Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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26. Juni 2020

Charlotte Knobloch zum Tode von Ulrich „Uri“ Siegel

München, 26.6.2020.  Am heutigen Freitag ist der Zeitzeuge Ulrich „Uri“ Siegel im Alter von 97 Jahren in München gestorben. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, erklärte hierzu: „Die Nachricht von Uri Siegels Tod hinterlässt bei mir tiefe Trauer und Schmerz. Als einer der letzten Menschen kannte er noch das alte Münchner Judentum aus der Zeit vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten und konnte davon berichten. Eine Welt ohne ihn und seine Erinnerungen ist eine ärmere.“

Knobloch erklärte weiter: „Siegel verließ München mit seiner Familie im Jahr 1934, nachdem Michael, der Cousin und Sozius seines Vaters, im Jahr zuvor öffentlich gedemütigt und misshandelt worden war. Dass er trotzdem in den Fünfzigerjahren zurückkehrte, war bemerkenswert und für München ein großes Glück. In der jüdischen Gemeinschaft, aber auch in der Stadtgesellschaft seiner Geburtsstadt spielte Siegel über viele Jahre eine wichtige Rolle und setzte sich immer wieder aktiv gegen das Vergessen ein.“

Knobloch erklärte abschließend: „Die Geschichte seiner Familie ist auch eine Geschichte unserer Stadt. Ein München ohne Siegels war über viele Jahrzehnte unvorstellbar – und ist nun doch eine schmerzliche Realität. Wir werden Uri Siegel ein ehrendes Andenken bewahren.“

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Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786

Kultur

„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr

Moderation: Ellen Presser

Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.

Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »

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