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12. Juli 2013
Benefizkonzert: Singen für die Jüngsten
Der Münchner Polizeichor trat zugunsten der Kinderkrippe in der Israelitischen Kultusgemeinde auf. Von Miryam Gümbel, 11.7.2013. Mit zwei Geschenken besuchte der Münchner Polizeichor Ende Juni die Kultusgemeinde: Zum einen begeisterte er das Publikum im Hubert-Burda-Saal mit einem beeindruckenden Konzert. Zugleich war die Veranstaltung eine Benefiz-Matinee zugunsten der gerade entstehenden Kinderkrippe der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.
Der Polizeichor erwuchs aus der 1911 gegründeten »Sängerrunde der königlichen Schutzmannschaft«. Heute setzt sich der Chor nicht mehr ausschließlich aus Mitgliedern der Polizei zusammen und zählt zu den renommiertesten Laienmännerchören in Bayern. Die hohe Qualität, die man an diesem Sonntagvormittag im Gemeindesaal hörte, ist oberste Richtschnur des Chors, der seit den 70er-Jahren im In- und Ausland Konzerte gibt und von einem großen Förderkreis unterstützt wird.
Verdienste Seit 1987 leitet Max Eberl den Chor. Der frühere Musiklehrer und Dozent an der Staatlichen Hochschule für Musik in München hat langjährige Erfahrungen als Dirigent gesammelt, für seine Verdienste in diesem Bereich wurde er als Kulturpreisträger der Stadt Germering ausgezeichnet. Unter seiner Leitung bietet der Chor der Polizei München ein breites Spektrum an musikalischer Vielfalt und ist in zahlreichen unterschiedlichen Stilrichtungen beheimatet.

Begeisterten das Publikum: der Chor der Polizei München sowie der Geiger Mark Tiktiner und die Pianistin Olga Salogina. © Marina Maisel
Aus diesem umfangreichen Repertoire wurde auch das Programm für den Auftritt in der IKG zusammengestellt. Neben dem Gesangsprogramm traten der israelische Geiger Mark Tiktiner und die aus Moskau stammende Pianistin Olga Salogina mit Stücken von Ludwig van Beethoven und Henryk Wieniawski auf. Überzeugend war dabei die Mischung aus religiösen Themen wie dem von Beethoven vertonten Gellert-Text Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, Spirituals und Weisen aus einem internationalen Repertoire.
Präsidentin Charlotte Knobloch gehört schon lange zu den, wie sie in ihrer Begrüßungsrede sagte, »großen Fans dieses wunderbaren Männerchors – um nicht zu sagen, zu den ›Groupies‹«. Noch heute erinnert sie sich voller Freude an das überraschende Geburtstagsständchen, das der Chor ihr vor einiger Zeit gesungen hatte.
Berührend
Neben der Begeisterung für die Musik war es Knobloch aber auch ein Anliegen, über das ebenso gute wie besondere Verhältnis zwischen der Polizei in München und der Israelitischen Kultusgemeinde zu sprechen. »Dieses Verhältnis berührt mein Herz«, bekannte Knobloch. »Wer noch wie ich die Zeit der Verfolgung hautnah erlebt hat, wer sich noch ganz genau an die blanke, kalte und existenzielle Angst vor deutschen Uniformierten erinnern kann, für den grenzt es an ein Wunder, dass wir heute und hier eine so gute, so herzliche und in Freundschaft verbundene Partnerschaft pflegen.«
Die Bayerische Polizei mit ihren Münchner Beamtinnen und Beamten stünden fest und verlässlich an der Seite der Gemeinde, so Knobloch. »Der Schutz der jüdischen Menschen und Einrichtungen ist ihnen nicht nur eine Verpflichtung – sondern eine Herzensangelegenheit.«
Sie erinnerte im Anschluss an die Beteiligung der Polizei auf Festen des Gemeinde-Kindergartens oder der Schule mit Spielen und Infoständen: »Es ist schön, zu erleben, mit wie viel Spaß und Liebenswürdigkeit Ihre Kolleginnen und Kollegen auf die Kinder zugehen«, befand sie. »Und mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, wie viel Freude und Interesse Ihnen die Kinder entgegenbringen – ohne Vorbehalte, ohne jene Angst, die ich in diesem Alter leider haben musste.« Was den Chor betreffe, so habe gerade dieser es sich zur Aufgabe gemacht, unter dem Motto »Guter Ton verbindet« auf heitere und sympathische Art Brücken zwischen Polizei und Bürgern zu bauen.
Freude
Charlotte Knobloch ging auch auf die Bedeutung der Benefiz-Aktion ein: »Dass Sie heute hier sind, um für die Zukunft unserer jüdischen Gemeinde – für unsere Kleinsten nämlich, unsere Kinder – zu singen, das ist schon eine bemerkenswerte Geste der Verbundenheit. Darüber freue ich mich ganz besonders und darf Ihnen meinen und unseren tief empfunden Dank aussprechen.«
Ihr Dank galt zudem allen Anwesenden, die mit ihrem Besuch einen Beitrag zur Realisierung dieser Einrichtung geleistet hatten. Die Kinderkrippe wird voraussichtlich ab Frühjahr 2014 jüdischen wie nicht-jüdischen Kindern offen stehen.
Was Charlotte Knobloch als einen weiteren Meilenstein für die Etablierung der jüdischen Gemeinschaft in München und Bayern bezeichnet hatte, unterstrich in seiner kurzen Ansprache auch der erste Vorsitzende des Chors, Polizeihauptkommissar Michael Fischer. Konflikte, die sich aus unterschiedlichen kulturellen Situationen entwickelten, seien im Erwachsenenalter meist schwer zu lösen, unterstrich Fischer. Umso wichtiger sei es, dass insbesondere Kinder andere Traditionen kennenlernten. Deshalb sei es dem Chor eine große Freude, mit dem Konzert einen Beitrag für ein friedliches Miteinander zu leisten.
Dieses Offensein hatte der Chor mit einem im Programm nicht angekündigten Überraschungspart noch einmal unterstrichen: Mit Schalom Chawerim begeisterten die Sänger das Publikum. Gemeinsam klang der Vormittag dann bei einem kleinen Empfang aus.
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So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Mi. 21.10.2026 | 10. Cheschwan 5787
Kultur
Filmvorführung „Noga“
Beginn 19:00Filmvorführung
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19 Uhr
Ein Film von Jono & Benji Bergmann mit Noga Erez und Ori Rousso
Produktion: Babka Film in Koproduktion u.a. mit Sperl Film + Fernsehproduktion
Österreich/ Deutschland/ Israel 2026, 96 Min.
Originalsprache: Hebräisch, Englisch, mit deutschen Untertiteln
Die israelische Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso auf dem Weg zum internationalen Durchbruch. Zwischen ausverkauften Konzertsälen mit provokanten Hits wie »End of the Road«, politischer Zuspitzung und persönlichen Spannungen, kämpft sie darum, weiterhin gehört, vor allem aber verstanden zu werden – in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
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