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11. Mai 2012
Beschleunigt der Iran den Bau der Bombe?
Von Clemens Wergin, erschienen auf Welt Online. Die Oppositionsgruppe Volksmudschaheddin legt einen detaillierten Bericht über geheime Nukleareinrichtungen im Iran vor. Demnach treibt der Iran intensiv den Bau eines atomaren Sprengkopfes voran. Nach Informationen der iranischen Volksmudschaheddin treibt der Iran die Arbeit an einer Atombombe mit insgesamt sieben Schwerpunkten voran. Wie aus einem detaillierten Bericht der Volksmudschaheddin hervorgeht, der Welt Online vorliegt, hat Teheran seine Aktivitäten in diesem Bereich ausgedehnt.
Es handele sich, so die iranische Oppositionsgruppe, um eine „umfassende und ausgefeilte Forschungsstruktur, die unter höchster Geheimhaltung steht, sowie um ein Netzwerk zur Beschaffung der benötigten Teile und Ausrüstungsgegenstände“. Das steht im Widerspruch etwa zu amerikanischen Einschätzungen, wonach der Iran seine systematischen Bemühungen um die Bombe im Jahr 2003 eingestellt hat.
Das geheime Bombenprogramm steht laut Volksmudschaheddin unter dem Oberbefehl der iranischen Armee, die faktisch von den Revolutionswächtern kontrolliert werde. Die Volksmudschaheddin verfügen über ein weit gespanntes Netz an Informanten im Iran.
Letzte Informationen, die zu dem nun zusammen gesetzten Puzzle führen, seien noch im April aktualisiert worden. „Die zusammengestellten Informationen beruhen auf Quellen innerhalb der iranischen Regimeinstitutionen, auch aus Reihen des Militärs“, heißt es im Bericht.
Volksmudschaheddin fordern IAEA-Überprüfung
Die „Neue Verteidigungsforschungsorganisation“ (SPND), deren Existenz die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in einem Bericht vom vergangenen November bestätigt hat, soll über sieben separate Unterabteilungen verfügen, die in 11 verschiedenen Einrichtungen an Teilen des Atombombenprogramms arbeiten.
Insgesamt haben die Volksmudschaheddin 60 Direktoren und Experten namentlich identifiziert, die an diesem Programm mitarbeiten. „Die von uns zur Verfügung gestellten Details sind verifizierbar und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) muss nun eine vertiefte Anstrengung unternehmen, um dieses Programm und die darin involvierten Personen zu überprüfen“, fordern die Volksmudschaheddin.
Das militärische Nuklearforschungsprogramm soll von Mohsen Fakhrisadeh Mahabadi, Mitglied der Revolutionswächter, geleitet werden. Es ist direkt dem stellvertretenden Verteidigungsminister Ahmed Wahid Dastscherdi unterstellt.
Widerstandsrat enthüllte 2002 geheimes Atomprogramm
„Die Aktivitäten, die in unserem Bericht ausgeführt werden, halten immer noch an. Auch in den Forschungszentren, die sich mit der Herstellung eines nuklearen Sprengkopfes beschäftigen, um eine Atombombe zu bauen“, sagt Schahin Gobadi, Sprecher des Nationalen iranischen Widerstandsrates, Welt Online.
Die Volksmudschaheddin sind ein gewichtiger Teil des nationalen Widerstandsrates, der im Jahr 2002 zum ersten Mal die Existenz eines geheimen iranischen Atomprogramms veröffentlicht hat.
Die Oppositionsgruppe hat die Anreicherungsanlage in Natans enthüllt sowie den Schwerwasserreaktor in Arak und hat im Laufe der vergangenen zehn Jahre immer wieder wichtige Hinweise gegeben, die sich später als richtig herausgestellt haben.
Manche dieser Informationen konnten aber zum Teil auch nicht bestätigt werden oder ihre Verifizierung steht wegen der Blockade der iranischen Behörden noch aus.
Außergewöhnliche Fleißarbeit
Für den Bericht, der Welt Online – samt Organigramm der Forschungsabteilungen – vorliegt, haben die Volksmudschaheddin außergewöhnliche Fleißarbeit betrieben. Viele Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen und es wird erheblicher Anstrengungen der IAEA bedürfen, um Licht in dieses Geflecht von militärischen Atomforschungseinrichtungen zu bringen. Manche Informationen lassen sich jedoch mit öffentlich zugänglichen Quellen erhärten.
So hat der 2009 aus dem Iran geflohene Atomwissenschaftler Schahram Amiri laut Informationen von „Iran Focus“ im Hauptquartier der SPND in Modschdeh unter dem geheimnisvollen Team von Mohsen Fakhrisadeh Mahabadi gearbeitet.
Drei Monate, nachdem Amiri übergelaufen war, sah sich der Iran genötigt, die Existenz der tief im Berg bei Qom versteckten Anreicherungsanlage von Fordo zuzugeben. Der IAEA ist es bisher noch nicht gelungen, von Teheran eine Genehmigung zur Befragung des SPND-Leiters Fakhrisadeh Mahabadi zu bekommen.
Überraschende Koinzidenzen
Stichproben von Welt Online ergaben auch teilweise überraschende Koinzidenzen. So hat etwa Mohsen Foroughisadeh, der die Abteilung leitet, die sich mit Atomunfällen beschäftigt, im iranischen „Journal of Military Medicine“ über „Externe Dekontaminierung bei Nuklearunfällen“ geschrieben und in einem anderen Fachblatt über die Behandlung von verstrahlten Versuchsmäusen.
Die brisantesten Informationen des Papiers beziehen sich jedoch auf die Bemühungen des Irans zur Produktion eines nuklearen Sprengkopfes. So berichten die Volksmudschaheddin über metallurgische Arbeiten zur Formung eines Sprengkopfes.
Der Leiter der dortigen Abteilung hat im Jahr 2006 in Parchin für seine Doktorarbeit Explosionstest mit Wolfram vorgenommen, das als Alternative für Uran bei Sprengkopftests verwendet werden kann. Er soll sich nun um die Formgebung eines Sprengkopfes kümmern. Eine andere Abteilung beschäftigt sich mit der Herstellung jener komplizierten Metalllegierungen, die für einen Sprengkopf benötigt werden.
Bericht dürfte Obama Kopfzerbrechen bereiten
Die IAEA und die amerikanischen Dienste sind bisher auch davon ausgegangen, dass der Iran seine Forschungen an Explosionszündern für die Bombe im Jahr 2003 eingestellt hat. Das stellt sich nach Ansicht der Volksmudschaheddin anders dar.
Sie haben ein unscheinbares fünfstöckiges Gebäude im Teheraner Pars-Viertel als Hauptquartier für diese Art von Explosionsforschung ausgemacht. Die Tests sollen in Parchin stattfinden, jener militärischen Forschungseinrichtung, zu der die IAEA seit 2005 keinen Zutritt bekommen hat.
Der Bericht der Volksmudschaheddin, der Adressen der Einrichtungen, Namen und manchmal gar Telefonnummern von Wissenschaftlern enthält, dürfte der Regierung von Barack Obama einiges Kopfzerbrechen bereiten.
Die amerikanischen Dienste halten bisher an ihrer Einschätzung fest, dass der Iran 2003 die systematische Arbeit an einem Nuklearsprengkopf eingestellt und seitdem nicht wieder aufgenommen hat. Allein die schiere Bandbreite der Bemühungen, die die Volksmudschaheddin nun aufdecken, spricht eine andere Sprache.
Volksmudschaheddin verfolgen eigene Interessen
„Unser Bericht zeigt, dass es anhaltende und systematische Bemühungen des Irans zum Bau einer Bombe gibt, anders als manche westliche Staaten glauben“, sagt Sprecher Gobadi.
Die Frage ist, wie verlässlich die Informationen der Volksmudschaheddin sind, die ein Interesse daran haben, dem Regime vor der Fortsetzung der Nuklearverhandlungen mit den P5 plus 1 (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) ein Bein zu stellen.
Für Emanuele Ottolenghi, einen der führenden europäischen Experten für das iranische Atomprogramm, scheinen die Informationen „glaubwürdig“ zu sein. „Für jeden, der mit der langen Geschichte der iranischen Geheimhaltung und Täuschung vertraut ist, sind die hier veröffentlichten explosiven Enthüllungen tatsächlich keine Überraschung“, sagt Ottolenghi Welt Online.
Die Hauptstoßrichtung des iranischen Atomprogramms sei immer militärisch gewesen, trotz iranischer Behauptungen, wonach es religiöse Fatwas dagegen gäbe. „Hoffen wir, dass die P5 plus 1 davon Notiz nehmen und der Versuchung widerstehen, leichtfertige Kompromisse einzugehen wenn sie die iranischen Unterhändler in zwei Wochen in Bagdad treffen“.
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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
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21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Mi. 21.10.2026 | 10. Cheschwan 5787
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Filmvorführung „Noga“
Beginn 19:00Filmvorführung
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19 Uhr
Ein Film von Jono & Benji Bergmann mit Noga Erez und Ori Rousso
Produktion: Babka Film in Koproduktion u.a. mit Sperl Film + Fernsehproduktion
Österreich/ Deutschland/ Israel 2026, 96 Min.
Originalsprache: Hebräisch, Englisch, mit deutschen Untertiteln
Die israelische Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso auf dem Weg zum internationalen Durchbruch. Zwischen ausverkauften Konzertsälen mit provokanten Hits wie »End of the Road«, politischer Zuspitzung und persönlichen Spannungen, kämpft sie darum, weiterhin gehört, vor allem aber verstanden zu werden – in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
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