Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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21. August 2012

Neue Ausstellung: Rassismus-Geschichte aus Opfer-Sicht

Eine Ausstellung der Amadeu Antonio Stiftung thematisiert ab 21.8.2012 in Berlin die Geschichte des Rechtsextremismus nach 1945 in der Bundesrepublik, der DDR und im wiedervereinigten Deutschland.

Auf 16 Tafeln wird thematisiert, wie sich Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus in beiden deutschen Staaten entwickelten – und sich zivilgesellschaftliche Gegenproteste formierten. Auch der jeweilige Umgang mit NS-Tätern und die Debatten um die Entschädigungen von Opfern ist nach Angaben der Stiftung Teil der historischen Abhandlung.

Die Ausstellung, die im Haus der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft zu sehen ist, ist englischsprachig und trägt den Titel „Germany after 1945: A Society confronts Antisemitism, Racism and Neo-Nazism„. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und soll im Frühjahr 2013 in New York gezeigt werden.

„Germany after 1945“ – Berliner Ausstellung zu rechter Gewalt und zivilgesellschaftlichen Gegenbewegungen

Ein Bericht auf Deutschlandradio Kultur, 21.8.2012. Die Angriffe auf ein Asylbewerberheim 1992 in Rostock-Lichtenhagen waren kein singuläres Ereignis. Wie sich der alltägliche Rassismus in Deutschland nach 1945 entwickelt hat, zeigt eine Ausstellung in Berlin – und nimmt dabei vor allem die Perspektive der Opfer ein.

Die Ausstellung der Amadeu-Antonio-Stifung zeigt, wie sich Deutsche in Ost und West der Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus gestellt haben, wie Staat und Zivilgesellschaft in der Gegenwart auf rechte Gewalt reagieren und wie der Alltag der Menschen aussieht, die von Neonazis bedroht werden. Zudem werden Projekte und Initiativen vorgestellt, die sich für den Schutz von Minderheiten und für mehr Demokratie im Alltag einsetzen.

Wie Heike Radvan, eine der Kuratorinnen, sagte, soll die Ausstellung auch Verbindungslinien zwischen alltäglichem Rassismus und politischen Entwicklungen aufzeigen. So gebe es einen Zusammenhang zwischen den Pogromen von Lichtenhagen und Hoyerswerda und späteren Gesetzesänderungen, womit rechtsextreme Gewalttäter letztlich ihr Ziel erreicht hätten:

„Was dort Rechtsextreme fordern, wird tatsächlich dann später umgesetzt: Die Asylgesetzgebung wird begrenzt. In den Zusammenhang setzen wir das, und gucken uns das kritisch an.“

Radvan gab dem Publizisten Eberhard Seidel recht, der im Programm von Deutschlandradio Kultur gesagt hatte, dass mit den rassistischen Übergriffen der frühen 90er-Jahre aber auch eine Gegenbewegung eingesetzt habe, mit der die Zivilgesellschaft stärker als früher Position gegen den Rechtsextremismus bezogen habe. Dies habe in der Gesellschaft zu einem „Perspektivwechsel“ geführt.

Während es in den 90er-Jahren noch sehr stark um die Perspektive der Täter gegangen sei, würde man seit dem Jahr 2000 die Opfer rechter Gewalt stärker in den Blick nehmen und sich darum bemühen, die Zivilgesellschaft zu stärken. Dies habe sich auch in der Entwicklung neuer Bundesprogramme niedergeschlagen:

„Man guckt, wie kann ich eigentlich demokratische Alltagskultur stärken, wie kann ich diejenigen Initiativen stärken, die sich Vielfalt einsetzen, die sich gegen Rassismus stark machen – und zum Beispiel, was wir ja auch mit gefördert haben: Opferberatungsstellen für diejenigen Personen, die Opfer rechtsextremer Gewalt werden.“

Allerdings hätten die Menschen auch heute noch Schwierigkeiten, sich aktiv mit rassistischen Übergriffen auseinanderzusetzen. Als Beispiel nannte sie die Stadt Eberswalde, die noch heute, fast 22 Jahre nach der Ermordung des Angolaners Amadeu Antonio, darum streitet, ob eine Straße nach Antonio benannt werden soll oder nicht.

Das vollständige Gespräch können Sie mindestens bis zum 20.02.2013 als MP3-Audio im Audio-on-Demand-Player von dradio.de nachhören.

Mehr zum Thema auf dradio.de: Aktives Wegschauen – Publizist Eberhard Seidel fordert historische Aufarbeitung des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen

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September 2026 | Elul-Tischri | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787

Kultur

»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer

Beginn 19:00 Uhr:

Moderation: Ellen Presser

Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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