Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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12. Juni 2014

Aufklärung statt Angst

Anita Kaminski und ihr Team luden zu einem Wohltätigkeitsabend für die Israel Cancer Association ins Seehaus.Von Jürgen Eisenbrand, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen, 12.6.2014. Sie kämpfen mit ihrem Engagement in Sachen Brustkrebsaufklärung gegen eine tödliche Krankheit. Tatkräftige Unterstützung dabei erhielten Anita Kaminski, Renate Dubinin-Domcke, Laili Gitbud, Christa Volke und Ulrike Heuß jüngst bei einem Benefizabend zugunsten der Israel Cancer Association (ICA) im »Seehaus« am Englischen Garten. Rund 120 Gäste kamen zu der Veranstaltung – darunter Präsidentin Charlotte Knobloch, Sponsorin Regine Sixt und die Gründerin des Münchner ICA-Komitees, Ilse Ruth Snopkowski. Bei einem informativen Abend erfuhren die Gäste eine Menge über genetisch bedingten Brustkrebs.

Ephrat Levy-Lahad und Wolfgang Eiermann. © Jürgen Eisenbrand

 

Hollywood-Superstar Angelina Jolie hatte die Krankheit vor gut einem Jahr mit einer spektakulären Aktion weltweit bekannt gemacht. Die damals 37-Jährige ließ sich beide Brüste amputieren, nachdem sie durch einen Gentest erfahren hatte, dass sie Trägerin des BRCA1-Brustkrebsgens ist – und ihr Risiko zu erkranken damit bei 90 Prozent liegt. Über Ursachen und Therapie der Genmutation wird weltweit geforscht, besonders intensiv in Israel.

WISSENSCHAFT

Aus zwei Gründen, wie Anita Kaminski beschrieb: Zum einen, weil das Land »es trotz aller Probleme schafft, viele herausragende Wissenschaftler auszubilden«. Und zum anderen, weil es in Israel besonders viele Frauen gibt, die vom Brustkrebs betroffen sind. »In Israel können Studien gemacht werden wie sonst nirgends«, sagte Gastrednerin Ephrat Levy-Lahad vom Shaare Zedek Medical Center in Jerusalem.

Dort gebe es besonders viele Fälle, etwa zehn Prozent der Frauen seien betroffen, so die in den USA und Israel ausgebildete Wissenschaftlerin. »Am besten sollten alle Frauen auf BRCA1- und BRCA2-Gene getestet werden. Wir können helfen: Genetik ist nicht nur Grundlagenforschung, sie wird bereits angewendet!«

»Diese Forschung ist fantastisch«, stimmte ihr der Münchner Medizinprofessor Wolfgang Eiermann zu. »Und eigentlich geht es jetzt erst los.« Früher habe eine DNA-Sequenzierung etwa eine Million Euro gekostet, heute seien es rund 1000 Euro. »Auch dank der Studien in Israel sind wir auf dem Weg, vorbeugende Medikamente zu entwickeln.« Allerdings, waren sich die beiden Experten einig, werde die Forschung auch künftig noch sehr viel Geld verschlingen, weshalb Veranstaltungen wie der Benefizabend weiterhin wichtig bleiben.

KREBSFORSCHUNG

In den 34 Jahren seines Bestehens hat das ICA München bereits elf solcher Events veranstaltet – und damit einen sechsstelligen Betrag für die Krebsforschung gesammelt. Die fünf Frauen legen größten Wert darauf, dass die 150 Euro Eintritt pro Person voll und ganz dem guten Zweck zukommen. »Wir haben keine Verwaltungskosten, das ganze Geld fließt eins zu eins nach Israel«, betonte Kaminski.

Möglich ist das natürlich nur mithilfe von Sponsoren: Das Team der Kuffner-Gastronomie stellte den Seehaus-Pavillon gratis zur Verfügung; Sixt, die HypoVereinsbank, der FC Bayern und andere Gönner spendierten Preise für die große Tombola; der Wiener Künstler Arik Brauer steuerte für eine Auktion den Druck seines Bildes »Zauberflöte« bei.

Kultureller Höhepunkt des Abends war zweifellos der Auftritt von Brauers Tochter Timna und ihres Manns Elias. Das Duo entführte die Gäste, wie Timna Brauer erklärte, »auf einen Streifzug durch die jüdische Musik« – wofür das Duo zu Recht Applaus erntete.

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Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787

Kultur

»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr

Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann

Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.

In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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