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4. November 2011

Bayerischer Museumspreis für KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ist mit dem Bayerischen Museumspreis 2011 ausgezeichnet worden. Die Gedenkstätte erhält den Preis für ihr wegweisendes Ausstellungskonzept – insbesondere die 2010 eröffnete zweite Dauerausstellung „Was bleibt – Nachwirkungen des Konzentrationslagers Flossenbürg“ sei bundesweit einzigartig, so die Jury bei der Verleihung in Flossenbürg. Der Leiter der Gedenkstätte, Dr. Jörg Skriebeleit, nahm den von der Versicherungskammer Bayern ausgelobten Preis entgegen.

Ausstellung ' Was bleibt'. Foto: Stiftung Bayerische Gedenkstätten

Ausstellung ' Was bleibt'. Foto: Stiftung Bayerische Gedenkstätten

Überzeugt hatte die Jury das wegweisende Museumskonzept der Gedenkstätte mit ihren beiden Dauerausstellungen „Konzentrationslager Flossenbürg 1938 – 1945“ und „Was bleibt – Nachwirkungen des Konzentrationslagers Flossenbürg“. Mit Letzterem widme sich zum ersten Mal in Deutschland eine Ausstellung umfassend dem Erbe eines nationalsozia-listischen KZs von der Zeit der Befreiung 1945 bis heute. Das sei einzigartig und verdiene große Anerkennung, so die Jury.

Für den Leiter der Gedenkstätte, Dr. Skriebeleit, sind KZ-Gedenkstätten multiple Orte – Friedhöfe, Lern- und Erinnerungsorte, aber auch Museen. Das sei lange Zeit nicht selbst-verständlich gewesen. Er sei dankbar, dass die Jury auch diesen Aspekt mit einem solchen Preis anerkenne. Skriebeleit kündigte an, das Preisgeld werde in weitere kreative museale Projekte fließen. Für das kommende Jahr seien bereits drei Wechselausstellungen geplant.

„Dieser Ort war sehr lange Zeit fast vergessen“

Der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, zeigte sich überaus erfreut, dass die Arbeit dieses Gedenkortes eine derartige Anerkennung erfährt: „Dieser Ort war sehr lange Zeit fast vergessen. Die Auszeichnung zeigt auch, dass uns gelungen ist, diesen Ort mit all seinen wichtigen Aufgaben – Gedenken, Erinnerung und eben auch Lernen – auszufüllen.“ Erfreulich für die Stiftung sei darüber hinaus, dass mit dem Empfang des Bayerischen Museumspreises in Flossenbürg in kurzer Frist nach der KZ-Gedenkstätte Dachau, deren Besucherzentrum den Deutschen Architekturpreis erhielt, die zweite Gedenkstätte in Obhut der Stiftung eine hohe Ehrung erfahren durfte.

Preisverleihung. Foto: Stiftung Bayerische Gedenkstätten

Preisverleihung. Foto: Stiftung Bayerische Gedenkstätten

Gedenkstättenleiter Dr. Jörg Skriebeleit nahm den Kulturpreis aus den Händen von Rainer Fürhaupter, Vorstand der Versicherungskammer Bayerns, entgegen. „Die Gedenkstätte hat diese Auszeichnung in jeder Hinsicht verdient!“ so Fürhaupter bei der Übergabe.

140 Bewerbungen

Aus 140 Bewerbungen wurde die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg für den Bayerischen Museumspreis ausgewählt. Die Auszeichnung würdigt besonders beispielhafte und engagierte Museums- und Kulturarbeit in Bayern und ist mit 20.000 Euro dotiert. Seit 1991 wird sie alle zwei Jahre unter der Schirmherrschaft der Versicherungskammer Bayern verliehen. Unter anderem waren das Fränkische Freilandmuseum (1991) und das Maximilianmuseum Augsburg (2007) bereits Träger des Wanderpreises.

Das Konzentrationslager Flossenbürg in der Oberpfalz war 1938 in der Nähe eines Granit-steinbruchs angelegt worden. Bis 1945 waren hier und in den annährend 90 Außenlagern schätzungsweise 100.000 Menschen aus 47 Nationen inhaftiert – etwa 30.000 Menschen kamen ums Leben. Seit der Eröffnung der ersten Dauerausstellung 2007 besuchten bislang mehr als 250.000 Menschen aus der ganzen Welt die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg.

Stiftung Bayerische Gedenkstätten

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September 2026 | Elul-Tischri | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787

Kultur

»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer

Beginn 19:00 Uhr:

Moderation: Ellen Presser

Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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