Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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18. Januar 2012

Abbas zu Gast im Schloss Bellevue

Erschienen in der Berliner Zeitung, 17.01.2012. Die Voraussetzungen dafür, dass sich Europäer und Amerikaner in diesem Jahr mit vollem Einsatz der Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts widmen, werden zurückhaltend eingeschätzt: Die Aufmerksamkeit konzentriert sich auf die Konsequenzen des arabischen Frühlings und den Konflikt mit dem Iran, die Europäer sind mit der Finanzkrise beschäftigt, in den USA stehen Wahlen an. Am Mittwoch, 18. Januar 2012 empfängt Bundespräsident Christian Wulff den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas im Schloss Bellevue zu einem Essen, zu dem er mit einem Ehrenspalier begrüßt wird. Das ist zwar noch kein Staatsempfang; erstmals aber ist der oberste Repräsentant der Palästinenser Gast des deutschen Staatsoberhaupts. „Das hat eine symbolische Bedeutung“, sagt der palästinensische Generaldelegierte Salah Abdel Shafi. Er sieht es als kleinen Schritt hin zur Anerkennung palästinensischer Staatlichkeit, zählt doch Deutschland zu jenen Staaten, die eine Aufnahme Palästinas in die Vereinten Nationen ohne vorherige Einigung mit Israel ablehnen.

Die politisch relevanten Gespräche wird Abbas allerdings nicht im Schloss Bellevue führen, sondern im Kanzleramt. Am Donnerstag, 19. Jnuar 2012 erwartet ihn dort Angela Merkel.  Im Gespräch mit der Kanzlerin wird es um die Vorverhandlungen gehen, die Israelis und Palästinenser derzeit in der jordanischen Hauptstadt Amman führen. Das Nahost-Quartett aus Vereinten Nationen, EU, Russland und den USA hat beiden Seiten eine Frist bis zum 26. Januar 2012 gesetzt, ihre Entwürfe für künftige Grenzen sowie Sicherheitsbestimmungen vorzulegen.

Außenminister Guido Westerwelle wird am Mittwoch, 18. Januaur 2012 mit dem Präsidenten der Palästinensischen Behörde zusammentreffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen auch hier der Nahost-Friedensprozess, insbesondere mit Blick auf die laufenden Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern unter Vermittlung Jordaniens und des Nahost-Quartetts, sowie die Lage in den Palästinensischen Gebieten.

Mahmud Abbas wird alle seine Gesprächspartner auffordern, sich für die Lösung des Nahostkonflikts weiter nachdrücklich zu engagieren.

„Einiges in Bewegung“

Im israelisch-palästinensischen Konflikt sei derzeit einiges in Bewegung, sagt der diplomatische Vertreter der Palästinenser in Deutschland, Saleh Abdel Shafi, am 16.1. vor Pressevertretern in Berlin. Anfang Januar seien in Amman Sondierungsgespräche zwischen Israelis und Palästinensern aufgenommen worden.

Bis 26. Januar sollen beide einen Plan über künftige Grenzziehung und die Grundzüge der Zwei-Staaten-Lösung vorlegen. Die Palästinenser hätten das Papier vor drei Wochen vorgestellt, jetzt warte man auf die Überlegungen der israelischen Unterhändler. Sollte sich Israel nicht an diese Vorgabe halten, so der Diplomat, würden die Palästinenser ihre Bemühungen um eine Aufnahme Palästinas als Staat in der Uno wieder intensivieren – um die Zwei-Staaten-Lösung zu
retten.

Deutschlands Rolle bei der Lösung des Konflikts

Deutschland müsse und könne eine starke Rolle bei der Lösung des israelischpalästinensischen Konflikts übernehmen, „wegen seiner Bedeutung in Europa, wegen seiner besonderen Beziehungen zu Israel“, so Shafi. Und trotz ihrer Ablehnung einseitiger Anerkennungsvorstöße bei der Uno treibe die Bundesregierung aus Sicht der Palästinenser diese Zwei-Staaten-Lösung praktisch voran, indem sie zum Beispiel jüngst erstmals scharfe Kritik am israelischen Siedlungsbau
äußerte.

Zum anderen näherten sich die deutsch-palästinensischen Beziehungen bereits dem Umgang zwischen zwei souveränen Staaten. Beispiele dafür seien die Gründung eines gemeinsamen Regierungs-Lenkungsausschusses genauso wie jetzt der Besuch von Mahmud Abbas: Es ist die erste Einladung eines deutschen Staatsoberhauptes an einen palästinensischen Präsidenten.

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas wird am 17. Januar 2012 in Berlin erwartet, um Gespräche über die Lage im Nahen Osten zu halten.

Cameron: Zeit für Zwei-Staaten-Lösung in Nahost läuft ab

Unterdessen hat Großbritanniens Premierminister David Cameron zur Eile im Nahost-Friedensprozess gemahnt. „Wir glauben, dass die Zeit für die Zwei-Staaten-Lösung abläuft, wenn wir jetzt keine Fortschritte machen, denn die Fakten vor Ort werden es immer schwieriger machen“, sagte Cameron am 16. Januar bei Abbas‘ Besuch in London.
Vize-Premier Nick Clegg kritisierte Israels Siedlungspolitik. Der illegale Siedlungsbau grenze an „absichtlichen Vandalismus“. Außerdem bedrohe er eine Zwei-Staaten-Lösung. „Wenn man einmal physische Fakten auf den Boden gestellt wurden, wird es unmöglich, etwas zu erreichen, das alle seit Jahren als das endgültige Ziel ansehen.“

Israelis und Palästinenser führen derzeit Gespräche, ob und unter welchen Voraussetzungen sie die seit mehr als 16 Monaten unterbrochenen Friedensverhandlungen fortsetzen. Das Nahost-Quartett (UN, EU, Russland und USA) hat beiden Seiten eine Frist bis zum 26. Jänner gesetzt, ihre Entwürfe für künftige Grenzen sowie Sicherheitsbestimmungen vorzulegen. Dennoch werden die Chancen auf einen Durchbruch in den Gesprächen derzeit als gering eingeschätzt.

Abbas begrüßte Cleggs Worte: „Das ist genau das, was wir offiziell von der Regierung des Vereinigten Königreiches hören wollten.“ Es sei jetzt wichtig, keine Zeit zu verlieren, sagte er.

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Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787

Kultur

»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr

Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann

Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.

In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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