Kultur
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24. Juni 2011
Für immer Columbo
Los Angeles | Der große US-Schauspieler Peter Falk ist im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills gestorben. Die Rolle des „Inspektor Columbo“ machte den Sohn jüdischer Einwanderer aus Tschechien und Ungarn weltberühmt. Im Fernsehfilm „Mord nach Rezept“ hatte er erstmals den scheinbar schusseligen Polizeidetektiv gespielt – eine Rolle, die Falk wie auf den Leib geschrieben war. 1970 kam ein Pilotfilm, für die Serie stand er von 1971 bis 1977 und 1989 bis 2003 vor der Kamera. Millionen Fernsehzuschauer liebten den Mann mit dem Glasauge und dem zerknitterten Trenchcoat. Die Staffeln waren drei Jahrzehnte ein Renner in der Hauptsendezeit in 26 Ländern.„Ich hätte da noch mal eine Frage …“ Dieser schon legendäre Satz waren wohl die berühmtesten Worte seiner Karriere. Jetzt ist der große US-Schauspieler tot. Die Todesursache war zunächst unklar. In den vergangenen Jahren litt der Schauspieler aber zunehmend unter einer schweren Demenz-Erkrankung. Falk sei „friedlich“ eingeschlafen, erklärte eine Sprecherin der Familie.
Am 16. September 1927 in New York geboren, verlor Falk bereits als Dreijähriger wegen eines Krebstumors sein rechtes Auge, das durch ein Glasauge ersetzt wurde – was später zu seinem Markenzeichen wurde. Das linke Auge hatte er deshalb immer leicht zugekniffen.
Die Rolle des „Columbo“ war Fluch und Segen zugleich
Für Peter Falk, der schon vor der weltweit erfolgreichen TV-Serie in den 60er-Jahren Oscar-Nominierungen für seine Mitwirkung in Kinofilmen erhielt, war „Columbo“ Fluch und Segen zugleich. Denn Falk war fortan auf das Image des schnoddrigen Inspektors festgelegt.
Ihr Kultstatus veranlasste den US-Sender ABC 1989, Falk zweimal im Jahr ein zweistündiges „Columbo“-Special anzubieten. Die Filme liefen dann bis ins 21. Jahrhundert. Den Trenchcoat brachte Falk aus seinem Privatbestand mit zu den Dreharbeiten. Irgendwann war er so zerschlissen, dass er doch ersetzt werden musste. Über „Columbo“ – der Detektiv hatte nie einen Vornamen – sagte er einmal: „Er tut einem leid. Er scheint nichts zu sehen, aber er sieht alles. Unter seiner Zerzaustheit arbeitet ein scharfer Verstand.“
Mit „Unterwelt“ kam der Durchbruch und eine Oscarnominierung
Bevor er zur Schauspielerei kam, war er Koch bei der Marine, zeitweise Chef einer Rockerbande, er studierte Politikwissenschaften und Verwaltungslehre, bewarb sich erfolglos beim Geheimdienst CIA – angesichts der antikommunistischen Stimmung in den USA der 1950er-Jahre erwies sich seine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft als großer Nachteil. Falk arbeitete bei der Post und als Finanzbeamter. Nebenbei nahm er Schauspielunterricht und spielte Laientheater – ehe er sich 1956 entschloss, professioneller Schauspieler zu werden, und nach New York zog. Dort feierte er erste Erfolge auf der Theaterbühne. Ab 1958 wirkte er in Nebenrollen beim Film mit. Sein Durchbruch in Hollywood gelang ihm 1960 mit „Unterwelt“. Dafür wurde er für einen Oscar nominiert, ebenso wie in Frank Capras letztem Kinofilm „Die unteren Zehntausend“ (1961).
„Vielleicht wäre ohne Columbo ein besserer Schauspieler aus mir geworden“
Glänzende Kritiken gab es auch für seine Selbstdarstellung in Wim Wenders‘ Film „Der Himmel über Berlin“ (1987). Er gewann fünf Emmys, vier davon allein für seine Hauptrolle in „Columbo“, den er 69-mal spielte und zum ungekrönten König der TV-Detektive machte. Falk gehörte zu den Lieblingsschauspielern des berühmten Regisseurs John Cassavetes, mit dem er sechs Filme drehte. Fünf Synchronsprecher (besonders beliebt: Klaus Schwarzkopf) hat Columbo allein in Deutschland gehabt, aber er selbst ist in den mehr als 30 Jahren immer derselbe geblieben. „Vielleicht wäre ohne Columbo ein besserer Schauspieler aus mir geworden“, sinnierte er einmal,
Krach gab es zu Hause in der Villa in Beverly Hills oft um sein Hobby: Falk war begeisterter Maler und zeichnete am liebsten nackte Frauen – allerdings fremde. 2008 wurde bekannt, dass der Filmstar an Alzheimer litt. Im Sommer 2009 wurde er unter die Vormundschaft seiner 23 Jahre jüngeren Frau Shera gestellt, mit der er seit mehr als 30 Jahren verheiratet war. Die frühere Schönheitskönigin hatte sich mit Falks Adoptivtochter Catherine aus seiner ersten Ehe vor Gericht um die Vormundschaft gestritten. Damals sagte der Arzt, dass sich Falks Zustand gravierend verschlechtere: „Er erinnert sich nicht einmal mehr an ,Columbo‘.“
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Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787
Kultur
»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner
Beginn 19:00Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr
Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann
Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.
In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.
Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
Kultur
Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
