Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Kultur

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26. November 2020

Online: „Und sollten sie plagen mit allerlei Seuchen, Krankheiten und Schmerzen“: Epidemien in der jüdischen Geschichte

Vortrag im Rahmen der »Yerushalmi Lecture«

Mittwoch, 16. Dezember 2020, 19 Uhr

COVID-19 wird gelegentlich auch als 11. Plage, die Gott den Menschen geschickt hat, bezeichnet – eine Meinung, die von jüdischen Gelehrten nicht geteilt wird. Fest steht, dass das jüdische Volk, wie auch andere Völker, im Laufe der Geschichte immer wieder von Seuchen heimgesucht wurde. In biblischen Zeiten und im Mittelalter von der Pest, in der Neuzeit von der Syphilis, den Pocken, der Cholera, der Spanischen Grippe und jetzt von der Corona-Pandemie. Nicht nur starben viele Juden an diesen Infektionskrankheiten, sie mussten sich zudem immer wieder mit dem Vorwurf auseinandersetzen, diese ausgelöst zu haben, sei es aus Vorsatz (Legende von der Brunnenvergiftung) oder durch ihre unhygienischen Wohnverhältnisse sowie als riskant angesehene Verhaltensweisen (z. B. in Zeiten der Cholera). Gezeigt wird, wie die jüdische Bevölkerung mit dieser doppelten Herausforderung bzw. Belastung umging.

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Robert Jütte © Fotostudio M42

Prof. Robert Jütte ist Sozial- und Medizinhistoriker. Von 1990 bis 2020 leitete er das Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung in Stuttgart. Im Bereich der jüdischen Geschichte hat er zur Wissenschaft des Judentums sowie über die innerjüdische Sicht auf Leib und Leben geforscht. 2016 veröffentlichte er im Jüdischen Verlag/Suhrkamp-Verlag die hervorragende Studie »Leib und Leben im Judentum«. 2020 erhielt Prof. Jütte die Otto-Hirsch-Auszeichnung der Stadt Stuttgart für „seine national wie international außerordentlich geschätzten journalistischen und wissenschaftlichen Leistungen im Hinblick auf das Judentum und für sein herausragendes Eintreten für die christlich‐jüdische Zusammenarbeit“.

Veranstalter: Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Aufgrund der fortdauernden Pandemie wird der Vortrag online stattfinden.

Anmeldung ist erforderlich unter juedische.geschichte@lrz.uni-muenchen.de oder per Telefon unter (089) 2180-5570. Nach erfolgter Anmeldung erhalten Sie einen Zugangscode.

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Aktuelle Veranstaltungen


Do. 01.10.2026 | 20. Tischri 5787

Kultur

„Bruno – Der junge Kreisky“

Beginn 20:

Filmvorführung
Donnerstag, 1. Oktober 2026, 20 Uhr

Spielfilm, Österreich/ Deutschland 2026, 116 Min.

Regie: Harald Scheritz
Drehbuch: Harald Sicheritz, Fritz Schindlecker, Helene Maimann
Produktion: DOR Film, Wien
Darsteller: Nils Arztmann (Bruno), Maya Unger Adele Holzer), Soi Schüssler (Sissi Nesvadba), Noah Perktold (Roman Felleis) Juergen Maurer und Marie-Therese Futterknecht (Eltern Kreisky), Tobias Resch (Paul Kreisky) u. v. a.

Wien in den späten 1920er Jahren: Als Schüler aus wohlhabendem jüdischen Elternhaus wird Bruno Kreisky von der sozialistischen Arbeiterjugend nur widerwillig aufgenommen. Als die politischen Spannungen im Land eskalieren, organisieren Bruno und seine Kameraden und Kameradinnen verbotene Treffen, verteilen Widerstandspamphlete und setzen bei ihrer Revolte gegen reaktionäre Kräfte, die dem Anschluss Österreichs ans Dritte Reich entgegenfiebern, ihr Leben auf Spiel. Während sein Bruder Paul seine Rettung in der Alijah nach Palästina sieht, führt der Weg des jugendlichen Rebellen Bruno ins schwedische Exil und später als österreichischer Spitzenpolitiker auf die Weltbühne. Weiterlesen »

Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787

Kultur

»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr

Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann

Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.

In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

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