Religion
« Zurück
17. Februar 2012
Zum Schabbes: Parascha vom 18.2.2012 = 25.Schwat 5772

Blick in den Thoraschrein der Ohel-Jakob-Synagoge in München. Foto: Vitaly Ushakov/© IKG-Kulturzentrum
Inhaltsangabe des Parascha, Quelle: ORD. 1. Abschnitt (Sch’mot 21:1 – 21:19): „WeEleh haMischpatim ascher tassim lifneihem“ – „Und dies sind die Gesetze, die (du) ihnen vorlegen sollst“. Der erste Abschnitt handelt von Gesetzen bezüglich der Rechte und Pflichten hebräischer Sklaven (1), bei Mord und Totschlag, Entführung und Körperverletzung.
2. Abschnitt (Sch’mot 21:20 – 22:3): Die Gesetze dieses Abschnittes beziehen sich auf weitere Fälle von Körperverletzung und deren Kompensation (2).
Wenn beispielsweise jemand seinen Sklaven mißhandelt hat und dieser dadurch ein Auge oder einen Zahn verliert, muß er ihn freilassen. Auch berichtet die Torah hier über den Fall, da ein Ochse in eine Grube fällt, die jemand anderer gegraben hat und über die Entschädigung für den Diebstahl von Tieren.
3. Abschnitt (Sch’mot 22:4 – 22:26): Es folgen Gesetze über Eigentumsdelikte, Zauberei, Sodomie und
Götzendienst; das Verbot, die Gefühle Fremder zu verletzen oder sie zu unterdrücken; die Behandlung von Witwen und Waisen und die Vorschriften über den Verleih von Geld.
4. Abschnitt (Sch’mot 22:27 – 23:5): Hier wird das Gebot der Auslösung des Erstgeborenen (Pidjon HaBen) bei Mensch und Tier sowie die Verbote, vom lebendigen Tier zu essen (3) und Falschaussagen zu tätigen, beschrieben.
5. Abschnitt (Sch’mot 23:6 – 23:19): Diverse juristische Regelungen, wie z.B. das Verbot der Rechtsbeugung und Bestechung folgen in diesem Abschnitt. Das bereits im dritten Abschnitt erwähnte Verbot, Fremde zu unterdrücken, wird in diesem Abschnitt wiederholt, wiederum mit dem Hinweis „Ki-Gerim hejitem beErez Mizrajim“ – „denn
Fremde wart ihr im Land Ägypten“.
Ein Feld darf sechs Jahre bestellt werden, im siebten Jahr aber soll es ruhen (das sog. „Schmittah- Jahr“). Halte den Schabbat und die drei (Wallfahrts-)Feste (Schalosch Regalim): „Chag haMazot“ (Pessach), „Chag haKazir bikurei ma’assecha“ (Schawu’ot) und das „Chag ha’assif bezet haSchanah“ (Sukkot) (4).
Außerdem enthält der Abschnitt eines der Speisegesetze: „Lo-tewaschel Gedi baChalew Imo“ – „Koche nicht das Zicklein in der Milch seiner Mutter“ (5).
6. Abschnitt (Sch’mot 23:20 – 23:25): G´tt sendet einen Engel zu den Bnei Jisrael, der sie sicher an den Ort führen wird, den ER ausgewählt hat. Sie sollen sich kein Beispiel an den Völkern nehmen, sondern deren Götzen zerstören.
7. Abschnitt (Sch’mot 23:26 – 24:18) / Maftir: Moscheh wird von G´tt aufgefordert, sich IHM zu nähern und später schreibt Moscheh G´ttes Worte auf. Er bringt das Buch des Bundes (Sefer haBrit) zu den Bnei Jisrael, welche antworten, daß sie alles, was G´tt gesagt hat „na’asseh wenischma“ – „tun und hören“ werden [Anmerkung: man beachte die
Reihenfolge!]. Dann geht Moscheh erneut auf den Berg Sinai, wo ihm G´tt die steinernen Tafeln (et-Luchot haEwen [mit den Mizwot]) geben wird und bleibt dort 40 Tage und 40 Nächte.
Anmerkungen:
- Hebräisch „Ewed iwri“: gemeint ist jemand, der wegen Raubes verkauft worden ist, siehe Mechilta, Raschi; Sch’mot 22:2 und WaJikra 25:39 sowie D’warim 15:12.
- Das oft mißbrauchte volkstümliche Sprichwort „Auge um Auge, Zahn um Zahn…“, hebr. „Ajin tachat ajin, schen tachat schen, jad tachat jad, regel tachat ragel.“ – „Ein Auge für ein Auge, ein Zahn für einen Zahn, eine Hand für eine Hand, einen Fuß für einen Fuß“. Dies bezieht allerdings sich nicht auf die Vergeltung mit denselben Mitteln oder mit demselben Ergebnis, sondern auf die Kompensation eines erlittenen Schadens und darf nicht wörtlich verstanden werden (Mechilta; Targum Jonathan; Bawa Kama 84a; Raschi). Siehe auch WaJikra 24:19 und 24:20 sowie D’warim 19:21.
- Vers 22:30: Zwar ist bereits in Bereschit 9:4 erwähnt, daß es verboten ist, Fleisch vom lebenden Tier zu essen, aber hier wird erstmals das Wort „trefah“, von hebr. „litrof“ = zerreißen, zerfleischen (Raubtier), erwähnt: „…uWassar baSsadeh trefah lo tochelu laKelew taschlichun oto.“ – „Und Fleisch, in einem Feld gerissen, eßt nicht; den Hunden sollt ihr es geben“. Siehe auch WaJikra 22:8.
Das Wort „treife“ ist insbesondere im Lebensmittelbereich gebräuchlich, um das Gegenteil von „koscher / kascher“ auszudrücken. - Schawu’ot und Sukkot (Raschi), siehe auch Sch’mot 34:22, D’warim 16:10 und 16:16 bzw. WaJikra 23:34 und D’warim 16:13.
- Dieses Verbot wird in der Torah an drei verschiedenen Stellen erwähnt (die anderen beiden Stellen sind: Sch’mot 34:26 und D’warim 14:21). Aus diesem Passus wird das Verbot abgeleitet, Fleisch und Milch zu mischen. Siehe auch Sefer HaMizwot, Negative Mizwot 187; Jad, Ma’acholot Assurot 9:3).
VeranstaltungenÜberblick »
September 2026 | Elul-Tischri
- So
- Mo
- Di
- Mi
- Do
- Fr
- Sa
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
- 6
- 7
- 8
- 9
- 10
- 11
- 12
- 13
- 14
- 15
- 16
- 17
- 18
- 19
- 20
- 21
- 22
- 23
- 24
- 25
- 26
- 27
- 28
- 29
- 30
Aktuelle Veranstaltungen
Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787
Kultur
»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer
Beginn 19:00 Uhr:Moderation: Ellen Presser
Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.
Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
Kultur
Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
