiedenes Vorgehen gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: „70 Jahre nach dem Ende des mörderischen Nazi-Terrors bleibt die Verantwortung für eine friedliche, aber wehrhafte Zivilgesellschaft die Aufgabe von allen Menschen in unserem Land,“ so Knobloch. Maßstab sei Artikel eins des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“: „Dieser Artikel gilt für uns alle, unabhängig von Herkunft, Religion und Staatsangehörigkeit. Aber er verpflichtet auch jeden einzelnen zum respektvollen und friedlichen Umgang mit seinen Mitbürgern.“
Das Jahr 2015 steht in der IKG München und Oberbayern auch im Zeichen des 200-jährigen Bestehens der jüdischen Gemeinde München und ihrer Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg am 19. Juli 1945. Charlotte Knobloch: „Wir laden schon jetzt die Münchnerinnen und Münchner ein, im Sommer mit uns zu feiern.“ Beide Jubiläen werden auch Anlass geben, über den beeindruckenden Beitrag der jüdischen Gemeinde zur Stadtgeschichte zu informieren – und damit aufzuklären. Denn, so Knobloch: „Aufklärung und Bildung – das sind immer noch die besten Waffen gegen Antisemitismus.“
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Aktuelle Veranstaltungen
Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786
Kultur
„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia
Beginn 19:00Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr
In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil. In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »
Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786
Kultur
Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr
Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »
Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786
Kultur
Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“
Beginn 18:15Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr
Vortrag in jiddischer Sprache
- Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
- Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
