Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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2. Juli 2015

Beschädigte Ausstellung: 5000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter

Das Landeskriminalamt (LKA) hat jetzt 2000 Euro Belohnung hat das Landeskriminalamt ausgelobt für Hinweise, die zur Aufklärung des Anschlags auf die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) in München führen. Weitere 3000 Euro Belohnung stellt eine Privatperson zur Verfügung. Unbekannte hatten die am 21. Juni eröffnete Ausstellung „Jüdisches Leben in München gestern & heute“ auf dem Sankt-Jakobs-Platz beschädigt.

Am Dienstag, 30.6.2015, hatte sich Bayerns Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle, gemeinsam mit Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, vor Ort ein Bild von den Schäden an der Freilicht-Ausstellung über „Jüdisches Leben gestern und heute“ auf dem St.-Jakobs-Platz gemacht.

®DanielSchvarcz1Am frühen Montagmorgen, 29.6.2015, waren Brandlöcher in einigen Schautafeln entdeckt worden. Die Ausstellung wurde vorsätzlich und einschlägig beschädigt und geschändet. Auf einigen Bildern wurden den dargestellten Personen vermutlich mit einer brennenden Zigarette Löcher ins Gesicht gebrannt. Die eindeutigen Verunstaltungen wurden oberhalb der Lippen im Stile eines „Hitler-Bartes“ oder in den Augen tief in die beschichteten Stellwände eingebrannt. Unter den betroffenen Persönlichkeiten sind hochrangige politische Repräsentanten sowie höchste Rabbiner und auch der Schwager von Frau Knobloch, der 91-jährige Holocaust-Überlebende, Roman Knobloch.

Spaenle: „Das ist ein Anschlag auf uns alle“

Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle sagte: „Das ist ein Anschlag auf uns alle. Wir sind stolz und es freut uns, dass die jüdische Gemeinde wieder im Herzen der Stadt zuhause ist. Und genauso groß wie die Freude ist unsere Abscheu und das Entsetzen angesichts dieser infamen Verschandelung – ausgerechnet im Rahmen der Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen der Kultusgemeinde, das die jahrhundertealte gemeinsame Geschichte belegt.“ Deswegen sei es ihm so wichtig gewesen herzukommen. Im Namen des Freistaates Bayern versicherte er der jüdischen Gemeinschaft seine Solidarität. „Wir gehören zusammen. Es geht darum, solche Taten zu brandmarken, die das positive und gute Miteinander zerstören wollen.“ Die steigende Zahl antisemitischer und rassistisch motivierter Taten beunruhige ihn. „Der Anschlag auf die Bilder muss als Anschlag auf die Menschen gedeutet werden. Er fordert die wehrhafte Demokratie.“

Knobloch: „Erschüttert mich in  meiner optimistischen Haltung“

®DanielSchvarcz2Charlotte Knobloch dankte dem Staatsminister für sein Kommen. „Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die mit uns fühlen. Minister Dr. Ludwig Spaenle versteht, dass dieser Vorfall mehr ist, als einfach nur eine Sachbeschädigung. Der Vorfall zeigt, dass man nicht mal eine Woche eine solche Installation aufstellen kann, ohne dass das Potenzial an Antisemitismus und Menschenverachtung, das in unserer Gesellschaft vorhanden ist, wieder ganz deutlich zu sehen ist. Das erschüttert mich in  meiner optimistischen Haltung. Gerade erst haben wir mit großer Begeisterung hier auf dem Platz mit Tausenden Menschen gefeiert. Und jetzt dieser katastrophale Rückschlag, der mich zutiefst aufwühlt und erschüttert. Ich bin entsetzt und tief traurig. Ich hätte das nicht für möglich gehalten – zumal nach dem fröhlichen Bürgerfest auf dem Platz am vergangenen Wochenende. Was soll ich meinem Schwager sagen, der die Konzentrationslager der Nazis überlebt hat und nun in dieser verabscheuungswürdigen Art verunstaltet wurde? Diese mutwillige und eindeutige Schändung ist widerlich. Diese Menschenverachtung ist widerwärtig und abscheulich. Wir haben schon viel erlebt, wir werden auch das durchstehen, aber es ist traurig, dass Menschen heutzutage zu so etwas fähig sind. Ich wünsche mir, dass diese Stadt ‚mein München‘ bleibt und die Münchnerinnen und Münchner in Politik und Gesellschaft diese Tat und das dahinter stehende Denken ächten und entschlossen bekämpfen.“

 

 

 

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Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787

Kultur

»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr

Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann

Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.

In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de