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7. Januar 2013
Ägyptens neuer Präsident beleidigte Israelis auf üble Weise
Erschienen auf Die Welt Online, 5.1.2013. In einem TV-Interview aus dem Jahr 2010 beschimpft Ägyptens Präsident Mohammed Mursi Israelis auf drastische Weise und ruft zum Kampf gegen den Judenstaat auf. Dabei sah es zuletzt nach Entspannung aus.
In dem Fernsehinterview bezeichnete Mursi Israelis als Nachfahren von „Affen und Schweinen“, mit denen jegliche Friedensgespräche reine Zeitverschwendung seien. Das berichtet die israelische Zeitung „Ha’aretz“.
Mursi fungierte zum damaligen Zeitpunkt als Berater der Muslimbrüder.
Einen entsprechenden Fernsehbeweis zeigt das „Middle East Media Research Institute“ (Memri) auf seiner Website. Ausschnitte belegen, wie Mursi im libanesischen Sender al-Quds TV Israel scharf attackiert und bedroht.
„Entweder man akzeptiert alles, was die Zionisten wollen, oder es gibt Krieg“, sagt Mursi in dem Video. „Das ist alles, was die Besatzer von Palästina können – diese Blutsauger, die Palästinenser attackieren, diese Kriegshetzer, diese Nachfahren von Affen und Schweinen.“
Im Interview erklärt Mursi außerdem, dass Friedensgespräche mit Israel reine Zeitverschwendung seien. „Die Zionisten kaufen sich Zeit, während Palästinenser, Araber und Muslime ins Hintertreffen geraten und nicht vorankommen. Wir können sehen, wie sich der Traum in Luft aufgelöst hat. Der Traum war ohnehin immer eine Illusion“, so Mursi. Vermutlich meint er damit einen eigenständigen palästinensischen Staat.
Mursi empfiehlt den Widerstand gegen Israel
Zudem empfiehlt Mursi, dass Araber und Muslime außerhalb Palästinas Widerstand gegen Israel leisten. „Sie sollen Widerstandskämpfer unterstützen und Zionisten bedrängen – wo immer dies auch sein mag. Kein Araber oder Muslim sollte mit den Israelis verhandeln.“
Für Mursi war zumindest 2010 klar, dass „die Zionisten kein Recht auf Palästina haben. Es gibt dort keinen Platz für sie.“ Vor 1947 beziehungsweise 1948 hätten die Israelis das Land regelrecht „geplündert“, sagte Mursi.
Das nun aufgetauchte Video ist angesichts der jüngsten Entwicklungen in Ägypten durchaus pikant: Erst Ende August hatte Mursi verkündet, dass sich Ägypten an seine internationalen Verträge halten würde – also auch an den mit Israel ausgehandelten Friedensvertrag, der seit 1979 gilt.
Im Oktober hatte Mursi sogar einen äußerst freundlichen Brief an Israel geschrieben. Darin war sogar die Rede davon, „die guten Beziehungen zu erhalten und zu stärken, die glücklicherweise zwischen unseren Ländern bestehen“.
Mursi ist seit dem 30. Juni 2012 amtierender Staatspräsident der Arabischen Republik Ägypten. Er war zuvor Vorsitzender der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei – also der politischen Partei, die durch die Muslimbruderschaft nach der Revolution in Ägypten 2011 gegründet wurde. Sein Verhältnis zu Israel gilt seit jeher als kritisch.
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„Wir waren die Zukunft. Leben im Kibbuz“ von und mit der Autorin Yael Neeman
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Mittwoch, 13. Mai 2026, 19 Uhr
Im jungen Berliner Verlag Altneuland erschien 2025 ein hebräischer Klassiker in deutscher Übersetzung, der die Geschichte der Kibbuz-Bewegung exemplarisch beschreibt.
Yael Neeman wurde 1960 in einem Kibbuz geboren, den ihre aus Ungarn und Wien geflohenen Eltern 1946 mitbegründet hatten. In »Wir waren die Zukunft« öffnet Neeman Einblicke in das kollektivistische Lebenskonzept ihrer Kindheit und Jugend sowie in die ideologische und soziale Welt dieser bedeutenden Ära der israelischen Geschichte. Es entsteht damit ein Porträt dieses Sozialexperiments, mit dessen Hilfe in Israel an einer neuen, utopischen jüdischen Gesellschaft jenseits von Pogromen und Diaspora gearbeitet wurde und wo es heute steht.
Das Gespräch mit Yael Neeman führt ihre Übersetzerin Lucia Engelbrecht. Weiterlesen »
Mi. 20.05.2026 | 4. Siwan 5786
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„Die neue autoritäre Linke. Eine akute Bedrohung für die demokratische Gesellschaft“ von und mit dem Autor Nicholas Potter
Beginn 19:00Buchpräsentation & Gespräch
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Moderation: Shahrzad Eden Osterer (BR)
Mit seinen Recherchen und Reportagen richtet Nicholas Potter, Journalist und »taz«-Redakteur, einen eindringlichen Weckruf an die demokratische Gesellschaft, gegenüber jeglicher Form autoritären Denkens und politischen Extremismus‘ wachsam und mutig zu sein. Auf Demonstrationen, an Hochschulen, in den sozialen Medien und Subkulturen ist insbesondere nach dem 7. Oktober 2023 eine Radikalisierung am Werke, die andere Meinungen verbal und ihre Vertreter körperlich attackiert. Potter, selbst ins Fadenkreuz dieser Szene geraten, zeichnet ein eindrückliches Bild der neuen autoritären Linken, ihrer Netzwerke und Ideologie. Weiterlesen »
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