Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

« Zurück

18. April 2018

Knobloch: Hut ab vor dem Mut der Preisträger, die diesen Preis nicht mehr mittragen wollen

München, 18.04.2018. Statement von Dr. h.c. Charlotte Knobloch zur jüngsten Entwicklung nach der Echo-Verleihung an Kollegah und Farid Bang:

„Ich danke allen Künstlerinnen und Künstlern, die in den letzten Tagen die Größe hatten, aus Protest zu der skandalösen Auszeichnung eines antisemitisch konnotierten Werks ihren Echo aus diesem Jahr oder vergangener Jahre zurückzugeben. Die jeweiligen Begründungen etwa von Enoch zu Guttenberg oder Marius Müller-Westernhagen sowie auch von Leslie Mandoki sprechen die deutliche Sprache, die unsere freiheitliche und wehrhafte Gesellschaft braucht, und zeugen von einer Haltung, die jede Form von Menschenverachtung ächtet und ihr entschlossen entgegenwirkt.

Die Einsicht des Bundesverbands Musikindustrie kam zögerlich und spät, aber sie kam und lässt hoffen, dass eine glaubhafte Umkehr in Denken und Handeln zu erwarten ist.

Wenn der Vorfall sich als Weckruf erweist, dass dem Phänomen Antisemitismus in all seinen Varianten sowie jeder Form von Menschenverachtung in unserer Gesellschaft endlich umfassend und kompromisslos der Kampf angesagt wird, ließe sich etwas Gutes im Verheerenden erkennen.

Hut ab vor dem Mut der Preisträger, die diesen Preis nicht mehr mittragen wollen!“

Alle Beiträge der Kategorie Pressemitteilung ansehen »

VeranstaltungenÜberblick »

Februar 2026 | Schwat-Adar I | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786

Kultur

„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr

Moderation: Ellen Presser

Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.

Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »

Alle Veranstaltungen »

Israelitische Kultusgemeinde
Kontakt
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de